Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Satyricon & Suicidal Angels im Konzert (Hamburg, September 2017)

Gelungener Tourstart in der Hansestadt

Vor Sigurd „Satyr“ Wongraven kann man nur den größten Respekt haben. Es ist noch keine zwei Jahre her, da wurde bei dem Sänger und Multiinstrumentalisten ein Hirntumor festgestellt, doch anstatt in Selbstmitleid zu versinken, entschloss sich der Satyricon-Chef dazu, sich nun erst recht in die Arbeit zu stürzen. Ein neues Album ist am 22. September mit „Deep Calleth Upon Deep“ veröffentlicht worden, eine Welttournee folgt direkt im Anschluss, die ein ganzes Jahr (!) andauern soll. Start ist am Tag der Bundestagswahl in der Hansestadt Hamburg, nachdem die Band zwei Tage zuvor bei einer Releaseshow in Oslo bereits das komplette Album live vorstellte. Zwei Tage sind nicht viel, um die Songs der Scheibe richtig kennenzulernen, dennoch wird das Grünspan am Ende mit einem bunt gemischten Publikum recht gut gefüllt sein.

Suicidal Angels

Da überall nur zu lesen war „Satyricon + Special Guest“, war die The-Pit.de-Delegation in Form von meiner Wenigkeit davon ausgegangen, dass nur eine Vorband spielt, die sich dann eben als die Griechen-Thrasher Suicidal Angels entpuppt. Die Kombination mag man etwas seltsam finden, aber Spaß macht die Truppe trotz nicht unbedingt größter Originalität live eigentlich immer. Um fünf vor acht bin ich vor Ort, um acht beginnt das prügelnde Quartett, alles ganz normal – erst im Nachhinein mittels Blick auf den Merchstand, wo noch Shirts einer dritten Band ausliegen, sowie Internet-Recherche zeigt sich, dass da noch eine dritte Combo namens Fight The Fight am Start war. Nie gehört, soll wohl Metalcore sein, von daher vom persönlichen Geschmack her wohl geschenkt – prinzipiell allerdings kann man sich bei dieser Planung wieder mal nur an den Kopf fassen. Dickes Sorry an die Jungs, dass sie in diesem Bericht nicht vorkommen, aber das ist wirklich nicht meine Schuld, man muss sich doch irgendwann mal auf die angegebenen Uhrzeiten verlassen können.

Aber weiter im eigentlichen Text: Die selbstmörderischen Engel spielen gefühlt an jeder Steckdose, dementsprechend souverän und tight agiert der Vierer – der Sound allerdings kann wirklich komplett in die Tonne gekickt werden. Unfassbar, dass der Soundmensch offensichtlich den gesamten Gig über nicht rafft, dass die Gitarre von Frontmann Nick viel zu leise tönt; seine Soli gehen im Vergleich zu denen von Neuling Gus Drax (seit 2015 in der Band) nahezu unter und auch die Vocals klingen komisch undifferenziert. Dass mit dem Gesangskanal irgendwas nicht stimmt, wird auch bei den Ansagen deutlich, von denen man kaum ein einziges Wort versteht, obwohl man Nick nicht vorwerfen kann, er würde nuscheln.

Ein bisschen besser wird es im weiteren Verlauf, zumindest so, dass man sich nicht übermäßig ärgern muss und trotzdem noch seinen Spaß haben und gepflegt bangen kann. So richtig voll ist es bislang noch nicht, die Stimmung jedoch ist durchaus im grünen Bereich. Mitklatsch- und Mitsingspielchen werden brav mitgemacht, einzig dem geforderten Pit wollen die Leute eher etwas zögerlich nachkommen. Gegen Ende fordert Nick die Masse auf, sich zu teilen, wie bei einer bevorstehenden Wall of Death, die dann allerdings nicht durchgeführt wird, sondern lediglich der zaghafte Versuch eines Moshpits, der sich aber recht schnell wieder auflöst, ein vom Fronter geforderter Circlepit kommt gar nicht erst zustande.

Dennoch wird die Truppe mit Applaus bedacht und konnte den Fans gut einheizen: Ein Song wie der zermalmende Midtempo-Smasher „Seed Of Evil“ ist mit seinen Breaks prädestiniert für Hey-Rufe, während eine flotte Abrissbirne der Marke „Bloodbath“ gnadenlos dazu auffordert, die Rübe in bester Hasenfick-Manier auf und ab schnellen zu lassen. Eine Dreiviertelstunde dauert der Spaß an und eh man sich’s versieht, steht bereits der Hauptact an.

Seite
  • 1
  • 2
comments powered by Disqus

"Jason ist unser Bruce Dickinson"

Das ist halt auch der Ruhrpott, da geht es gerade heraus, was Sache ist

„Sturmfahrt“ in trockene Tücher gebracht