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Schandmaul, Fiddler's Green im Konzert (Chemnitz, Juni 2015)

Folk-Welle reißt alles mit sich

„Bunt und nicht Braun“ ist ein Titel des aktuellen Schandmaul-Albums „Unendlich“ und bunt ist auch der Anblick des Publikums welches sich im Wasserschloss Klaffenbach einfindet. Die Bayern haben sich mit dem Schlosshof nicht nur eine zauberhafte Kulisse für ihr Open Air gewählt, sondern mit Fiddler's Green auch noch eine gestandene Band mitgebracht.

Fiddler's Green

Fiddler's Green sind mittlerweile 25 Jahre im Geschäft und haben den Irish Folk hierzulande in alle Ohren gebracht. Bekannt für ihre schweißtreibenden Konzerte, sieht man auch in Klaffenbach reichlich Fans der Band, die die Erlangener schon vor dem ersten Ton feiern. Als dann mit „Take Me Back“ auch noch die ersten Klänge erschallen, gibt es weder auf noch vor der Bühne ein Halten. Den Musikern steht die Spielfreude dermaßen ins Gesicht geschrieben, dass dieser Spaß an der Musik dermaßen überschwappend ist, dass kein Bein im Publikum mehr still bleibt.

Angesichts der langen Sommertage und der immer noch hinterm Schloss scheinenden Sonne, stellt Gitarrist Pat fest, dass man doch höchst selten im Hellen spielt. Da dies der Stimmung aber in keiner Weise abträglich ist und doch sicher der eine oder andere schon ein Schlückchen getrunken hat, kann man aber dennoch getrost „A Bottle A Day“ anstimmen. Für alle die nicht mehr zum Auffüllen der Gläser gekommen sind, spendiert Frontmann Albi auch noch einen Becher Gerstensaft, was ohne Frage noch einen weiteren Sympathiepunkt beim Publikum einbringt. Mit nochmals angestiegener Zuneigung bepackt, scheint es sich noch leichter aufzuspielen und mit „We Don’t Care“ kommt auch noch ein Stück in den Schlosshof, welches die Tanzbeine nur so vor sich her treibt.

Für „Old Dun Cow“ wird auch die stimmliche Unterstützung der Zuschauer benötigt, was allerdings nicht wirklich auf Anhieb klappen will. Wundert sicher auch nicht wirklich, denn einigen wird sicher irgendwo beim letzten Song die Luft ausgeblieben sein. Scherze wie „sie waren sehr bemüht“ tauchen auf, was nun wiederum die Zuschauerschaft nicht auf sich sitzen lassen will und dem
Sextett ein anständiges „MacIntyre“ entgegen schmettert. Test gelungen, damit kann man zu „Rocky Road To Dublin“ auch eine „Wall Of Folk“ wagen. Diese ist im Vergleich zum Hardcore allerdings bedeutend gesundheitsförderlicher, denn hier werden auf Zuruf nur die Seiten getauscht. Klappt aber auch ziemlich anständig, auch wenn man sich in den Randbereichen doch lieber weiter dem Tanze hingibt. Einig ist man sich dafür beim umherwirbeln der T-Shirts über dem Kopf. Was durchaus die Frage aufwirft, ob Fiddler’s Green-Fans eigentlich vorsorglich ein Shirt zum Wedeln mitbringen, denn wirklich ausgezogen sieht hier niemand aus.

Albi lässt hiernach zu „Yindi“ die Hüften kreisen, wohingegen Stefan sein Akkordeon kurz aus der Hand gibt und ein paar Erinnerungsfotos von den Zuschauern schießt. Dies wäre sicher ein paar Sekunden später auch noch interessant anzuschauen, denn zu „Folk’s Not Dead“ rollt ein letztes Mal eine Welle des Speedfolk über den Parcours, welche von den Zuschauern hingebungsvoll aufgenommen wird. Das war es aber auch schon von Fiddler’s Green, die nun unter langanhaltenden Zugabe-Rufen die Bühne verlassen.

Setlist:

Take Me Back
A Bottle A Day
The More The Merrier
A Night In Dublin
We Don’t Care
Old Dun Cow
Rocky Road To Dublin
Greens And Fellows
A Night In Dublin
Never Hide
Yindy
Victor And His Demons
Paddy Murphy
Folk's Not Dead

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann