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Stahlzeit im Konzert (Dresden, März 2019)

Stahlzeit entflammen Dresden

Bieten eine perfekte Show: Stahlzeit

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Über Cover/Tribute-Bands wird allgemein recht wenig berichtet, was man zu einem Großteil allerdings nachvollziehen kann, ist doch oft die gebotene Darbietung nicht so wirklich anheimelnd und die Darstellung weniger der eigenen Kreativität entschlüpft. Zumindest was die Vorstellung betrifft, eilt Stahlzeit deren guter Ruf voraus. Die Konzerte sind nicht nur mittlerweile in größeren Locations angesiedelt, sondern auch in aller Regelmäßigkeit ausverkauft. So auch bislang in Dresden, was die Band immerhin gleich zu zwei Auftritten in der Stadt ermunterte.

Rammstein, denen hier Tribute gezollt wird, schafften es in der sächsischen Landeshauptstadt innerhalb von so etwa zwei Stunden alle Tickets umzusetzen. Ganz so gut läuft bei Stahlzeit noch nicht, tatsächlich sind noch ein paar Lücken im Alten Schlachthof festzustellen. Davon aber mal abgesehen, scheint die Vorfreude auf das Konzert ähnlich hoch, die letzte Minute bis zum Beginn wird optisch eingezählt und die letzten zehn Sekunden gar von den Zuschauern runtergerissen, um dann gemeinschaftlich den Einstieg mit „Ramm 4“ zu feiern.

Verläuft der Start noch erstaunlich zurückhaltend, gibt es schon wenige Minuten später die volle Breitseite an Licht und Pyrotechnik. Selbst wenn man einiges in derlei Hinsicht erwartet hat, zeigt man sich angesichts der opulenten Show doch recht beeindruckt. Aber nicht nur, dass hier ordentlich was aufgefahren wird, der Einsatz der Showelemente funktioniert auch noch punktgenau. Jeder Böller und jede Flamme kommt punktgenau zum Einsatz, und auch die Lichtshow lässt keine Wünsche offen, dafür mal ein Extralob an die Zuständigen.

Die Setlist stellt ein Best of dar, da geht es von „Asche zu Asche“, über „Heirate mich“, hin zu „Sonne“ und hiernach gibt es dann doch einen kleinen Unterschied zum „Original“ zu vermerken, Frontmann Heli Reißenweber sucht tatsächlich den Dialog mit den Zuschauern. Es wird vom Konzert im Neubrandenburg berichtet, bei dem die Band doch glattweg das Gefühl hatte, man sei in Frankreich. Dem eingefleischten Rammstein-Fan ist nun sofort der kommende Song klar: „Frühling in Paris“ steht auf dem Programm, gesangstechnisch lassen sich die Dresdner dazu auch nicht lumpen und stellen einen anständigen Chor auf die Beine. Belohnt wird man mit der Ankündigung einer neuen CD von Maerzfeld, welche nun endlich im Oktober auf den Markt kommen soll.

Mit „Mein Teil“ geht es wieder mittenhinein ins Set und für Keyboarder Ron eben erstmal in den Kessel, um sich dort eine Ladung von Flammenwerfer abzuholen. Wiederauferstanden kann er schließlich im Schlauchboot Platz nehmen und sich zu „Haifisch“ über die Köpfe der Anwesenden jonglieren lassen. Sieht zwar etwas wacklig aus, aber er kommt doch heil wieder auf der Bühne an. Heli möchte hingegen lieber „Zerstören“ und inszeniert dies mit Sprengstoffgürtel, um kurz darauf auf einer Penis-Kanone reitend „Pussy“ zu zelebrieren und sich mit dem Konfettiregen von den Zuschauern zu verabschieden.

Zeit sich die Papierfetzen aus den Haaren zu schütteln, bleibt allerdings recht wenig, denn Stahlzeit lassen sich nicht lange bitten und eröffnen die Zugabe mit „Waidmanns Heil“. „Links-2-3-4“ und „Ich will“ folgen, bevor mit „Engel“ der letzte Titel des Sets ansteht. Noch einmal große Show, noch einmal fliegen alle Hände in die Höhe und ein letztes Mal darf nun aus voller Kehle mitgegrölt werden. Das war es von Stahlzeit, die auf voller Länge überzeugen konnten und gar ein paar Prozent von sich selbst einfließen ließen. Wer nun noch nicht völlig kaputt ist, kann noch die Aftershowparty besuchen, zu der die Band geladen hat und dort auch mal selbige kennenlernen.

Setlist:

Ramm 4
B*********
Asche zu Asche
Bestrafe mich
Heirate mich
Sonne
Frühling in Paris
Keine Lust
Benzin
Mein Teil
Amerika
Morgenstern
Ich tu dir weh
Ohne dich
Mein Herz brennt
Zerstören
Haifisch
Du riechst so gut
Feuer frei
Du hast
Pussy

Waidmanns Heil
Links 2-3-4
Ich will
Engel

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