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Suicidal Tendencies, The Inspector Cluzo im Konzert (Köln, Juni 2010)

Unterschiedlicher konnte ein Abend kaum gestaltet werden

Starke Energieleistung von Suicidal Tendencies

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Die bisher gute besuchte Tour machte heuer einen Abstecher nach Köln. Zwar wirkte die Location Bürgerhaus Stollwerk etwas ungewöhnlich für ein Rockkonzert dieser Kajüte, doch der Club war proppevoll, der Sound gut und die Fans in bester Feierlaune. Zwar konnte offensichtlich der Grossteil der Anwesenden mit der Vorband The Inspector Cluzo nichts anfangen, was allerdings auch kaum zu erwarten war, wie ein Blick auf die Leibchen der KonzertgängerInnen zeigte. Denn mit absoluter Dominanz trumpfte Suicidal Tendencies nicht nur bei der Bekleidung auf, sondern auch auf der Bühne brannte ein Feuerwerk von ST-Klassikern.

The Inspector Cluzo

Die spinnen die Franzosen – da stiefelten zwei im Anzug auf die Bühne, griffen sich ihre Werkzeuge, machten deutlich, dass sie hier seien, um den Anwesenden in den Allerwertesten zu treten, und dann brach  - ja was eigentlich – eine überraschende Weiterbildung in Sachen „eigenwilliges Ding durchziehen“ aus. Nach einem kleinen Trommelwirbel verließ Stöckchenschwinger Phil seinen Hocker, um sich am Bühnenrand mit einem Schellenring zu platzieren. Derweil schrubbte Malcom auf einer seiner beiden Gitarren herum und fiepte und blökte in bester Lenny Kravitz-Manier ins Rund. Dass diese beiden auf jede Art von Anbiederung förmlich schissen, wurde schnell deutlich, denn die beiden ließen keine Möglichkeit aus, über Bassisten als Nicht-Musiker herzuziehen. Passenderweise heißt dann auch gleich die Homepage der Inspektoren fuckthebassplayer.com – einfach konsequent.

Musikalisch gab es die Vollbedienung aus allem, was irgendwie vor den Kopf haut, zu zweit umzusetzen ist und einfach nur rockt. So wurden reichlich Zitate aus Funk, Rock, Pop, Soul, Rap verwurstet, so wurden alte AC/DC-Riffs entstaubt, die ungeliebten White Stripes nicht nur mit einem fetten „Fuck You“ abgewürgt, sonder auf gleich auch auf Gitarre verhohnepipelt, da ließen sich uralte ZZ-Top-Rhythmen auf Bee Gees-Kaugummi-Pop ein, auch der olle Lenny Kravitz kam durch hochkehlige Sangespartien zu Ehren – alles in allem ein Konglomerat aus den verdrehten Soundstrukturen aus 30 Jahren Musikgeschichte.

Doch alles wurde verquirlt zu einer Masse aus einzigartigem The Inspector Cluzo, und niemals kam wirklich Langeweile auf, auch wenn die Masse nur selten mit der Darbietung wirklich etwas anfangen konnte. Die beiden „Fuck The Bass Player“ zogen mit krudem Humor auch alles und jeden durch den Kakao, ganz ohne Scheu wurde der Oberhonk Sarkozy vereimert, dann wieder auf dem Bassspieler herumgeritten, was besonders zur Geltung kam, als Frontmann Malcom sich drei Gäste auf die Bühne holte, die natürlich gleich den Refrain voller Inbrunst ins Mikro grölten.

Das mit reichlich AC/DC-Inspirationen gefüllte „Terminator Is Black In His Back“ uferte mit starken, fast jammenden Solis aus und finalisierte in einem umgetretenen Becken durch den Frontmann. Dass dieses Arbeitsgerät nicht zum ersten Mal unter dieser Tortur leiden musste, war an der Oberfläche auch deutlich zu erkennen und dürfte so manchen Soundfetischisten abschrecken. Detailverliebt auf die Meinung anderer einen feuchten Kehricht gebend unterstrichen das The Inspector Cluzo gleich im Anschluss mit der Ansage: „You are fucking crappy, move your fucking ass!“. Das stampfende „The Inspector Cluzo“ beendete dann die Show, die mehr offene Mäuler als üblich hinterließ, die von vielen nicht verstanden wurde, und trotzdem wurde das Duo mit erheblichen Applaus von der Bühne komplimentiert. Ganz großes Kino.

Setlist:

Intro (Soul & Rock)
Empathy Blues
French Bastards
Two Days
Fuck The Bass Player
Terminator Is Black In His Back
The Inspector Cluzo

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