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Subway To Sally, Megaherz im Konzert (Dresden, Dezember 2011)

Schwarzes Feuerwerk zu ungewohntem Termin

Eric Fish, stimmgewaltiger und treibender Mittelpunkt

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Subway To Sally

Da man sich gerade so schön eingesungen hat, sollte man gar nicht erst wieder verstummen. So etwa sieht es das Dresdener Publikum und stimmt in der Umbaupause immer wieder „Blut, Blut, Räuber saufen Blut“ an. Dann ist es endlich soweit und die Band wird unter Beifall auf die Bühne geleitet. „Kämpfen wir!“ ist der erste Song und zugleich eine Ansage für alles, was noch folgt. Subway To Sally nehmen das Publikum im Sturm und heizen von erster Sekunde an kräftig ein. Dabei werden die ersten beiden Titel von einer ausgiebigen Pyroshow unterstützt. Hämische Stimmen behaupten zwar immer wieder, wer zu viele Pyroelemente einsetzt, will nur von der Gesangsleistung ablenken, doch in diesem Fall ist der Verdacht völlig unbegründet. Eric Fish hat sicher eine unverwechselbare Stimmfärbung, aber sich im Laufe der letzten Jahre zu einem ernst zu nehmenden und guten Sänger entwickelt. So meistert er alle Passagen in überzeugender Manier, ist zugleich immer wieder der treibende Mittelpunkt der Show und lässt sich zu „Das Schwarze Meer“ von dem Meer aus Händen tragen.

Setzen die Brandenburger anfangs auf die Songs vom aktuellen Album, kommen nun auch wieder ältere Lieder zum Tragen, so darf auch „Mephisto“ nicht fehlen, welches mit Feuerspucken abgerundet wird. Drei Schläge ertönen, unweigerlich kreisen die Gedanken um das dreimalige Klopfen des Todes und so bringt man einen gelungenen Einstieg in „Wo Rosen blühn“. Hier wird in die wohl schwärzeste Stunde eines jeden Menschen eingedrungen. Den Verlust eines geliebten Menschen bedenken Subway To Sally mit einer perfekten Symbiose von Text und Musik. Wut, Zorn und Verzweiflung werden mit hämmernden Riffs untermalt, um im Refrain Ruhe einziehen zu lassen. Nun zeigt sich ein weiterer Vorteil der Band; dies sind die Zweitstimmen von Simon und Bodenski, die einen beeindruckenden Chorus bilden. 

„Eisblumen“ folgt und hier kann sich Frau Schmitt mit einem Geigensolo am Ende des Songs nicht nur in die Herzen des Publikums spielen, sondern von diesem auch noch reichlich Szeneapplaus abstauben. Schloss der Titel mit einem Solo, beginnt „Feuerkind“ mit einem Lauten-Solo von Ingo Hampf, der ein weiteres Mal seine Fähigkeiten an den Saiteninstrumenten unter Beweis stellt und damit einen brillanten Einstieg in den kurzen Akustikteil gewährleistet. Die ruhigen Töne verfehlen ihre Wirkung nicht und bringen die Zuschauer zu einer andächtigen Stille, die sich auch in „Mir allein“ fortsetzt. Am Ende des Titels erfolgt der gelungene Rückwechsel auf die Elektro-Schiene.

Spätestens als die Bühne in ein blutrot eintaucht und „Wenn Engel hassen“ ertönt, ist klar: Dies ist nicht nur eine Tour zum gleichnamigen Album. Hier werden die schwarzen Seiten des Daseins in das Licht der Bühne gestellt und Subway To Sally bieten ein Konzept, welches den Namen „Schwarzen-Tour“ alle Ehre macht. 

Doch „Nichts ist für immer“, nun haben auch die Tanzbeine wieder eine Chance zum Einsatz zu kommen. An dieser Stelle wird Eric Fish’s Aufforderung zum pogen zwar nur wenig angenommen, doch beim nachfolgenden „Besser du rennst“ gibt es endlich den gewünschten Strudel in der Menge. „Kleid aus Rosen“ wird mit den Worten „hier kann ich auch den Text vergessen, es fällt eh nicht auf“ angekündigt. Tatsächlich kann man nicht mehr wahrnehmen, ob jedes Wort stimmt, denn die Zuschauer übernehmen lautstark den Gesang.

Über das Jahr 2012 und die verbundene Prophezeiung des Weltuntergangs wurde so ausgiebig und euphorisch berichtet, dass sich die Folk-Metaller einen Seitenhieb auf die Medienlandschaft nicht verkneifen können. Dieser wird in „MMXII“ umgesetzt und endet mit einem grandiosen Instrumentalteil. Eine brachiale Front aus Schlagzeug, Gitarre, Bass und Trumscheit bieten das Grundgerüst des Infernos, Flammen schießen auf, Raketen zischen über die Bühne und am Ende der Apokalypse wird es Nacht auf der Bühne. Nach wenigen Sekunden ergleißen die Spotlichter und in diesem Licht verbeugen sich Subway To Sally vor ihrem Publikum. Einen besseren Abschluss als diese Inszenierung kann man sich eigentlich nicht mehr vorstellen.

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