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Subway To Sally, Letzte Instanz, Fiddler’s Green, Versengold im Konzert (Dresden, Dezember 2015)

Auf dass die Nacht nie vergeht

Subway To Sally

Die letzte und zugleich längste Umbaupause des Abends steht an, aber nicht nur, dass sie sich zeitmäßig etwas hinzieht, sie wird auch durch eine gute halbe Stunde mit Weihnachtsliedern von einem Kinderchor gesungen, nicht wirklich erträglich gestaltet (Um Himmels Willen, so was grenzt ja an akustische Folter – hassen Subway To Sally ihre eigenen Fans so sehr?; Anm.d.Red.). So mag einem das Erscheinen von Subway To Sally mit dem knapp gefassten „Alle, Psallite cum Luya“ schon fast wie die Ankunft des Heilands vorkommen und das anschließende „Mephisto“ wirkt endgültig erlösend. Zumal dies mit so einer Wucht daherkommt, dass sogar der Mikroständer die Flucht in den Bühnengraben antritt. Ein eingebautes Feuerspucken am Ende des Songs und schon steht der Saal völlig in Flammen. Dies glücklicherweise nur sprichwörtlich, obwohl es temperaturtechnisch sicher langsam in einen ähnlichen Bereich geht.

Mit „Knochenschiff“ geht es krachend weiter und hier zeigen die Potsdamer, dass sie ihren Titeln auch immer wieder neues Leben einhauchen und mit neuen Variationen überzeugen können. Ebenso wie ihre Vorgänger schöpfen sie aus einem schier unendlich scheinenden Repertoire, sodass auch jeder Anwesende wohl eines seiner Lieblingslieder zu Gehör bekommt. „Mitgift“ kommt vom immer noch aktuellen und gleichtitulierten Album, wohingegen „Eisblumen“, welches hier mit Kunstschnee untermalt wird und für eisheilige Gefühle sorgt, bereits neun Jahre zuvor erschien. Aber egal aus welcher Epoche ihres Schaffens Subway To Sally die Werke nehmen, das Publikum steht gnadenlos mit ihnen und folgt jedem Ton mit viel Hingabe.

„Ohne Liebe“, aber mit viel Emotionen geht es weiter, zumal Eric Fish kurz zuvor betonte, dass es für ihn immer wieder wie ein Nachhausekommen sei, wenn man in Dresden spielt. Die „Henkersbraut“ bringt nicht nur einige Pyros mit sich, sondern überrascht ebenfalls in einem neuen Gewand, bevor mit „Kleid aus Rosen“ wohl einer der markantesten Klassiker der Band auf die Bühne kommt. Und tatsächlich ist es immer wieder beeindruckend, wie dieser Song seine Eigendynamik entfaltet und stellenweise komplett vom Publikum übernommen wird, bis es am Ende noch eine Rose für Frau Schmitt an der Violine gibt.

Zu „Sieben“ und „Tanz auf dem Vulkan“ darf der Tanz- und Mitgröllaune wieder freien Lauf gelassen werden, bevor mit „Veitstanz“ schon das Ende des Konzerts wartet und mittels Pyrotechnik auch ein lautstarker Schlusspunkt gesetzt wird. Dass dies noch nicht das komplette Aus sein soll und kann, ist den meisten klar und so erklingt im Saal sofort „Blut, Blut, Räuber saufen Blut…“. Der vielstimmige Chor zieht die Band auch zügig wieder auf die Bühne, diesmal sogar mit Unterstützung einiger Musiker der vorangegangenen Formationen. Das nun angestimmte „Carrickfergus“ ist aufgrund seiner klassischen Einbettung anfangs kaum zu erkennen, wird von nunmehr elf Musikern getragen und kann komplett überzeugen. Hiernach ertönen die ersten Dudelsackklänge, die eines sofort klarmachen: Hier wird soeben der letzte Titel angestimmt. Den Abschluss des Abends bildet, wie bei Subway To Sally- Konzerten üblich, „Julia und die Räuber“, mit welchem die Potsdamer ein letztes Mal die Stimmgewalt der Zuschauer testen und einen gewohnt gewaltigen Endpunkt setzen.

Wieder einmal bestechen die Eisheiligen Nächte nicht nur mit einem abwechslungsreichem Line Up, sondern auch mit erstklassigen Formationen, die allesamt überzeugen konnten. Ein perfekt abgemischter Sound und die ausgefeilte Lichtshow tun ihr übriges dafür, dass auch dieser Abend wieder zu einem absoluten Erfolg wurde.

Setlist:

Alle, Psallite cum Luya
Mephisto
Knochenschiff
Mitgift
Grausame Schwester
Arme Ellen Schmitt
Eisblumen
Ohne Liebe
Sag dem Teufel
Ad mortem festinamus
Henkersbraut
Kleid aus Rosen
Falscher Heiland
Auf Kiel
Sieben
Tanz auf dem Vulkan
Veitstanz
Carrickfergus
Julia und die Räuber

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