Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Serum 114, The New Roses im Konzert (Leipzig, Oktober 2016)

Das beste Elixier für einen schweißtreibenden Abend

Serum 114

Warnleuchten blinken, das Licht entflammt grell gen Zuschauer und damit laufen Serum 114 nicht nur ein, sondern auch gleich zur Höchstleistung auf. Hinter der Absperrung tut man es ihnen gleich, sofort wird zum gleich betitelten Song abgefeiert und eigentlich ist hier schon klar, dass der Rest des Konzerts wohl zum absoluten Selbstläufer wird.

Darauf verlassen wollen sich die Frankfurter allerdings nicht, sondern preschen die ganze Zeit weiter voran, ob Frontmann Esche oder der scheinbar nimmermüde Bassist Markus, der immer wieder die Zuschauer anpeitscht, es scheint, als will der Vierer heute die Hütte brennen sehen. Zu „Kopfüber ins Nichts“ gibt es eine ausgiebige Sprungeinlage, der man im Club nur mit bester Kondition folgen kann. Da scheint „Brüllen, Zertrümmern und weg“ - im Original von Slime - regelrecht als Programm zu dienen und wird von allen, die nun noch genug Luft haben, textsicher mitgegrölt.

„Die Nacht mein Freund“ vom gleichnamigen neuen Album wird zur absolut schweißtreibenden Angelegenheit und kommt hier auch um einiges druckvoller um die Ecke als von der Dose. Unterstützt wird dies von einigen Frauenschreien, die Esche nicht unbemerkt bleiben und für alle weiblichen Wesen im Hellraiser gibt es nun „Ich bin zurück“. Die Männer müssen sich deshalb allerdings nicht verabschieden, werden sie doch immerhin gleich wieder beim Chor gefordert. Diesmal ist es ein Geburtstagsständchen, welches etwas süffisant mit den Worten „in Berlin hat man gestern für uns Happy Birthday gesungen“ nahegelegt wird. Klar nimmt man diese Provokation nur zu gerne an und gratuliert nun seinerseits mit einem lauthalsen Chor. Und wenn man gerade so schön beim Singen ist, eignet sich das Deichkind-Cover „Illegale Fans“ doch bestens zum Weitermachen.

Markus macht sich schließlich zum Mikro auf und es passiert, was laut seinen Angaben seit zehn Jahren in diesem Moment immer passiert: Esche begibt sich ins Publikum. Und selbst wenn die Reihen nicht komplett gefüllt sind, kann der Frontmann zu „Weil ich kann“ bestens auf den Händen der Zuschauer segeln. Zurück auf der Bühne kommt direkt die nächste Ansage und es wird mit dem Hinweis, dass ganz egal, wie schwierig eine Situation ist, Rechtsradikalismus keine Alternative ist, „Ich sehe Rot“ angekündigt.  Mit „Verlieren heißt“ und „Las Vegas“ werden noch zwei weitere Knaller nachgelegt, die das Stimmungsbarometer fast sprengen lassen, bevor man mit der Anmerkung, dass nun das letzte Lied folgt, der Laune der Fans einen kleinen Dämpfer verpasst. Mit „Stadt die wir lieben“ kommt das ultimative Liebeslied an die Heimatstadt von Serum 114 zu Gehör und damit wird sich vorerst verabschiedet.

Klar das aber hier noch nicht das Ende gekommen ist, die Dreingabe gibt es allerdings mitten aus dem Saal. Von dort aus geht es in einen Akustik-Block, der mit „Glauben verloren“ bestens gestartet wird. Selbst wenn ab der der dritten Reihe nun wohl keiner mehr die Musiker sieht, so viel Publikumsnähe kommt an und die nachfolgenden Titel werden selbst in ihrer gemäßigten Form gut abgefeiert. Mit „Hängt sie höher“ geht es wieder hinauf auf die Bühne und voller Energie weiter. „Abschied nehmen“ lässt allerdings den Ausblick auf den baldigen Abschluss aufkommen und der folgt prompt mit „Gute Nacht Freunde“. Während die Fans nochmals richtig Gas geben, gleitet Markus per Stagediving über sie hinweg und kehrt eigentlich nur noch zum Händeschütteln wieder zurück. Damit ist ein unglaublich dynamisches Konzert beendet, bei dem wohl einige ein paar Liter an Wasser verloren haben dürften.

Setlist:

Serum 114
Gegen den Wind
Mein Leben meine Wahl
Kopfüber ins Nichts
Antiheld
Brüllen, Zertrümmern und weg (Slime-Cover)
Die Nacht mein Freund
Ich bin zurück
Was könnte aus mir werden
Wilde Zeit
Illegale Fans (Deichkind-Cover)
Schlaflos
Weil ich kann
Ich sehe rot
Junge, dein Leben
Alles wird gut
Verlieren heißt
Las Vegas
Stadt die wir lieben

Glauben verloren
Immer weiter gehen
Durch diese Augen
Ich bin so
Hängt sie höher
Sorgenkind
Abschied nehmen
Gute Nacht Freunde

Seite
  • 1
  • 2
comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna