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Spock's Beard, The Sixxis im Konzert (Bochum, September 2014)

Auch mit Ted Leonard live eine Macht

Ein würdiger Opener für die Bärte: The Sixxis

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Während eine vom Namen her viel größere Prog-Band wie Dream Theater inzwischen Eintrittspreise um die 50 Euro verlangt, müssen deren Landsleute Spock's Beard trotz auch schon elf Studioalben immer noch wesentlich kleinere Brötchen backen. Etwa 25 Euro kostet das Ticket, doch dafür bekommt der geneigte Anhänger progressiver Musik mindestens genauso tolle Songs von ebenso fantastischen Musikern geboten. Ganz im Ernst: Es ist nahezu ein Skandal, dass diese grandiose Combo immer noch vergleichsweise ein solches Nischendasein fristet. Gerade mit dem letzten Album bewiesen die Amerikaner, dass sie auch ein erneuter Sängerwechsel kein Stück verunsichert hat und sie im Gegenteil mit „Brief Nocturnes And Dreamless Sleep“ eines ihrer stärksten Alben der letzten Jahre ablieferten. Die Matrix in Bochum, wo heute das letzte Deutschlandkonzert der aktuellen Tour der Bärte stattfindet, ist – leider erwartungsgemäß – weit davon entfernt, ausverkauft zu sein, doch wer sich Progger nennt und nicht anwesend war, darf sich kräftig in den Allerwertesten beißen. Übrigens nicht nur, weil die Hauptband einen exzellenten Auftritt abliefert, auch die Vorgruppe soll hier gewürdigt werden.

The Sixxis

Zunächst dürfen nämlich noch die Jungs von The Sixxis ran, die sich rasch als passender Support für den Mainact entpuppen. Insgesamt sind sie deutlich härter und weniger proggy als Spock’s Beard unterwegs; dass sie technisch allerdings ähnlich stark beschlagen sind, zeigt sich bereits nach wenigen Minuten. Besonders voll ist es in der Röhre bislang noch nicht, aber der Fünfer kann sich von Song zu Song immer wohlwollenderer Reaktionen erfreuen. Einer ihrer größten Fans dürfte dabei der eigene Mischer sein, der hinter seinem Pult immer wieder die Powerfaust emporreckt, wenn er nicht gerade an den Knöpfchen drehen und die Regler schieben muss – ein amüsanter wie auch sympathischer Anblick.

Sympathisch ist auch die Gruppe selbst, der man die Spielfreude deutlich anmerkt; Sänger Vladdy bangt sich gut einen ab und zeigt sich stark bei Stimme, was ebenso für seine Mitstreiter gilt, da man nicht selten mit Harmoniegesängen arbeitet, für welche die beiden Gitarristen zuständig sind und die erfreulicherweise gut sitzen. Soundtechnisch knüppelt das Schlagzeug am Anfang leider alles noch ziemlich zu, doch der abfeiernde Kollege von der Technik hat diesen kleinen Schönheitsfehler zum Glück schnell im Griff. Es scheppert zwar auch danach noch ein wenig (woran auch die röhrenhaften Beschaffenheit des Raumes ihren Anteil hat), aber insgesamt geht das schon in Ordnung.

The Sixxis – wie man auf den Namen gekommen ist, wäre übrigens auch mal eine interessante Frage, zumal nur fünf Leute in der Band spielen – haben bislang eine selbstbetitelte EP sowie eine erst in diesem Jahr erschienene Full-Length namens „Hollow Shrine“ am Start, auf die der Frontmann natürlich auch aufmerksam macht. Hervorstechend im Songmaterial ist hierbei zweifellos das in der Mitte des Sets gezockte „Believe“, bei dem Bärte-Keyboarder Ryo Okumoto als Gast die Bühne betritt und selbstverständlich sofort vom Publikum euphorisch begrüßt wird. Seine spektakulären Orgel-, Klavier- und Synthieparts bringen in den ohnehin toll groovenden Song jede Menge zusätzliche Farbtupfer ein und spätestens jetzt ist das stetig wachsende Publikum voll dabei.

Der Jubel zwischen den Stücken wird von Mal zu Mal lauter und als man nach einer guten Dreiviertelstunde mit der letzten Nummer „Out Alive“ von der Bühne geht, sind sogar ein paar Zugabe-Rufe zu vernehmen – alles richtig gemacht also. Mit ihrem vielfältigen Songmaterial, dem handwerklichen Können und dem motivierten Auftreten wäre es wahrlich sehr verwunderlich, wenn man in Zukunft von diesen Jungs nicht noch so einiges hören würde.

Setlist:

Intro
Dreamers
Nowhere Close
Home Again
Believe (Alrighty Then)
Long Ago
Snake In The Grass
Opportune
Out Alive

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann