Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Scornage, Chainsaw, Insane im Konzert (Aachen 2006)

Zum Thema

Wir schreiben das Jahr 2006. Eines der Höhepunkte des Jahres, was CD-Veröffentlichungen angeht, fand am 27.10. diesen Jahres statt. An diesem Tag kam nämlich das neue Scornage-Album „Pure Motorized Instinct“ über ihr neues Label Remedy Records heraus (Review gibt es natürlich in unserer Reviews-Section zu lesen).

Und anlässlich der Veröffentlichung luden dann die Herren von Scornage auch zur CD-Release-Party in den Aachener Musikbunker. Keine Frage für uns, dass wir diesen Termin unbedingt wahrnehmen wollten.

 

Am Hintereingang angekommen, trafen wir dort auch schon Scornage´s Tieftöner, Markus Breuer, der uns dann in den Musikbunker begleitete.

Nach ein wenig Smalltalk wussten wir dann zum einen, dass nach der Show von Scornage noch ein very Special Guest auftreten sollte. Spannung lag also in der Luft … wir erfuhren dann auch, dass es noch ein wenig dauern sollte, bis die erste Band des Abends, Insane aus Frankreich, die Bühne betreten sollten.

 

Und dann legten die Franzosen mit ihrem Set los. Für diejenigen unter Euch, die bislang nur die Wipperfürther Band Insane kennen, sei erklärt, dass die französischen Insane keine Kopie der Wipperfürther Insane sind (geschweige denn andersherum), sondern diese 6 Jungs haben sich Power Thrash mit Death Metal-Einsprengseln auf ihre Fahnen geschrieben.

Sogleich fanden sich auch schon ein paar wenige Fans vor der Bühne ein, um ihre Rüben zu schütteln, doch im Allgemeinen hielten sich die Reaktionen des Publikums im Bereich des Vorglühens.

 

An dieser Stelle muss ich ein Wörtchen zu dem Sound im Musikbunker loswerden: meine Ohren sind ja durchaus Lautstärke gewohnt und bekommen auch ziemlich gehörige Dosen dieser Art von Beschallung, aber die Lautstärke im Musikbunker erschien mir zu Beginn des Abends nahezu mörderisch.

Also, während des Sets zeigte sich beispielweise die Spielfreude ihres Bassisten Vincent Winter und des Gitarristen Gilles Mathieu, indem sie immer wieder nebeneinander zockten. Die Leistung des Drummers Stéphane Quercia möchte ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, denn er hat an diesem Abend einen sehr guten Job abgeliefert.

 

Allerdings schien der Funke weder auf das Publikum noch auf mich so ganz überzuschlagen. Die Anwesenden zollten zwar jeden der Songs mit Applaus, aber es war wohl klar, auf wen die Anwesenden an diesem Abend warteten.

Und so ging der Auftritt von Insane ohne Zugabe zuende.

 

Setlist Insane:

 

1. Scarves Of War

2. Born From Remains

3. Pantera Medley

4. 19 (urpèges)

5. Only Angry (vide)

6. Down In My Hand (speed)

7. All Or Nothing

8. 20 (0-1-2-3)

9. 21

 

Als nächstes wurde es „theatralisch“, denn die niederländischen Chainsaw bereiteten die Bühne für ihren Auftritt vor: Die Monitore am vorderen Bühnenrand wurden abgeklebt, allerlei Gerätschaften wurden hinter die Bühne gebracht, eine Skulptur in Form einer Lady mit Kettensäge in der einen und Gong in der anderen Hand und nicht zuletzt dieser ehemals wohl beige-farben gewesene Teppich, der nun grosszügig rot-fleckig ist, wurde vor dem Schlagzeug ausgelegt. All diese Dinge liessen einige Schweinereien erwarten.

 

Und dann ging Chainsaw´s Show auch schon los: Sänger Aike stürmte beispielsweise mit einer hübschen Leatherface-Maske auf die Bühne, während der Bassist Jaap während des gesamten Sets auf der linken Bühnenseite dastand in seinen langem Ledermantel und mit der Sonnenbrille heftigst cool aussah. So zupfte er seine Saiten, während er dabei keine Miene verzog. Chainsaw zelebrierten ihren Thrash and Roll, egal, ob Aike im Priester-Dress an einer Kanzel stand und von dort seine Botschaften ins Publikum losliess, ob er mal eben mit Drummer Don das Mikro gegen die Drumsticks austauschte usw. usw… Das Highlight kam aber dann bei dem Song „The Butcher Of Bagdad“: da schlachtete Aike mit seinem Hackbeil ein Latex-Schweinchen und labte sich zuerst an den Innereien und kippte dann das ausblutende Schweinchen über sich aus … Mann, war das ´ne Ferkelei …

Lustig war der Gig der Niederländer auf jeden Fall, auch wenn sie musikalisch gesehen nicht erstklassig waren.

Jedenfalls fand der Spassfaktor auch im Publikum schon etwas mehr Anklang.

 

Setlist Chainsaw:

 

1. The Blood Of Civilization

2. Route 666

3. The Missionary

4. She Just Wants

5. The Meatfactory

6. The Butcher Of Bagdad

7. Lay Down

8. Hand Of God

9. Tonight

 

 

Nun war die Zeit gekommen für den Auftritt der Lokalmatadoren Scornage …

Man könnte auch sagen, dass es höchste Zeit war, ihr neues Material in voller Pracht und nahezu vollem Umfang ihren Fans live vorzustellen.

