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Subway To Sally, Saltatio Mortis, Unzucht, Heldmaschine im Konzert (Dresden, Dezember 2014)

Eisheilige Nacht entfacht Begeisterungssturm

Subway To Sally

Die letzte Pause wird durchaus von einigen Ängsten begleitet. Mittlerweile ist es kaum noch vorstellbar, dass das Publikum noch ein weiteres Mal zu Höchstleistungen auflaufen kann. Doch allen Unkenrufen zum Trotz bietet sich beim Start von Subway To Sally wieder das gleiche Bild: die Band wird von der ersten Sekundea an mit kompletter Hingabe bedacht.

Nachdem mit dem Eröffnungstitel „Warte, warte“ schon ordentlich eingeheizt wird, steht mit „Schwarze Seide“ der nächste Titel bereit. Das Video zum Song scheint für die Lichttechnik zum Programm zu werden. Bei dem überwiegenden Teil des Konzerts gib es nur Licht von hinten, was die Band in einer ständigen Scherenschnitt-Optik erscheinen lässt. So stimmungsvoll dies auf den ersten Blick erscheinen will, im Laufe des Konzerts erweist sich dieser Umstand nicht immer als besonders günstig. Da aber niemand gekommen ist, um sich an den Gesichtern der Musiker zu ergötzen, tut es der Stimmung keinerlei Abbruch, zumal genau dieser Titel besonders gut zeigt, wie brachiale Härte und Zartheit in der Instrumentierung miteinander harmonieren können.

„Feuerland“ und „Wenn Engel hassen“ erweisen sich als absolute Abräumer, wobei es durchaus schwer fällt, wirklich noch Unterschiede in der Stimmungslage des Publikums zu finden. Die Arme befinden sich grundsätzlich oberhalb des Kopfes, sei es, um zu klatschen oder um sie ruhig zu einer Woge zu formatieren. „Für immer“ glänzt anfangs mit einem Solo von Frau Schmitt an der Violine, welche hier aber leider komplett von der Dunkelheit geschluckt wird. Exzellent ebenfalls das instrumentale Zwischenstück, für das sich Frau Schmitt und Bodenski einen Szeneapplaus abholen dürfen.

Mit „Im Weidengarten“ gibt es ein kurzes akustischen Zwischenspiel, welches ebenso umjubelt wird wie das getragene „Schwarze Meer“, bei dem von der ersten bis hin zur letzten Reihe ein Meer aus Händen agiert. Der ruhige Teil wird mit „Tanz auf dem Vulkan“ jäh unterbrochen, zu dem wieder kräftig getanzt werden kann. Das ganze wird aber noch von „Sieben“ getoppt, denn nun wird auch noch anständig gesprungen. An dieser Stelle könnte man tatsächlich meinen, mehr geht nicht mehr.

Aber tatsächlich war dies alles nur Vorgeplänkel für das „Gipfeltreffen der Volksmusikanten“. Die ersten Mannen von Saltatio Mortis gesellen sich mit auf die Bühne und nach einem kurzen Wortgeplänkel zwischen Eric Fish und Alea über ihr ausgesprochen gutes Aussehen steht eine grandiose Version von „Kleid aus Rosen“ auf der Tagesordnung. Einen Zuschlag gibt es in einer a-cappella-Version von den Zuschauern, die sich größtenteils auch sicher sind, dass die letzten Minuten wohl das absolute Highlight des Abends waren. Bis dahin könnte man auch davon sprechen, aber mit „IX“ und dem „Spielmannschwur“ wird nochmals einer drauf gesetzt.

Mittlerweile rinnt auch von den Wänden die Nässe und die Luft scheint fast verbraucht, doch zu „Veitstanz“ kann die letzte Energie freigesetzt werden. Auf der Bühne stehen mittlerweile vierzehn Musiker, die sich zu einem wundervollen Orchester zusammenfügen. Jetzt nur davon zu sprechen, dass hier ein ordentliches Brett hingelegt wird, wäre völlig untertrieben. Eher sollte man diese Titel als eine ganze Tischlerei beschreiben. Damit endet auch fast das letzte Konzert des Abends, denn ohne „Julia und die Räuber“ kann man Subway To Sally einfach nicht von der Bühne lassen.

Vier Bands sorgen gute fünf Stunden von der ersten bis zur letzten Sekunde für euphorische Stimmung und verwandeln die lange Nacht zu einer der kurzweiligsten in diesem Jahr.

Setlist:

Warte, Warte 
Schwarze Seide 
Feuerland 
Wo Rosen blüh'n 
Wenn Engel hassen 
Traum vom Tod II
Unterm Galgen 
Grausame Schwester
Arme Ellen Schmitt 
Für immer 
Im Weidengarten
Das Schwarze Meer
Tanz auf dem Vulkan 
Sieben 

Kleid aus Rosen 
IX 
Spielmannsschwur 
Veitstanz 

Julia und die Räuber 

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