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Subway to Sally im Konzert (Krefeld 2007)

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Schon als Subway To Sally im Dezember den zweiten Teil ihrer äußerst erfolgreichen und gefeierten Akustiktournee „Nackt“ ankündigten, war die Vorfreude bei allen Fans der Band hoch. Und dementsprechend groß war auch der Andrang vor der prall gefüllten Krefelder Kulturfabrik. Die Zeichen für einen wundervollen Konzertabend standen also mehr als nur gut, wobei grundsätzlich sowieso jeder weiß, dass die Wahrscheinlichkeit, von Deutschlands vielleicht tourfreudigster Band auch nur ansatzweise enttäuscht zu werden, verschwindend gering ist. Sehr auffällig war auch wieder das breitgefächerte Publikum, welches die Band nun schon seit Jahren zu ihren Konzerten lockt. Ob Metalfans, Mittelalter – Anhänger, Gothics, Punks oder andere Musikliebhaber, all diese kamen, um mit ihrer Band eine einzigartige und unnachahmliche Party zu feiern. Eine Party, die ihnen allen noch lange im Gedächtnis bleiben sollte.

 

Doch nun erstmal der Reihe nach. Angekommen in der schon ziemlich heißen Kulturfabrik, konnte man bereits einen ersten Blick auf die Bühne werfen, die genauso geschmückt war, wie man es noch von der ersten Auflage der Akustiktour oder von der „Nackt“ - DVD her kannte. Es wäre auch wirklich zu schade gewesen, diese liebevoll und clever, mit Efeu und Rosen dekorierte Bühne zu ersetzen. Mit der Zeit füllte sich dann auch die Kulturfabrik, doch schon zu diesem Zeitpunkt herrschte ein fast subtropisches Klima, welches sich aber in keinster Weise auf die richtig gute Stimmung (inkl. der obligatorischen „Julia & Die Räuber“ - Gesangseinlagen) auswirkte. Etwas nervig war allerdings die unsäglich langweilige Umbaumusik und die Tatsache, dass Subway To Sally erst eine halbe Stunde nach dem offiziell angekündigten Beginn die Bühne betraten. Gründe dafür waren für den Konzertbesucher absolut nicht ersichtlich. Vielleicht war es aber auch nur eine geschickte Taktik, die Fans in der Halle richtig hungrig auf den Auftritt zu machen. Wenn ja, dann ist diese Taktik vollkommen aufgegangen.

 

Schon beim Intro stand die Halle Kopf und nach und nach nahmen Simon Michael, Sugar Ray, Ingo Hampf, Bodenski, Simon, Frau Schmitt, Eric Fish sowie Gast – Cellist B.Deutung ihren Platz auf der Bühne ein. Unter lautem Jubel stimmten Subway To Sally dann den „Hochzeit“ - Gassenhauer „Böses Erwachen“ an, der mir persönlich zwar in der ursprünglichen Version besser gefällt, aber doch einen mehr als gelungenen Einstieg in das Akustikset abgab. Nun folgte mit „Das Rätsel“ gleich eines der größten Höhepunkte des Abends, denn hier wurde jedes Wort so laut vom Publikum mitgesungen, dass man ein „Julia & Die Räuber“ fast vergessen hatte. Eine amtliche Gänsehaut stand hier an der Tagesordnung. Dass das Publikum richtig in Feierlaune und unheimlich laut war, bemerkte auch gleich Frontmann Eric Fish, der allerdings etwas neben sich zu stehen schien. Dies bezog sich aber nicht auf seine hervorragende musikalische Leistung, sondern vielmehr auf seine etwas merkwürdigen Ansagen. Hier und da verhaspelte sich der sympathische Sänger völlig und ab und zu wusste man als Zuschauer auch nicht so richtig, was er von einem wollte, doch all dies war eher amüsant und belustigend als irgendwie störend. Das Publikum jedenfalls lachte darüber, die restliche Band sowieso und Eric selbst hielt sich auch nicht gerade zurück. Wo wir gerade beim Thema „musikalische Qualität“ sind, diese war wie gewohnt atemberaubend. Tolle Gesangseinlagen (z.B. bei „Horo“ oder „Sanctus), wilde Akustikgitarren und andere merkwürdige Saiteninstrumente sowie das brillante Zusammenspiel von Frau Schmitt und B.Deutung zeigten, warum es keine Band in diesem Genre gibt, die Subway To Sally auch nur ansatzweise das Wasser reichen kann.

