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Siena Root, Wucan im Konzert (Dresden, März 2015)

Ein fantastischer Trip durch die Zeit

Wucan bieten einen starken Auftakt

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Im Jahre 2013 gab es bei The-Pit.de unter dem Motto „Superlative und Absurditäten“ eine Folge, die sich ausschließlich dem Thema Musikerbärte verschrieb. Diese könnte man gern um die Band erweitern, die heute im Dresdner Beatpol aufspielt. Siena Root sind mit ihrem aktuellen Album „Pioneers“ auf Tour und bringen gleich fünf extravagante Bärte auf die Bühne. Das sie auch noch wirken, als wären sie den Sechzigern entsprungen und eine dementsprechende Musik zelebrieren, lässt auf einen außergewöhnlichen Abend hoffen. Dazu eingefunden haben sich einige Neugierige und einige, die sehr genau wissen, was sie in den kommenden Stunden erwartet. So steht hier der Punk neben dem Blueser und ein kleines Mädchen zeigt den älteren Herren, wie gut sie schon tanzen kann.

Wucan

Bevor aber die bärtigen Herren die Bühne betreten, ist es für eine junge Dresdner Band an der Reihe, von ihrem Können zu überzeugen. Und auch wenn am internationalen Frauentag keine Frauentagsfeier anberaumt wurde, steht bei dem Support eindeutig eine Frau im Mittelpunkt des Geschehens. Dies sei in keiner Weise eine Herabstufung der Bandmitglieder, denn die liefern eine verdammt gute Arbeit, aber schon allein optisch dürfte Frontfrau Francis bei den Herren ordentlich punkten. Die restlichen Anwesenden werden aber ebenfalls innerhalb von Sekunden überzeugt, denn was da aus dieser zierlichen Person herausströmt, ist wirklich überragend. Mal kraftvoll röhrend und dann wieder zart den Titeln Seele einhauchend, kann Francis auch allein durch ihre außergewöhnliche Stimme in den Bann ziehen.

Mit „Franis Vikarma“ von der aktuellen Vinyl-Maxi „Vikarma“ geht es stimmungsvoll weiter. Unterstützt von einem kräftigen Schlagzeug gibt es jetzt nicht nur die Stimme von Francis zu hören, sondern sie ist auch an der Querflöte zu erleben. Auch wenn die Zuschauer noch einen gewissen Sicherheitsabstand zur Bühne halten, sieht man doch die ersten, die sich nun von der Musik treiben lassen. So ungefähr werden sich sicher viele die Hippie-Zeit vorstellen oder manch einer sie sogar noch erlebt haben. Aber auch ohne Blumen im Haar entwickelt sich der Abend  grandios weiter. Zu „Wizard Of Concrete Jungle“ kommt die Akustikgitarre zum Einsatz und dieser Song beweist sich als besonders intensiver Moment im Konzert der Dresdner. Das nachfolgende „Dopetrotter“ besticht durch sein dichtes Klangbild und einen exzellenten Instrumentalteil im Mittelstück.

Damit ist es aber schon an der Zeit für den letzten Titel. Die Ankündigung des baldigen Endes wird spontan mit einem „Nein“ aus dem Saal quittiert, hilft aber trotzdem nicht. Nun bleibt nur die Hoffnung, dass das letzte Stück tatsächlich die angekündigten fünfzehn Minuten beansprucht. „Wandersmann“ unterscheidet sich stark von seinen Vorgängern. Nicht nur, dass es der erste deutschsprachige Titel ist, auch musikalisch entfernt man sich von dem zuvor gehörten und wird etwas experimenteller. Wucan scheinen durch die Zeit und durch verschiedene Stile zu schweifen, um alles doch so treffend zu vereinen. Zwar erfüllt man nicht ganz die Viertelstunde, aber dennoch kann man den neuen Song nur als gelungenen Abschluss bezeichnen.

Wucan liefern einen phänomenalen Auftakt für den Abend und überzeugen, trotz ihres noch kurzen Bestehens mit einer unglaublichen Sicherheit. Hier mag man tatsächlich meinen, dass die Band  irgendwo zwischen Psychedelic, Stoner- Rock und Folk schon ihren ganz eigenen Stil gefunden hat. Auf jeden Fall ist dies ein Name, den man sich ganz dick notieren sollte.

Setlist: 

King Korea
Franis Vikarma
Wizard Of Concrete Jungle
Dopetrotter
Wandersmann

 

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