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Soulfly, Layment, Failed Perfection im Konzert (Bochum, August 2010)

Ein kurzweiliger Abend mit zwei hervorragenden Vorgruppen

Soulfly

Auch wenn sich bei Soulfly das Personalkarussel drehte und mit Bobby Burns der etatmäßige Bassist ausstieg, um sich vermehrt seinen eigenen Projekten widmen zu können, änderte sich nichts, aber auch kein bisschen an der Show. Neuaxtschwinger Johny Chow sprang für die Tour ein und besetzt den Platz vorerst solange, bis eine dauerhafte Lösung gefunden wird.

Die Zuschauerzahl spiegelte zwar nicht ganz den Stellenwert der Thrasher wieder, denn mit dem neuen Scheibchen „Omen“ konnten sie sogar bis auf Platz 13 der deutschen Charts vordringen – was immerhin bedeutet, dass sie somit das erfolgreichste Album veröffentlicht haben. Daher war es dann auch richtig erstaunlich, dass Soulfly bei ihrer Promotour lediglich auf drei Songs der aktuelle Scheibe zurückgriffen. Die Setlist könnte aber auch noch von einem Best Of-Programm von irgendeinem Festival übrig geblieben sein. „Schatt nix“ – wie man so im Ruhrpott spricht, denn die Fans gingen gleich vom ersten Takt voll mit, ein moshiger Circle Pit musste erst gar nicht von Max angesagt werden – dieser entwickelt sich von ganz allein.

Und genau dieser Pit musste auch konditionsstark sein, trotz saunaähnlichen Temperaturen, denn die Mucker dort oben auf der Bühne legten ebenfalls kaum eine Pause ein und ballerten ihr Liedgut eins nach dem anderen den Fans um die Ohren. Bei richtig ordentlichem Sound wummerten die Riffs mit einer Wucht, was die Magensäfte gleich zum Schäumen brachte. Live stehen sie ja eh auf fett tiefer gestimmte Gitarren und einem wuchtigen Bass, was natürlich zur Folge hatte, dass viele Feinheiten, gerade bei den Gitarrensoli, ihre Magie nicht wirklich entfalten konnten. Und wieder ein „Schatt nix“, denn mit reichlich Pommesgabeln, gelegentlichem Crowdsurfen oder auch mit urkehligen Schreilauten machten sich die Fans Luft und bemerkbar.

Zur Freude aller verleugnete der Sepultura-Mitgründer Max seine Vergangenheit nicht, und so brachten Soulfly insgesamt mit „Refuse/Resist“, „Roots Bloody Roots“ und dem schon uralten „Troops Of Doom“ drei Songs aus der Pre-Soulfly-Phase. Und wenn auch die Band sehr sparsam mit ihren Ansagen war – mehr als „make some fucking noise“ kam da selten – so sparten sie nicht mit Zitaten anderer Metal-Idole. „Porrada“ bekam gleich ein „Walk“-Anzug von Pantera, und auch am Schluss ließen ein paar Black Sabbath-Riffs Marke „Symptom Of The Universe“ aufhorchen.

Nachwuchsarbeit ganz anderer Art wurde ebenfalls auf der Bühne vollzogen, denn Zyon, Sohn von Max Cavalera, übernahm nicht zum ersten Mal die Trommelstöcke auch live, um für den richtigen Punch bei „Refuse/Resist“ zu sorgen. „Unleash“ sorgte für den fetzigen Schlusspunkt einer schweißtreibenden Show. Vielleicht auch deshalb, dass nur zögerlich die ersten Zugabenrufe die eingetretene Stille durchbrach. Nachdem aber dieser Brüllton zügig anschwoll, kam das Quartett für vier weitere Songs auf die Bühne.

Glücklich und zufrieden konnten danach alle nach Hause gehen, doch einige hatten sich so sehr verausgabt, dass sie kaum die Stufen der Matrix hochkamen. Ein kurzweiliger Abend  - mehr davon.

Setlist:

Intro Blood Fire War Hate
Prophecy
Back To The Primitive
Seek’n’Strike
I And I
Babylon
Kingdom
Refuse/Resist
Bloodbath & Beyond
LOTM
Porrada
Drumsolo
Troops Of Doom
Unleash
-------------------------------
Rise Of The Fallen
Roots Bloody Roots
Jumpdafuckup
Eye For An Eye

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