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Soulfly, Incite im Konzert (Hamburg, November 2010)

Bombenstimmung am Montagabend in Hamburg
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Draußen ist es schon seit dem späten Nachmittag kalt und dunkel, der Winter ist also schon längst in der Hansestadt angekommen. Dennoch hat sich eine beachtliche Zahl dunkler Gestalten vor und in der Markthalle versammelt, trotz der nicht wirklich feierfreudigen Umstände eines Montagabends. Allerdings ist der Grund für das zahlreiche Erscheinen ein mehr als guter: Die Südamerikaner von Soulfly haben sich samt Frontmann und lebender Legende Max Cavalera aus dem fernen Brasilien ins kalte, winterliche Europa begeben, um ihr neuestes Machwerk „Omen“ tatkräftig zu unterstützen. Mit ihm Gepäck waren unter anderem die Jungs von Incite, die ihrerseits aus dem U.S.-amerikanischem Phoenix in Arizona ihren Weg nach Deutschland gefunden haben und dabei ihr Debüt „The Slaughter“ auch auf unserem Kontinent unter die Leute bringen wollen.

Incite

 

Besagte Amerikaner machen dann natürlich auch den Anfang an diesem Abend und legen von einem kurzem Düster-Intro auch gleich los. Die Neo-Thrasher bieten der noch nicht ganz vor der Bühne versammelten Menge eine amtliche Ladung harten Thrash, der wohl vor allem aufgrund der leichten Artverwandschaft mit dem Headliner für kollektives Kopfnicken sorgt. Besonders warm werden die bisher Versammelten dann aber auch nicht und die Circle-Pit-Aufrufe des Sängers bleiben ungehört, jedoch handelt es sich hierbei wohl um das obligatorische Los aller unbekannten Vorbands, wobei sich Incite auch nicht wirklich musikalisch hervortaten. Auf diesen eher durchschnittlichen Vorgeschmack folgt dann erstmal eine etwas lang geratene Pause samt Soundcheck, doch die Fans sind geduldig und nach einigen angestimmten Soulfly-Chören gehen in der Halle auch schon die Lichter aus und nur noch die in Tarnoptik geschmückte Bühne wird grün erleuchtet.

 

Setlist:

1. The Slaughter
2. Nothing To Fear
3. Down And Out
4. Tyrannies End
5. Fast Fuckin
6. Absence
7. Rage
8. End Result
9. Divided We Fail
10. Die
11. Army Of Darkness

 

Soulfly

Was hier zunächst schon nach Krieg aussieht, wird dann auch spätestens beim explosivem Start „Blood Fire War Hate“ der Band um Max Cavalera auch wirklich zum Kriegsschauplatz. Die Menge brodelt, im Pit wird gemosht und es wird gerockt, als gäbe es keinen Morgen. Die versammelten Zuschauer zeichnen sich besonders durch Textsicherheit in allen Songs und eigenständigem Faust- und Hörnerschmeißen aus. Dirigiert wird die Menge von einem etwas pummeligem Metalgott in Form von Max Calavera, der die Gitarre oft nur als Accessoire nutzt und voll und ganz in seiner Rolle als Frontmann aufgeht. Die Stimme, die dabei seine Lungen verlässt und aus den Boxen dröhnt, ist immer noch mindestens so mitreißend wie vor zehn oder auch zwanzig Jahren. Der Sound der Anlage ist dabei hervorragend und perfekt abgemischt, ohne dabei zu laut zu sein. Die Show an sich ist mit Höhepunkten nur so gespickt und die Band versteht es, ohne viel Drumherum dem Publikum vor den Latz zu knallen, was es hören will.

Neben absoluten Hammern aus der Soulfly-Diskographie wie etwa „Frontlines“, „Babylon“ oder „Seek'N'Strike“ lassen auch Zitate anderer Bands, vor allem von Max' früherer Band Sepultura, die Herzen der Anhänger höher schlagen. Besonders „Refuse/Resist“ und „Troops Of Doom“, aber auch das von Pantera geborgte „Walk“, sowie vom Meister inszenierte „Olé Olé“-Chöre werden lauthals mitgegrölt. Für Abwechslung sorgt dann ein brasilianisches Trommel-Interlude, bei dem alle Bandmitglieder ihre eigenen Trommeln rocken und ein bisschen südamerikanisches Flair in die Halle zaubern. Als nun auch der vom neuen Album „Omen“ stammende Song „Rise Of The Fallen“ abgefeiert wird wie ein Klassiker, zieht sich Max noch einmal kurz zurück, um dann, nachdem der Schlagzeuger herausgefunden hat, welche Seite der Halle denn lauter schreien kann, in der Zugabe mit dem weiteren Sepultura-Klassiker „Roots, Bloody Roots“ und dem Finale „Eye For An Eye“ das Letzte aus der begeisterten Schar Metalheads zu holen. Zum Abschied wird nochmal „Children Of The Grave“ von Black Sabbath angerifft und dann sind die Fans für den heutigen Abend auch entlassen.

 

Viel muss man zu Soulfly nicht mehr sagen, außer, dass sie es immer noch drauf haben, bei jeder Show 200% zu geben und dass der berechtigte Kult um Max Cavalera den Stoff für Legenden liefert. Jeder der die Chance hat, sollte sich auch diese Tour des Quartetts aus Brasilien unbedingt antun.

 

Setlist:

1. Blood Fire War Hate
2. Prophecy
3. Back To The Primitive
4. Seek'N'Strike
5. Babylon
6. Kingdom
7. Refuse/Resist
8. Bloodbath And Beyond
9. L.O.T.M./Walk
10. Porrada
11. Bumba
12. Troops Of Doom
13. Frontlines
14. Carved Inside
15. Arise/Dead Embryonic Cells
16. Rise Of The Fallen
17. Roots Bloody Roots
18. Jumpdafuckup/Eye For An Eye/Children Of The Grave

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