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Subway to Sally im Konzert (Osnabrück 2006)

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Bereit für einen spontanen Konzertbericht?! Gestern hat es mich mal wieder nach Osnabrück verschlagen, wo ich nach dem Akkustik Konzert der „Nackt“ Tour mir Subway to Sally auch mal wieder „verstromt“ geben wollte. Leider kann ich nicht mit Fotos dienen, aber ich hoffe, das ist zu verschmerzen. Und da dachte ich mir, ich könnte doch auch einen kleinen Bericht für The-Pit schreiben.

 

Vor dem Konzert (und auch währenddessen) gab es in einem anderen Teil der Halle Gartlage einen Mittelaltermarkt, der in der dieser Umgebung ein wenig antiklimatisch wirkt. Dennoch ist es natürlich eine gute Einstimmung auf die Musik, die später folgen soll. Nicht in Ordnung sind aber die Zustände in der Halle Gartlage, in der es nicht nur ohne Ende zieht (was aber erträglich ist), sondern es auch nicht gestattet ist, sie vorzeitig zu verlassen. Man muss bis 18 Uhr warten, um einen Stempel zu bekommen...was bei den gesalzenen Preisen des Marktes schon schwer zu schlucken ist. Denn so kann man nicht mal eben ans Auto oder in die Stadt, um sich etwas bezahlbares zu essen oder zu trinken zu organisieren. Nun gut, ab 18 Uhr ist dieses Problem ja aus der Welt, was aber auch für das Klopapier auf den Damen- und Herrentoiletten gilt. An diesem Zustand soll sich dann auch bis Konzertende nichts mehr ändern. Aber zu den Bands:

 

Krypteria beginnen den Abend und können sich über ein gut gefülltes Haus freuen (im Übrigen vermute ich mal, dass zu viele Karten verkauft wurden, denn es ist brechend voll). Ihr Gothic Metal scheint bei den Zuschauern ganz gut anzukommen, so dass die Band um ihre hübsche Sängerin mehr als einen Achtungserfolg für sich verbuchen kann. Sichtlich überwältigt beendet die gut spielende Band nach einer guten halben Stunde ihren Gig.

 

Die Masse hat aber eindeutig auf mittelalterliche Klänge gewartet und die bekommt sie von der 8(?) köpfigen Band Schelmish zur Genüge. Die Gruppe tobt über die Bühne (deswegen sind sie auch so schwer zu zählen), macht Witze über die eigenen dicken Plautzen, erntet tolle Reaktionen und klingt dabei nicht nur stimmlich nach ganz alten In Extremo. Da fällt es nicht weiter ins Gewicht, dass die Melodien der dominanten Dudelsäcke sich doch ein ums andere Mal sehr ähneln. Störender wirkt der schwache Sound des Mikros, was sich durch den ganzen Abend ziehen soll. Darunter leiden auch die Ansagen, die man nur mit viel Glück verstehen kann. Eine sehr witzige verstehe ich aber. „Das letzte Lied ist von einem Musiker aus dem mittelalterlichsten Land der Erde – Amerika!“ Sprichts und covert „Ring of fire“ vom legendären Johnny Cash. Cash im Schelmish Gewand?! Eine sehr coole Angelegenheit und das Publikum rastet förmlich aus, denn Johnny Cash geht eigentlich immer. Toller Auftritt, aber die Stripeinlage verbuche ich mal unter „Dinge, die ich nie sehen wollte und dennoch gesehen habe!“

 

Auch bei Saltatio Mortis haben sich die Mikroprobleme nicht gelöst. Aber als kleine Entschädigung packt die Band eine paar sehr sehenswerte Pyros aus, die den Sauerstoffgehalt in der zum Bersten gefüllten Halle noch weiter dezimieren. Ihrem Status als Co-Headliner werden Saltatio Mortis anhand der Fanreaktionen vollends gerecht. Ich aber konnte der Band letztes Jahr, als ich sie vor Subway to Sally in Wuppertal sah, nichts abgewinnen und daran ändert sich auch jetzt nichts. Für mich bleibt die Band musikalisch völlig durchschnittlich, da kann auch der Verzicht auf die elektronischen Effekte, die mich letztes Jahr massiv gestört haben, nichts dran ändern. Ein paar Songtitel kann ich aber dennoch nennen: „Mea culpa“, „Tritt ein“, „Uns gehört die Welt“ und „Keines Herren Knecht“. Im Vergleich zu Schelmish vermisse ich das Leben auf der Bühne, aber Hauptsache ist doch, dass es den Fans gewesen, da kann man über einen Ignoranten doch leicht hinwegsehen.

 

„Blut, Blut, Räuber saufen Blut...“ Die Chöre in der Halle sprechen für sich! Subway to Sally sind ein Phänomen und elektrisieren jedes Publikum vor dem sie spielen. Endlich ist der Sound glasklar und der härtere Anstrich, den Subway ihren Songs verpasst haben, kommt so perfekt zur Geltung. So kommen auch alte Songs wie „Unterm Galgen“ oder „Sag dem Teufel“ wesentlich mehr wie Metalsongs rüber, was aber auch den zahlreich anwesenden Nachtschattengewächsen nicht sauer aufstößt. Für diese haben Subway to Sally aber auch DIE Hymne im Gepäck – und wie üblich holt sich Eric Fish bei „Eisblumen“ einen weiblichen Fan auf die Bühne. Gänsehautmomente liefert die Band aber sowieso am laufenden Band: die Fackeln, die die Halle bei „Kleid aus Rosen“ in rotes Licht tauchen, Kunstschnee bei „Schneekönigin“, das Drumsolo, welches mit „Painkiller“ von Judas Priest beginnt oder die unzähligen Pyros. Insbesondere die Flammenwerfer bei „Veitstanz“ würden auch bei Till Lindemann von Rammstein für leuchtende Augen sorgen. Diese Band ist eben die perfekte Stilmischung

Ich habe Subway to Sally nun schon zum 6.Mal gesehen und bin immer wieder aufs neue begeistert.

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