 

Verstärkt mit einem unheimlich klaren und druckvollen Sound, gab die Band dann wie immer packende, für Subway To Sally's aktuelle Verhältnisse enorm mittelalterliche Versionen von u.a. „Minne“, „Unterm Galgen“ „Kleid Aus Rosen“, „Der Hofnarr“, „Liebeszauber“, „Das Rätsel II“ oder „Sieben“ zum Besten, wobei die Setlist sehr an die der Live – DVD angelegt war. Dies allerdings empfinde ich als absolut legitim, schließlich hatte man schon dort ein starkes Best Of – Programm von neuen und alten Songs zusammengestellt, von denen man einige ja auch schon länger nicht mehr live erleben durfte. Warum also daran etwas ändern? Naja, zwei kleinere Abänderungen gab es dann doch. So verzichtete man auf „Ein Baum“ und „Abgesang“ und präsentierte dafür „Die Rose Im Wasser“ sowie „Die Hexe“ im akustischen Gewand. Insgesamt eine richtige Entscheidung, denn mir gefallen beide Songs einfach besser und das zeigte auch die bei ihnen herrschende Stimmung. Zwar verlangten einige Fans noch nach „Veitstanz“ oder „Henkersbraut“, doch darf bezweifelt werden, dass akustische Adaptionen dieser Klassiker überhaupt funktionieren würden. Diese beiden Songs werden dann aber mit großer Sicherheit auf der bereits angekündigten Herbsttour wieder im Programm stehen, weshalb die Trauer sich in Grenzen halten dürfte.

 

Nach „Die Braut & Der Bräutigam“ und „Carrickfergus“, war nach etwa 105 Minuten der reguläre Konzertteil beendet, doch natürlich gab es noch einige Zugaben, die in insgesamt drei Blöcken gespielt wurden. Der Erste startete ruhig mit „Schlaflied“, bis dann mit „Ohne Liebe“ wieder fröhliches Abfeiern in der Kulturfabrik angesagt war. Der zweite Block bestand lediglich aus „Julia & Die Räuber, das wie gewohnt frenetisch aufgenommen wurde. Nachdem der Song vom Publikum sieben Mal lautstark gesungen wurde, kam die Band noch für den letzten Zugabenblock zurück, der das Konzert eher besinnlich mit dem melancholischen „Feuerkind“ und der Hymne „Seemannslied“ ausklingen ließ.

 

Insgesamt haben Subway To Sally mal wieder alles richtig gemacht. 135 Minuten hat die Band alles gegeben und enttäuscht ist mit Sicherheit niemand nach Hause gegangen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Veröffentlichung des „Nord Nord Ost“ - Nachfolgers nicht zu lange hinauszögert, denn man gab bereits bekannt, die Vorproduktion erfolgreich abgeschlossen zu haben. Wir sind äußerst gespannt!

 

Setlist:

 

1. Intro

2. Böses Erwachen

3. Das Rätsel

4. Minne

5. Die Rose Im Wasser

6. Horo

7. Der Hofnarr

8. Sieben

9. Element Des Verbrechens

10. Kruzifix

11. Alle, Psallite Cum Luya

12. Mephisto

13. Das Rätsel II

14. Kleid Aus Rosen

15. Die Hexe

16. Unterm Galgen

17. Traum Vom Tod II

18. Sanctus

19. Maria

20. Liebeszauber

21. Arche

22. Sag dem Teufel

23. Die Braut & Der Bräutigam

24. Carrickfergus

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25. Schlaflied

26. Ohne Liebe

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27. Julia & Die Räuber

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28. Feuerkind

29. Seemannslied

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