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Satyricon, Keep Of Kalessin, Insomnium im Konzert (Saarbrücken 2006)

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In der wunderschön aufgemachten Location Garage, das mitten in der Saarbrückener City gelegen ist, wollten wir uns unbedingt Insomnium, Keep Of Kalessin und Satyricon anschauen. Liegt mit einer Wegstrecke von ca. 270km zwar nicht gerade um die Ecke, aber da diese 3 Bands auf dieser Tour nur 4 Gigs in Deutschland spielen, war Saarbrücken für uns die erste Wahl, weil diese Stadt im Vergleich zu Stuttgart oder gar München oder Berlin nun doch noch bei weitem die nahest gelegene ist.

 

Beim Einlass lag ein Zettel mit der Info an der Abendkasse aus, auf dem zu lesen war, dass Insomnium schon ab 19:40 mit ihrem Set beginnen sollten, entgegen der im Vorfeld herausgegebenen Infos, die besagten, dass es um 20:00 losgehen sollte.

Allein aufgrund dieser Tatsache kann ich es mir erklären, dass kurz vor Beginn des Sets von Insomnium, also gegen 19:20, sich erst so wenig Zuschauer in der Halle oder geschweige denn unmittelbar vor der Bühne befanden.

Nun gut, bei einem so geringen Andrang deckte ich mich vor dem Set der 4 Finnen noch schnell mit ihrem Merchandising ein. So, Sachen gepackt und wieder fix vor die Bühne …

 

Und so betraten Niilo, die zwei Villes und Markus die Bretter in der Garage und legten los mit ihrem Job als Opener, der für eine dem Publikum zu einem großen Teil noch nicht sehr bekannte Band immer etwas schwierig ist. Etwas erschwerend kam noch dazu, dass die Wahl, Insomnium, die melodischen Death Metal spielen, mit zwei Black Metal-Bands zusammen loszuschicken, nicht zu 100% perfekt war. Insomnium haben nämlich, was ihre Ideen bei den Melodien angeht, doch einiges mehr zu bieten als das, was uns sonst noch so geboten werden sollte an diesem Abend.

Sänger und Bassist Niilo begrüßte jedenfalls die Anwesenden in erstaunlich gutem Deutsch mit den Worten:“…Wir sind Insomnium aus Finnland!“

Und dann ging es auch schon los mit den Songs ihres aktuellen Albums „Above The Weeping World“, das ja zuvor schon in meinem Review die volle Punktzahl abgeräumt hat und es Anfang des Monats in die finnischen Alben-Top-Ten geschafft hat.

Die Jungs legten richtig Herzblut in ihr Spiel, man sah ihnen richtig an, wie sie sich auf der Bühne abmühten. Allerdings gestalteten sich die Publikumsreaktionen leider noch etwas zurückhaltend.

Die Jungs haben es jedenfalls geschafft, ihren Songs live auf der Bühne genauso umzusetzen, wie sie es auch schon auf ihrem aktuellen Album grandios gemacht haben. Als einzigen älteren Song spielten sie dann auch „The Day It All Came Down“ von ihrem letzten Album „Since The Day It All Came Down“.

Nach einer für mich persönlich viel zu kurzen Spielzeit von nur 30 Minuten verließen die 4 dann auch schon die Bühne ohne Zugabe, denn der Zeitplan war anscheinend straff gesteckt.

Bleibt zu hoffen, dass wir noch einmal die Gelegenheit bekommen, Insomnium mal wieder auf deutschen Bühnen zu sehen, dann aber bitte mit einer längeren Spielzeit.

 

Fazit: Danke, Insomnium! Ich habe mir Eure Songs auf der Bühne genau so vorgestellt! Macht weiter so und hoffentlich bald wieder!

 

Hier bekommt Ihr die Setlist von Insomnium:

1. The Gale

2. Mortal Share

3. Drawn To Black

4. Last Statement

5. The Day It All Came Down

6. Devoid Of Caring

 

Als nächste Band des Abends kamen dann Keep Of Kalessin an die Reihe. Auch das aktuelle Album der Norweger hatte neulich unseren resenzierenden Redakteur ins Schwärmen gebracht, was natürlich auch auf die Höchstpunktzahl für die CD hinauslief.

Die Band feuert ihre Black Mertal-Geschosse …ähh, ich meine Songs einen nach dem anderen dem Publikum entgegen. Die Halle hat sich auch mittlerweile schon mehr gefüllt. Vom Drummer Vyl gibt´s als kleine Zwischeneinlage während eines Songs auch noch ein kurzes, aber in keinstem Sinne minder gutes Drumsolo. Mannomann, wenn der bei einem Drumwettbewerb mitmachen würde, wäre er mit Sicherheit dicke auf dem Treppchen der Gewinner. Hut ab vor der Leistung von Vyl!

Aber auch, was das sonstige Stageacting angeht, haben die 4 von Keep Of Kalessin mächtig Eindruck hinterlassen: Wenn Wizziac, Thebon und Obsidian C. alle zusammen Propellerbanging veranstalteten, hatte das zusammen mit den pushenden Songs schon was verdammt Eindrucksvolles.

