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Subway To Sally, Darkhaus im Konzert (Leipzig, April 2014)

Ein mörderisch guter Abend

Subway To Sally


Die übliche Umbaupause folgt, welche allerdings von den Wenigsten für einen Gang an die Theke genutzt wird. Vielmehr macht es den Eindruck, dass hier getestet werden soll, wieviele Zuschauer auf einem Quadratmeter Platz finden. Aber nicht nur die Temperatur steigt nun unermüdlich an, auch das freigelegte Bühnenbild, welches einem Käfig gleicht, lässt die Spannung auf den Auftritt weiter steigen.

Die Feuerschüsse gen Saaldecke werden vom rhythmischen Beifall des Publikums flankiert und mit „Warte, Warte“ steigen die Protagonisten des Abends in ihr Programm ein. Frontmann Eric Fish stellt hier eine gute Bindung von Musik und Bühnenbild her, deren theatralischer Wirkung man sich schwer entziehen kann. Als kleines Manko erweist sich allerdings das dezentrale Setzen von Schlagzeug und Bass, die hierdurch etwas isoliert agieren.

Dies ist zu „Schwarze Seide“, dem zweiten Titel der neuen CD, allerdings schon fast wieder vergessen. Für Eric Fish ist es nun an der Zeit, sich zu den Motiven der Erstellung von „MitGift“ zu äußern. Kein Hang zum Morbiden, allein das Interesse an der Psyche der Täter und die Umstände, die zu derlei Taten führen können, bewegten Subway To Sally, sich dieser Thematik zu widmen.

Um die nun einsetzende Nachdenklichkeit etwas zu durchbrechen, stimmen die Potsdamer mit „Feuerland“ genau den richtigen Titel an. Die Stimmung flammt wieder deutlich auf, und der „Traum vom Tod“ wird zu einem Lautstärkewettstreit zwischen Band und dem Chor vor der Bühne. Nachdem hier ältere Titel ordentlich eingeheizt haben, schaffen es auch die jüngsten Werke „Grausame Schwester“ und „Ellen Schmitt“ die Laune zu halten. Frau Schmitt eröffnet „Für immer“ mit einem Solo an der Violine, intensiviert den Song mit genial gesetzten Zwischenspielen und erhält dafür einen lautstarken Szenenapplaus.

Etwas ruhiger, wenn auch nicht minder grandios, folgt hierauf ein Akustikblock, der mit „Weidengarten“ eröffnet wird. Da der „Seemannschor“ beim Tourauftakt in Hamburg mindestens genauso laut gewesen sei, wird gleich die Aufforderung zu einer weiteren gemeinsamen Übungsstunde heraus gegeben. Zu „Minne“ wird ebenso euphorisch mitgeklatscht wie -gesungen und die Feuerschalen auf der Bühne geben zusätzlich das Gefühl von Lagerfeuerromatik.

Als Ingo Hampf zum Solo antritt, wird sicher das nächste Unplugged-Stück erwartet. Doch trotz des instrumentalen Einstiegs, kommt „Kleid aus Rosen“ als rockige Nummer auf die Bühne. „Falscher Heiland“ und das Lied für die deutsche Turn-und Sporthilfe „Besser du rennst“ bringen das Publikum nicht nur weiter in Fahrt, sondern auch die Ersten außer Atem. So wird „Veitstanz“ und das abschließende „Tanz auf dem Vulkan“ zu einer echten Herausforderung.

Damit wundert es auch nicht zu sehr, dass die „Blut, Blut, Räuber saufen Blut“-Gesänge anfangs noch etwas verhalten durch den Saal schallen. Doch die Leipziger erholen sich recht schnell, formieren sich zu einem einheitlichen Chor und erzwingen die Zugabe. Eric Fishs Drohung, dieses Lied nicht mehr zu singen, facht nur nochmals den Gesang an. Dafür bringen Subway To Sally mit „Ad Mortem“ wieder etwas Ruhe auf die Bühne. War es gerade noch sehr verhalten, steppen die Besucher auch ohne Aufforderung zu „Henkersbraut“ übers Parkett. Der letzte Titel wird mit einer Rechenaufgabe angekündigt. 234 minus 227 ist die Aufgabe und dies bedeutet das Gleiche, wie eine volle Hand plus die Pommesgabel in die Höhe zu reißen und zu „Sieben“ Vollgas zu geben. Das wirkliche Ende ist aber immer noch nicht gekommen, denn was wäre ein Subway To Sally-Konzert ohne das abschließende „Julia und die Räuber“. Genau dies folgt, auch wenn sich schon die ersten Erschöpften auf den Heimweg machen.

Setlist:

Warte, Warte
Schwarze Seide
Feuerland
Wo Rosen blühn
Wenn Engel hassen
Traum vom Tod
Unterm Galgen
Grausame Schwester
Ellen Schmitt
Für immer
Weidengarten
Seemannslied
Minne
Kleid aus Rosen
Falscher Heiland
Besser du rennst
Veitstanz
Tanz auf dem Vulkan

Ad Mortem
Henkersbraut
Sieben

Julia und die Räuber

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