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Summer Breeze 2010

Der große Abschluss der Festivalsaison

Überzeugten ihre Fans: Leaves' Eyes

Zum Thema

Van Canto

Jetzt wird es anders. Wenn fünf Musiker behaupten, dass sie Metal spielen können, ohne auch nur eine einzige Gitarrensaite anzuschlagen, dann kann es sich nur um Sly Schunke, Inga Scharf, Stef Schmidt, Ross Thompson, Ike Sterzinger und Basi Emig handeln - oder kurz um Van Canto.

Und genauso begrüßen sie die unzähligen Fans nach dem Opener „Lost Forever“, dass sie dies nach diesem Stück überhaupt noch sagen müssen, verwundert jeden vor der Bühne, und so geht es umgehend zum zweiten Stück: „To Sing A Metal Song“ - nicht ohne darauf hinzuweisen, dass dies nun die Anleitung sei, wie ein Metalsong zu schreiben ist. Hier muss niemand mehr überzeugt werden, Van Canto werden gefeiert und die Crowdsurfer werden immer mehr. Van Canto verstehen sich aber auch, die ohnehin schon aufgeheizte Menge noch weiter anzufeuern: „Leute, so weit unsere Augen reichen.“ Und danach direkt die Entschuldigung für ein viel zu kleines Backdrop, welches so groß sei, wie ein Buchstabe eigentlich hätte sein müssen, bei der Fanmenge. Das geht jedem runter wie Öl und überall sind Festivalbesucher zu sehen, die anerkennend nicken und deutlich machen, dass sie bisher Van Canto nicht kannten, nun aber dem Fieber erlegen sind. Genau das verstehen die Fünf auszunutzen und interpretieren den Blind Guardian-Hit „The Bard’s Song“ auf ihre Weise.

Van Canto zeigen, dass sie das, was ihnen gerade geboten wird, ernst nehmen und es nicht als selbstverständlich entgegennehmen. Nachdem die letzten Töne ihres ersten Hits „The Mission“ verklungen sind, bittet die Band um ein Foto von „ihren geilen Fans“, natürlich für die Verwandten zuhause, dies geht natürlich nicht ohne: „Du rechts ein bisschen mehr nach links und bitte nicht blinzeln, das schaut immer so komisch aus.“.  Leider ist die Show dann auch schon zu Ende, Van Canto verabschieden sich mit „Fear of the dark“.

Die kurze Show hat gezeigt, dass es keine Gitarren nötig hat, um guten Metal zu spielen, wenn Sänger und Sängerinnen dabei sind wie Sly, Inga, Stef und Ingo und natürlich den Schlagzeuger Basti.

Setlist:

Lost Forever
Metal Song
Rebellion
One To Ten
Bard’s Song
The Mission/ Master Of Puppets
Fear Of The Dark

Frei.Wild

Der Deutschrock ist zurück. Frei.Wild erobern nach dem Wacken Open Air das Summer Breeze und ziehen eine große Masse vor die Bühne.Um sich höflich vorzustellen, steigen sie mit „Frei.Wild“ ein, in dem sie, wie man sich denken kann, über sich selber singen. Dabei scheinen beinahe alle zu wissen, wer da vor ihnen steht. Die Fans sind wie im Wahn und eine unwahrscheinlich große Anzahl kennt auch die Songs der neuen Platte „Hart am Wind“. Aus dem Publikum wird eine große Frei.Wild-Texte singende Einheit, dessen Atmosphäre und dessen Songs schwer an die Zeit der Böhsen Onkelz erinnert. Für manche sind Frei.Wild ein guter Ersatz für die Lücke, die von den Onkelz hinterlassen wurde, auch wenn andere wiederum nichts davon hören wollen.

Auch im Fotograben wird mitgesungen und die Kamera immer mal wieder zur Nebensache, wie bei dem Heimatliebe zeigenden Titel „Südtirol“.

In einer kleinen Verschnaufpause zwischen den Songs erzählt Sänger und Gitarrist Philipp „Fips“ Burger, wie stolz sie sind, auf dem Summer Breeze spielen zu dürfen, da sie noch bis vor kurzem selber gerne als Besucher mitgefeiert haben und zu den Bands auf der Bühne bewundert aufgeschaut haben.

Die Nachmittagssonne knallt noch enorm und brutzelt die Schädel der Fans, während der aufgewärmte Asphalt vom Nachmittag sein übriges von unten tut.  Die Moshs sind überschaubar, wohl nicht nur wegen der Temperaturen, sondern auch wegen der Priorität des Mitgrölens. Phillip kann immer wieder getrost aufhören zu singen, da die Fans seinen Job ohne Probleme übernehmen. Das Hitpotential ist bei Frei.Wild allerdings auch enorm und die deutschen Texte von „Irgendwer“, „Halt deine Schnauze“ und „Weiter immer weiter“ lassen gar keine andere Wahl als sich im Gehirn festzusetzen und über die Stimmorgane wieder ausgespuckt zu werden. Als Dank für den seit der ersten Minute  grandiosen Auftritt, grölt das Publikum „Oh wie ist das schön!“, um seiner Begeisterung Nachdruck zu verleihen.

Nicht jeder kann Frei.Wild so viel Positives abgewinnen. Stattdessen schüren sich auch um die Südtiroler immer wieder Gerüchte, dass sie der rechten Szene angehören. Um diesen Irrglauben zu dementieren, folgt nach ausdrucksstarken Erklärungen, die sich gegen jedes Extrem aussprechen, sei es links oder rechts, „Land der Vollidioten“, das nicht nur aus diesen Gründen zum festen Inventar der Band geworden ist.

Nach der diesjährigen Festivalsaison konnten Frei.Wild mit Sicherheit einige neue Hörer von sich überzeugen, was insbesondere an den Texten liegt, die nah am Leben geschrieben sind, kein Blatt vor den Mund nehmen und zudem für ein ganz anderes Gefühl vor der Bühne sorgen, als das Wir-Gefühl bei Metal Bands (welches in gar keinem Fall schlechter ist! Es ist einfach anders).

Mit „Sieger stehen auf, wo Verlierer liegen bleiben“ schließen Frei.Wild ihr Set mit aufmunternden Worten ab und verlassen die Bühne unter lauten und langanhaltenden Zugabe-Gebrüll. Die Lücke im Deutschrock ist gestopft.

Setlist:

Frei.Wild
Niemand
Südtirol
Arschtritt
Irgendwer
Halt deine Schnauze
Weiter immer weiter
Land der Vollidioten
Feuer, Erde, Wasser, Luft
Sieger stehen auf, wo Verlierer liegen bleiben

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