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Summer Breeze 2010

Der große Abschluss der Festivalsaison

Hypocrisy sind nach ihrer Pause in Höchstform und beglücken die Fans

Zum Thema

Cannibal Corpse

Die Temperatur steigt unerbittlich und die Wiese vor den Bühnen wird von zahlreichen Personen gesäumt, von denen man nicht weiß, ob sie einfach nur ein wenig herumliegen wollen oder sogar kollabiert sind. Es ist der reinste Slalomlauf zur Bühne, zumindest wenn man bei Cannibal Corpse einen guten Platz erwischen will. Die Kannibalen selbst scheinen von der Hitze absolut unbeeindruckt zu sein und prügeln in einer guten Stunde über ein Dutzend Songs in das ausrastende Publikum.

Man mag ja von der Musik halten was man will, aber technisch sind die Amerikaner extrem beeindruckend. Ebenso Anlass zum Staunen bietet auch Frontmann George „Corpsegrinder“ Fisher, der seinen Schädel so schnell kreisen lässt, dass ihm selbiger eigentlich mal abfallen müsste. Die Aufforderung an die die Fans, es ihm gleich zu tun, ist fast schon zynisch. Überhaupt ist der Mann gut drauf und amüsiert sich königlich über einen nackten (?) Kerl im Publikum.

Ansonsten ist es dasselbe Spiel wie immer: Cannibal Corpse kommen auf die Bühne, föhnen dem Publikum eine Stunde lang die Haare nach hinten und verschwinden wieder. Das ist heute nicht anders und trotz der Hitze (die Securitys mit ihrem Wasserschläuchen können gar nicht soviel Wasser ins Publikum spritzen, wie es nötig wäre) brechen spätestens bei „I Will Kill You“ sämtliche Dämme.

Mosh Pits der brutalsten Sorte und mehrere Walls Of Death gehören bei brutaler Beschallung der Marke „Make Them Suffer“, „Priests Of Sodom“ („dedicated to all sluts in the audience“) und „Hammer Smashed Face“ zum guten Ton. Es gibt mit Sicherheit Bands, die abwechslungsreicher zur Sache gehen, aber in Sachen „Nur verbrannte Erde hinterlassen“ sind Cannibal Corpse kaum zu überbieten.

Setlist:

Scalding Hail
Unleashing The Bloodthirsty
Savage Butchery
Sentenced To Burn
The Wretched Spawn
I Will Kill You
I Cum Blood
Evisceration Plague
The Time To Kill Is Now
Death Walking Terror
Make Them Suffer
Priests Of Sodom
Staring Through The Eyes Of The Dead
Hammer Smashed Face
Stripped, Raped And Strangled

Kylesa

Die schon 2000/2001 in Savannah (Georgia) gegründete Metal Band steht vor der Herausforderung, dass sie zu denselben Zeiten wie „Cannibal Corpse“ und „End of Green“ spielt. Jedoch ist die Bühne gut besucht und wer die Band noch nicht kennt, bemerkt direkt zwei Besonderheiten: es gibt zwei Schlagzeuger und es gibt nicht den Frontsänger, es wird durchweg gewechselt und getauscht. Kylesa benötigt zwei Songs, um warm zu werden, doch „Running Red“ lässt dann endlich jeden tanzen. Zweifellos ist auch der Boden vor der Party Stage für die Bewegung eines jeden Festivalbesuchers mitschuldig, zu langes Stillstehen wird mit eingesunkenen Füßen bestraft. Wer aber kann schon lange still halten bei Songs wie „Where The Horizon Unfolds“ und „Said And Done“?

Trotz der großen Konkurrenz ist das Zelt zur Mitte der Spielzeit gut gefüllt, dennoch schaffen die 5 Amerikaner es nicht, die Menge zum Bleiben zu überzeugen, das Zelt wird leerer. Ob daran schuld war, dass Kylesa die 40 Minuten nur zu 30 Minuten nutzen und sich vorzeitig mit „We’ve got one more song to play“ von den Fans verabschieden? Es gibt aber auch keinerlei Empörung, der letzte Song „Scapegoat“ wird nochmals genutzt, um zu tanzen und zu pogen.

Schade, dass Kylesa die Chance nicht genutzt haben, die sie hatten. Viele hatten sich trotz hochkarätiger Bands auf der Main/Pain Stage  vor der Party Stage eingefunden, um dem Metal aus Georgia zu huldigen, doch wurde dies nicht erkannt.

Setlist:

Hollow Severer
Unknown Awareness
Running Red
Where The Horizon Unfolds
Perception
Said And Done
Only One
Scapegoat

End Of Green

Genau um Mitternacht von Freitag auf Samstag startete der Verkauf der neuen End Of Green-CD auf dem Summerbreeze. Betitelt ist das Album mit „High Hopes In Low Places“. 19 Stunden später sind die Herren um Frontmann Michelle Darkness live auf der Bühne. Doch etwas stimmt nicht: Es ist ein Gitarrist zuviel auf der Bühne. Und der lenkt auch noch die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Das ist auch nicht schwer zu verstehen, denn es handelt sich um einen Jungen. Ausgestattet mit Gitarre, Monitor und allem was dazu gehört. Der Junge ist der Sohn von Corni Bartels, dem Produzenten von „High Hopes In Low Places“. Und tatsächlich spielt der heranwachsende Gitarrero die ersten paar Songs mit. Eine echt coole Aktion.

Mit „Weakness“, dem ersten Stück und ihrem melancholisch-düsteren Sound ziehen die Rocker die Meute sofort in ihren Bann. Das mit sehr harten Gitarrenriffs ausgestattete „Dead City Lights“ legt dann gleich noch einmal nach und die Reaktionen der Zuhörer fallen auch gleich dementsprechend heftiger aus. Das auf dem Album „Last Night On Earth“ erschienene „Demons“ schafft es die Stimmung weiter anzulockern und bei „Killhoney“ gibt es dann kein Halten mehr. Alle feiern die Truppe. „Pain Hates Me“, „Drink Myself To Sleep“ und „Goodnight Insomnia“ zünden wie ein düsteres Feuerwerk direkt im Bauch und die sich dem Horizont entgegen neigende Sonne, die dem Himmel eine blutrote Färbung verleiht, erledigt ihr übriges um den depressiven Sound von End Of Green zu verstärken. Trotz brütender Hitze weht ein eisiger Hauch über das Festivalplateau.

Vom Album „The Sick’s Sense“ stammt die coole Rocknummer „The Hurter“, die als nächstes aus den Lautsprechern geblasen wird. Zeit, um die Dreadlock-Mähne von Gitarrist Sad Sir zu bewundern. „Everywhere“ trägt diese schwermutschwangere Stimmung weiter und mit „Tie Me A Rope... While You’re Calling My Name“ wird der zweite Song des erst ein paar Stunden alten neuen Albums vorgetragen. Obwohl noch niemand den Titel kennt, wird er begeistert aufgenommen. „Die Lover Die“ und „Death in Veins“ runden das Set ab. Band und Publikum sind voneinander sichtlich begeistert. End Of Green haben ihren Status als beste deutsche düster-depressive Rockband unter Beweis gestellt.

Setlist:

Weakness
Dead City Lights
Demons
Killhoney
Pain Hates Me
Drink Myself To Sleep
Goodnight Insomnia
Hurter
Everywhere
Tie Me A Rope… While You’re Calling My Name
Die Lover Die
Death In Veins

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