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Stahlzeit im Konzert (Bamberg, Dezember 2014)

Große Show für kleines Geld

"Feuer Frei" ist nicht nur ein Song, sondern insgesamt das Motto

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20. Dezember, der Abend vor dem vierten Advent, da sollte im beschaulichen Bamberg doch zumindest schon ein bisschen besinnliche Weihnachtsstimmung aufkommen, oder? Weit gefehlt. Zumindest nicht in der Brose Arena, denn Stahlzeit sind, wie der Name schon andeutet, kein Harfenorchester, sondern haben sich vielmehr den raueren Klängen verschrieben. Genauer gesagt Rammstein. Stahlzeit covern diese nämlich und zwar nicht einfach irgendwie, sondern derart authentisch, dass man den gesamten Abend lang Til Lindemann live und in Farbe vor sich zu sehen glaubt. Eine Vorband hat das Sextett dabei nicht nötig. Über 120 Minuten Show wurden versprochen und werden folgen.

Mit leichter Verspätung (die vermutlich der Zuvorkommendheit von Frontmann Heli Reissenweber beim Interview mit The-Pit.de geschuldet ist), marschieren Stahlzeit schließlich um kurz nach acht zu den martialischen Klängen von  „Links 2-3-4“ auf die Bühne und werden von den knapp zweitausend versammelten Zuschauern frenetisch empfangen. Die Band hat relativ leichtes Spiel, denn das Publikum geht von der ersten Sekunde an voll mit und spätestens als die ersten Pyros mit einem lauten Knall in die Luft schießen, weiß man, wo man ist und dass der Abend verspricht, ein guter zu werden. Die Songs hier im Detail zu beschreiben wäre natürlich Zeitverschwendung. Stahlzeit präsentieren schlicht und einfach fast jeden der bekannten Hits, untermalt von einer zwar etwas kleineren, aber originalgetreuen Pyro- und Feuershow. Song um Song lodern Flammen in die Höhe, regnen Funken von der Bühnendecke oder zischen Pyros durch die Halle. Musikalisch ist der Unterschied zum Original im Grunde nicht zu erkennen. Alle Songs sind perfekt präzise Cover und auch der Gesang steht seinem Vorbild in nichts nach. Der Sound ist gut ausbalanciert und drückt powervoll nach vorne. Vor allem der rotzige, aber trotzdem drückend klare Basssound ist einfach nur geil. Auch am Rest der Performance gibt es allerdings absolut nichts auszusetzen.

Nach immerhin ganzen neun Songs gibt es dann eine kleine Überraschung. Til Lindemann-Imitator Heli Reissenweber schlüpft für einen Moment aus seiner Rolle, um seine Entertainerqualitäten unter Beweis zu stellen. Humorvoll stellt er das Nebenprojekt seiner Coverband, namentlich Maerzfeld, vor, bewirbt Stahlzeits zehnjährige Jubiläumsfeier in Lichtenfels (zur Abwechslung mal mit Wasser statt Feuer) und flirtet mit dem Publikum. Vornehmlich mit dem weiblichen, versteht sich. Nach ein paar Hintergrundinfos zum Line-Up sowie einigen lockeren Sprüchen, die auch mit herzhaften Lachern belohnt werden, kehren die sechs Musiker dann aber schließlich mit „Spieluhr“ zurück zu ihrer eigentlichen Show. Kurz darauf folgt dann das großzügig mit Feuersäulen unterstützte „Benzin“ und die allabendliche Leidensodyssee von Keyboarder Thilo Weber beginnt. Erst wird er bei „Mein Teil“ mittels Flammenwerfer in seinem Kessel gegrillt, dann lässt sein singender Bandkollege bei „Ich Tu Dir Weh“ Funken auf ihn herunterregnen. Abgesehen davon, dass die Hose verloren geht, passiert aber nichts weiter, so dass die Show weiter gehen kann. Entspannung ist trotzdem weder dem Keyboarder, noch dem Publikum gegönnt. Abgesehen vom ruhigen „Ohne Dich“, bei dem selbstverständlich die Feuerzeuge respektive Smartphones in die Höhe schnellen, powert das Sextett konsequent durch, bis die Show schließlich mit „Pussy“ ihr vorläufiges Ende findet.

Natürlich ist auch hier noch nicht Schluss. Die Zugaberufe verklingen nicht, bis Stahlzeit für ihr Finale noch einmal die Bühne entern. Keyboarder Thilo muss bei „Bück Dich“ noch einmal über die Bühne krabbeln und das Publikum darf bei „Ich Will“ und „Engel“ noch einmal aus vollem Halse mitsingen.

Nach knappen zweieinhalb Stunden ist damit aber dann tatsächlich, man mag es eigentlich kaum glauben, Schluss. Stahlzeit haben so ungefähr alle Rammstein-Hits abgearbeitet, wenigstens den Großteil der bekannten Special Effects präsentiert und mit einer über die gesamte Dauer überzeugenden und mitreißenden Performance wohl jeden der über 2000 Besucher zufrieden gestellt. Falls sich die Chance eröffnen sollte, sollte man Stahlzeit unter keinen Umständen verpassen. Immerhin bieten die Jungs für vergleichsweise kleines Geld eine Performance, die fast nur an der Größe der Halle vom Original zu unterscheiden ist.

Setlist:

Links 2-3-4
Wollt Ihr Das Bett In Flammen Sehen
Der Meister
Asche Zu Asche
Sehnsucht
Mein Herz Brennt
Morgenstern
Mutter
Heirate Mich
Spieluhr
Keine Lust
Benzin
Mein Teil
Wiener Blut
Sonne
Ich Tu Dir Weh
Ohne Dich
Stripped
Du Riechst So Gut
Waidmanns Heil
Feuer Frei
Du Hast
Pussy
----------------------
Bück Dich
Ich Will
Engel

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