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Shoshin im Konzert (Dresden, November 2018)

Schritt für Schritt zu einem erfolgreichen Abend

Shoshin begeistern mit ihrer Mischung aus Punk und Rap

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Mit Shoshin meldet sich eine Band in der Dresdner Groovestation an, welche eine recht extravagante Biografie vorzuweisen hat. Der Dreier stammt ursprünglich aus Manchester und machte sich gen Berlin auf den Weg, um dort mit Hilfe von Moses Schneider seine neue Scheibe zu produzieren. Die finanzielle Grundlage für ihr Unterfangen machte die Band in alter Punk-Manier selbst klar: Die selbstbenannten „Brefugees“ spielten sich 2016/17 einmal quer durch Deutschland, um mit ihren Guerilla-Shows Geld einzusammeln. „A Billion Happy Endings“ ist das Ergebnis ihres Einsatzes, welches im Juli dieses Jahres erschien und eine extrovertierte, kraftvolle Mischung aus Rap, Punk und Rock zu bieten hat.

Statt auf der Straße wird hier nun im Klub gespielt, was aufgrund der Temperaturen schon mal eine recht angenehme Entscheidung ist. Einen Support gibt es nicht und auch der Support der Dresdner hält sich arg in Grenzen, vielleicht wartet man auf beides noch, auf jeden Fall startet das Konzert mit einer deutlichen Verspätung. Mehr Zuschauer werden es zwar letztlich auch nicht und die halten natürlich noch einen gewissen Sicherheitsabstand, was sicher nicht gerade ein belebender Anblick für die Band darstellt. Shoshin nehmen es allerdings mit Humor, Gitarrist und Sänger Pete spricht gleich noch ein Bar- und Toilettenverbot für die kommenden Minuten aus, immerhin will man ja wenigstens noch ein paar Gesichter vor der Bühne sehen. Dafür erntet er ein erstes Schmunzeln, der gewünschte Schritt gen Bühne bleibt allerdings noch versagt.

Dafür geht es mit „Same To Me“ richtig fett los, hier zeigen die Briten schon mal bestens an, dass sie ihre eigene Messlatte recht hochgeschraubt haben. Von Rap, noisigen Ausbrüchen, die wieder in melodische Gefilde übergeleitet werden, bis hin zu eingebauten Breaks und Klargesang stellt der Titel schon alles vor, womit der Dreier auftrumpfen kann. Pete nutzt zugleich noch den Instrumentalteil, um den freien Platz vor der Bühne etwas zu füllen, was zumindest so gut ankommt, dass man nun wenigstens einen halben Schritt nach vorn geht. Überhaupt wird dieser erbetene Schritt nun quasi zum Running-Gag, faktisch nach jedem Song gibt es diese kleine Aufforderung und damit rückt das Publikum Zentimeter für Zentimeter nach vorn.

Auch stimmungstechnisch kann man nun im Minutentakt eine Verbesserung feststellen, beim angebotenen Material ist dies sicher nicht wirklich verwunderlich, alle Stücke lassen ausreichend Melodik aufblitzen, außerdem beeindruckt Pete immer wieder mit seinen Rap-Einlagen oder seiner stimmlichen Variabilität. Und wenn die Laune nun schon so gestiegen ist, kann man getrost mal Shoshin-Rufe testen, was allerdings nicht so wirklich funktioniert und damit heißt es erstmal zwei Strafschritte zurück. Das folgende „Stress Me Out“ wirkt zwar gegenüber den anderen Songs eher zurückgenommen, kann aber trotzdem mit seinem lässigen Groove überzeugen und außerdem klappt es nun gar mit den Anfeuerungsrufen der Zuschauer. Dass es nun wieder einen Schritt nach vorne gehen darf, braucht man sicher langsam nicht mehr erwähnen.

Mit „Jagged Manners“ steht zudem der nächste Titel vom aktuellen Album bereit, welches insgesamt deutlich mehr beleuchtet wird als die Vorgängerscheibe. Hier kann noch Bassist Chris gegrüßt werden, der zwar unauffällig in der dunkelsten Ecke steht, sich dafür mit markanten Basslinien stetig in den Vordergrund schiebt. Dies allerdings auch nicht mehr allzu lange, nach dem NOFX-Cover „Linoleum“ ist nach nicht mal einer Stunde Schluss. Eindeutig zu wenig wie man meinen mag, die Besucher sehen es ähnlich und man ist nun überrascht, welchen Lärm die paar Hanseln machen können.

Erfreulicherweise zahlt sich dies auch aus und Shoshin betreten nochmals die Bühne. Diesmal allerdings nicht allein, es geht für die Zuschauer nicht nur einen Schritt nach vorn, nun gibt es gar eine Einladung auf die Stage. Die wird fast durchgehend angenommen und so feiert man gemeinsam hin zum Ende des Abends, selbst wenn beim abschließenden „Big Bang“ alle wieder die Bühne verlassen müssen. Bleibt nur zu hoffen, dass zukünftig ein paar mehr Leute die gebotene Leistung würdigen werden.

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