 

Schon als ich zuvor ihr neues Album „Pure Motorized Instinct“ in meinem Player rauf und runter spielen liess, hoffte ich darauf, dass die Jungs meinen absoluten Lieblingssong „When There Is No More Room In Hell“ auch live spielen würden … und so kam es dann auch … mit DEM Intro ist dieser Song aber auch geradezu prädestiniert dazu, als Opener live gespielt zu werden. Ein würdiger Gig-Opener, der sofort Hunger auf viel mehr machte …

 

Natürlich lag das Hauptaugenmerk der performten Songs auf Scornage´s neuem Album, doch auch ein paar Songs vom Vorgängeralbum „Sick Of Being Human“ durften nicht fehlen.

Die Stimmung unter den Anwesenden im Musikbunker und offensichtlicherweise auch bei den Scornies war hervorragend. Da machte es dann auch nichts aus, als Drummer Tom mal kurz austreten musste … sprich: er musste mal dringend pinkeln …

egal, Zeit, auf der Bühne Witze zum Besten zu geben … irgendwie kam dann die Sprache auf Guidos Haare in Form von Sprechchören „Du hast die Haare schön...“

 

Die gute Stimmung, die man den Fünf auf der Bühne ansehen konnte, übertrug sich dann auch flugs auf die Zuschauer, deren Zahl wir so überschlagenderweise leider nur auf ca. 50-60 Köpfe festmachen konnten. Zwar war diese Zuschaueranzahl nicht die Welt … ich hätte mir für Scornage gewünscht, dass viel mehr Leute erschienen wären, aber trotzdem war die Stimmung – wie schon erwähnt – sowohl auf als auch vor der Bühne sehr gut.

 

Die Jungs untermauerten mit ihrer Performance ihren routinierten und professionellen Eindruck und so ballerten sie den Anwesenden einem um den anderen Song um die Lauscher.

Es hat mich wirklich sehr erfreut, zu sehen und auch zu hören, dass die Jungs es geschafft haben, ihre neuen Songs live auch mit genau derselben Härte auf die Hörerschaft loszulassen wie sie das schon auf „Pure Motorized Instinct“ bestens hinbekommen haben.

Selbst der massive Stromausfall, der Europa an diesem Abend zu schaffen machte, konnte Scornage in Aachen nicht stoppen.

Ich sehe einen ganz klar definierten Weg für Scornage, und zwar keinen anderen als den nach oben

 

Setlist Scornage:

 

1. When There Is No More Room In Hell

2. The Ancient One

3. PMI

4. Ship Of Fools

5. Society Kills

6. Blood Splatterd Banner

7. Keep It To Yourself

8. Higher

9. Abgrund

10. Devil`s Offer

11. Scared To Be

12. Age Of Scorn

13. End Of The Foodchain

14. I Am Your Fear

 

Und nachdem der letzte Ton von Scornage´s letztem Song verklungen war, mussten die 5 Scornies schnell die Bühne räumen für den schon zuvor angekündigten very Special Guest. Diese Band habe es nicht gern, wenn sie warten müssten, sagte man uns im Vorfeld…

Und dann war es soweit: Die very special Guests betraten die Bühne. Und bei dieser Band handelt es sich um niemand Geringeren als die Band Nonne Katie aus Georgien.

Wie…Ihr kennt Nonne Katie nicht?

 

Mann, dann habt Ihr aber echt was verpasst … Nonne Katie sind DIE Meister des echten Heavy Metal, die muss man doch kennen;-). Los ging der schweißtreibende Gig mit „Breaking The Law“, welcher 1980 von Judas Priest gecovert wurde und somit der westlichen Welt zugängig gemacht wurde. Ein Hammersong, der seine Wirkung nicht verfehlte, wenngleich mir die hohen Schreie von Rob Halford doch irgendwie fehlten. Die Herren in Ihren Metalkutten verstehen es wirklich, ihre alten Hits ins Publikum zu feuern, so folgte einer der ultimativen Partysongs, der im Jahre 1987 schamlos von den Beastie Boys geklaut wurde: „You Gotta Fight For Your Right To Party“.

Soweit mir bekannt ist, trat die Band vor ca. 3 Jahren zum letzten Mal in Deutschland auf. Aber sie haben es nicht verlernt, das Haus zu rocken.

 

Weiter ging es mit einer richtigen Hymne: „In Union We Stand“! Fast alle Anwesenden stimmten in den Chor ein. 1987 versuchten Overkill unter anderem mit diesem Song von Ihrem zweiten Album „Taking Over“ aus dem Schatten von Metallica zu treten. Auch wenn dies unverständlicherweise nicht funktioniert hat, gehört „In Union We Stand“ eigentlich zu jedem Gig der New Yorker Thrash Metal Band.

 

Als dann die Musiker das Publikum aufforderten, mit auf die Bühne zu kommen, aber der Sänger seinen Ruf als Miesmuschel alle Ehre machte und dies doch ausdrücklich verbot, war es eh schon zu spät. Zusammen mit dem Publikum auf der Bühne wurde die Urversion von Motorhead`s „Ace Of Spades“ zelebriert. Aber irgendwie kamen mir da erste Zweifel an der Echtheit der georgischen Band, denn der Sänger sagte, dass dieser Song 20 Jahre alt sei. Mmh, Motörhead waren aber schon 1980 mit diesem Gassenhauer am Start. Als dann aber auch noch „Nice Boye Don`t Play Rock`n`Roll“ zum Besten gegeben wurde, war die Stimmung nicht mehr zu toppen. Wobei mir dann, nachdem ich genauer hinschaute, auffiel, dass die Jungs von Nonne Katie doch irgendwie den Thrashern von Scornage ähnelten, nur dass sie 80 Jahre Kutten mit zig Metalaufnähern trugen.:-)

 

Setlist Nonne Katie

 

1. Intro

2. Breaking The Law

3. You Gotta Foght For Your Right To Party

4. In Union We Stand

5. Ace Of Spades

6. Nice Boys

comments powered by Disqus

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend