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Serum 114, Verfolgungswahn im Konzert (Dresden, Dezember 2011)

114 Prozent Punk-Rock mit einem Schuss Wodka

Verfolgungswahn können mit Zweistimmigkeit punkten

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Der Dezember startet nicht nur mit recht warmen Temperaturen, sondern wird auch konzerttechnisch recht heiß. Wie im Weihnachtsmonat üblich, ziehen wieder Trosse von LKWs und Bussen quer durchs Land, welche nur ein Ziel verfolgen: die Jingle Bells der Kaufhäuser ordentlich aus den Gehörgängen zu prügeln. So fällt die Entscheidung, zu welcher Band man sein Weihnachtsgeld trägt, in diesen Tagen besonders schwer.

Am heutigen Abend spielen in Dresden 100 Meter Luftlinie voneinander entfernt gleich zwei Bands, die es verdient hätten, gehört zu werden. Während sich schon frühzeitig eine große Meute schwarzer, mittelalterlich gewandeter Menschen auf den Weg zu Saltatio Mortis macht, ist die Anzahl der Zuschauer im Club Puschkin durchaus überschaubar. Schwarz gekleidet sind die Meisten zwar auch, aber die Aufschrift auf dem T-Shirt verkündet ein Elixier, was die Punk-Rock-Fans der Stadt glücklich machen soll: Serum 114.

Verfolgungswahn

Einheizer des Abends ist Verfolgungswahn, die kurzfristig als Support eingesprungen sind. Die Band aus dem thüringischen Pößneck startet auch gleich passend mit ihrem  „Verfolgersong“ und bietet einen knackigen Oi!/ Punk, der mit ein paar Hardcoreeinflüssen erweitert wird. Besonders positiv fällt immer wieder der zweistimmige Gesang auf. Sänger Kalle, der erst kürzlich in die Band eingestiegen ist, macht zwar anfangs noch einen recht nervösen Eindruck, kann dies aber recht zügig ablegen. Den zweiten Gesangspart übernimmt Fritten am Bass und es bleibt festzustellen, dass sich die beiden Stimmen sehr gut ergänzen. Leider versteht man sie zu großen Teilen recht schlecht, was beim enthusiastisch angekündigten Song „Mütze, Glatze“, allerdings eher als Vorteil anzusehen ist.

Verfolgungswahn bewegen sich zwischen Party-und sozialkritischen Titeln und können mit  „Lebe deine Träume“ und „Do It Yourself“ durchaus recht anständige Lieder unter das Publikum bringen. Allerdings bleibt auch ihnen nicht das Schicksal vieler Vorbands erspart und im Saal macht sich zu großen Teilen ein gewisses Desinteresse breit, was ironisch mit den Worten „die heben sich für später auf“ kommentiert wird.

Höhepunkt des Ganzen ist das Werfen einer Pfandmarke, als der Hinweis auf ihre zu erwerbende CD kommt. Auf die Nachfrage, was man damit soll, gibt es die lakonische Antwort „ich kann ja auch mit der Flasche werfen“. Auch wenn man im für gute Qualität stehenden Club Puschkin durchaus schon bessere Bands gehört hat, haben sich dies die Thüringer doch nicht verdient. So steht man zwar auf der schlecht ausgeleuchteten Bühne größtenteils im finstern, aber die gebotene Leistung lässt doch Potential erkennen. Mit „Filmriss“ beenden sie schließlich ihren Auftritt und zur Befriedigung gibt es sogar vereinzelte Zugabe-Rufe.

Setlist:

Verfolgersong
Es interessiert mich nicht
Hirschblut
Wir wollen was verändern
Jedes Mal
Netto-Song
Chaostage
Lebe deine Träume
Do-it-yourself
Mütze Glatze
Lass uns trinken
Filmriss

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