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Sick Of It All, AYS im Konzert (Juni 2010)

Die Legenden sind immer noch lebendig

Die Helden des Hardcore Punk zeigten sich in bester Spiellaune

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Bereits vor dem Beginn des Konzerts erreicht uns die Nachricht, dass die geplante Vorband Second Aid nicht aufspielen wird – ein grober Fehler, wie sich später herausstellen sollte, und außerdem äußerst enttäuschend für die Menschen, die sich auf die Jungs gefreut hatten. Dass die Stimmung nun erstmal nicht allzu euphorisch ausfällt, ist klar, die lange Warterei macht es dem Publikum nicht leichter, das sich Musikgeschmack-mäßig bunt gemischt präsentiert: Man erspäht einige Bury Your Dead-Shirts, auch Anthrax und The Ramones sind vertreten, aber natürlich zeigen Dutzende Sick Of It All-Hemdchen, wer heute Abend die Hosen anhat. Falls „Dutzende“ euch etwas dürftig erscheint, liegt das nicht daran, dass die Anwesenden keine echten Fans sind – Grund für die doch eher spärliche T-Shirt-Armada ist die einfache Tatsache, dass recht wenige Leute den Raum füllen; oder eher nicht füllen. War bei Subway To Sally vor drei Jahren noch Gruppenkuscheln mit den Nachbarn angesagt, hat man hier genügend Platz, um Arme, Beine und zu gegebener Stunde auch das Haarteil ordentlich zu schütteln, die Halle wurde gar mit einem Vorhang mehr oder weniger halbiert, so dass sich bei Sick Of It All schließlich höchstens 400 Nasen vor der Bühne tummeln.

AYS

Einen Ersatz für Second Aid scheinen die Organisatoren spontan gefunden zu haben, ob die recht unbekannten – obwohl schon mit ihrer zweiten LP „The Path Of Ages“ vertretenen - Ays aus Wegberg/Düsseldorf der passende Lückenfüller im Line-Up sind, ist schon bei den ersten, übrigens vierzig Minuten zu spät ertönenden Takten hörbar zu bezweifeln – ratlose Mienen bei den Zuschauern zeigen deutlich, dass ein Großteil der Anwesenden mit der etwas kruden Mischung aus Hardcore, Punk und melodiösen Zwischenpassagen nichts anfangen kann. Zusätzlich irritierend wirkt Sänger Schomma, der wie ein verdrogter Derwisch über die Bühne rast und das Mikro umklammert hält, als hinge sein Leben davon ab. Stücke wie „The Path Of Ages“ knallen ordentlich, zünden beim Publikum aber irgendwie kein bisschen. Ich persönlich finde die Mischung des Quintetts durchaus interessant, schon der Gesichtsausdruck meiner Nebenmänner sagt mir jedoch, dass ich damit scheinbar ziemlich alleine auf weiter Flur stehe. Auch nach dem fünften Song haben die SOIA-Fans nicht viel mehr als ein müdes Zucken für die Band auf der Bühne übrig, obwohl vor allem der Drumsound absolut genial klingt. Die Leute verlassen reihenweise den Saal, um draußen die längst fällige letzte Kippe zu rauchen oder sich AYS mit Alkohol schönzutrinken. Schade für die Jungs, erstrecht als Schomme aus der ersten Reihe die gestreckten Mittelfinger eines jungen Mannes entgegenschauen – manches Publikum ist dem, was es geboten bekommt, einfach nicht gewachsen. Nach 25 Minuten wird die ungeduldige Meute in die Umbaupause entlassen, die sich erwartungsgemäß hinzieht, bevor um halb elf endlich die Helden des Abends die Bretter stürmen dürfen.

Setlist:

Sister Of The Abyss

The Path Of Ages

Eroded By The Breeze

Curbstone Tales

Eternal Sleep

Landmarks

Nemesis

Different Lives

Pounding Channels

Wreck My Soul

Snowblind

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