Aber was allem noch die Krone aufsetzte: Obsidian C. war auf die Seite der Bühne gegangen, um gemeinsam mit Wizziac nebeneiander zu zocken und zu bangen. Ist ja noch nicht so tragisch, denkt Ihr…

Okay, sie starteten dann nebeneinander wieder mit dem schon erwähnten Propellerbangen, bis sich Wizziacs ellenlange blonde Haare in den Schräubchen am Gitarrenhals von Obsidian C. verhedderten. Dieser bemerkte dies auch zuerst nicht. Als er dann aber wieder auf seine Bühnenseite zurück wollte, stellte er fest, dass da irgendwas hakt und mit einem recht heftigen Ruck machte er seine Gitarre wieder frei. Allerdings war der Auslöser doch die zuvor verhedderte Strähne von Wizziac. Die war dann fortan nicht mehr an seinem Kopf, sondern noch minutenlang verhederrterweise an den Schräubchen an dem Hals von Obsidian C.´s Gitarre(wie man auch auf einem der Fotos erkennen kann). Und davon hat Wizziac scheinbar noch nichtmal allzu viel mitbekommen, denn den verzog während und nach dem Vorfall keine Miene. Ein paar Minuten später, kurz bevor Obsidian C. die Haare so gut es ging von dem Gitarrenhals entfernte, zeigte er Wizziac, dass es sich bei diesen Haaren um die seinen handeln würde, was aber bei dem Bassisten keine sonderlichen Reaktionen hervorrief.

DAS ist halt Metal!

Die Anwesenden honorierten die Songs mit reichlich Applaus, zahlreich in die Höhe gereckten Teufelshörnchen und einigem Headbanging und so war dann auch der Gig dieser Band, von der man in Zukunft sicher noch Einiges hören wird, viel zu schnell und ohne Zugabe zuende.

 

Die Setlist von Keep Of Kalessin:

1. Deluge

2. The Wealth of Darkness

3. As mist lay silent beneath

4. Winged Watcher

5. Come Damnation

 

Und dann kamen nach einer längeren Umbaupause Satyricon - der Headliner des Abends wurde dann auch schon von vielen der Anwesenden scheinbar sehnlichst erwartet, wie man von den T-Shirt-Aufschriften unschwer lesen konnte.

Die beiden Bandmitglieder Satyr und Frost haben für ihre Live-Gigs eine illustre Schar von Gastmusikern um sich geschart: als da wären Keep-Of Kalessin-Mastermind Obsidian C. und Steinar „Azarak“ Gundersen in der Abteilung der E-Gitarren, für die Position am Bass springt Lars Norberg ein und das Keyboard bedient Jonna Nikula.

Wie also dieser Sechser in die gemeinsamen Banging-Passagen geht, ist schon recht beeindruckend.

Die anwesenden Fans feierten sowohl das aktuelle wie auch das ältere Songmaterial mächtig ab. Crowdsurfer hatten mehr oder weniger Erfolg, aber wenn sie Richtung Bühne surften, wurden sie prompt vom Security-Mann wieder weggeschubst.

Ich weiß allerdings noch aus der längst vergangenen Zeit, als „The Shadowthrone“ aktuell war, dass von der Person Satyr etwas absolut Erhabenes ausging. Dieses Erhabene scheint der Frontmann im Laufe der Jahre – leider – ausgewechselt zu haben zugunsten eines Showmannes. So hält er während der Phasen, in denen die Fans „Hey, Hey´s“ mitgröhlen sollen, das Micro über die Köpfe der ersten Reihen. Vielleicht übertönte der Sound der Instrumente die von den Fans inbrünstig mitgegröhlten Rufe.

Mir jedenfalls hat diese Erhabenheit früherer Tage eher zugesagt, passte sie doch auch eher zu der Musik, die Satyricon zumindest in diesen vergangenen Tagen noch spielten.

Den Break, den die Band dann nach dem allerletzten Song des regulären Sets machte, zog sich so lang hin, dass die Stimmung im Publikum nicht mehr dieselbe war wie noch zuvor. Außerdem hatte die Band schon zuvor während des Sets die Anwesenden in der Garage zwar einen ziemlich großen Teil, aber nicht bis auf den letzten Mann im Griff – die Fans im hinteren Teil der Location zeigten eher nur spärliche Reaktionen. Vor der Bühne bildete sich bei einigen Songs ein echt gewaltiger Moshpit, wo ich dann froh war, dass ich abseits dieses Trubels dem ganzen Treiben gelassen zuschauen konnte.

Es gab dann insgesamt 2 Zugaben von Satyricon, wobei man sagen muss, dass der Abschlussapplaus nach dem allerallerletzten Songs ziemlich spärlich ausfiel für den sehnlichst erwarteten Headliner, was aber wohl auch am Erschöpfungsgrad des Publikuns lag.

 

Die Setlist der Norweger sah an diesem Abend so aus (wenn ich die aus dem Kopf noch richtig zusammen kriege):

1. Walk The Path Of Sorrow

2. Woods To Eternity

3. Now, Diabolical

4. A Moment Of Clarity

5. K.I.N.G.

6. Repined Bastard Nation

7. To The Mountains

8. Forhekset

9. The Pentagram Burns

10. Fuel For Hatred

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11. Mother North

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12. Raining Blood

 

 

Mein Fazit: Ich bin mir sicher, dass Insomnium mit ihren Gigs in Deutschland neue Fans gewonnen haben. Ich bin froh, sie live gesehen zu haben und freue mich schon jetzt auf weitere Gigs von Insomnium und weitere Alben der Finnen.

Wer weiß, vielleicht klappt es ja für Insomnium mit dem Wacken 2007…

Dieser Band gebührt auf jeden Fall mehr Beachtung!

 

Keep Of Kalessin sind da wohl schon ein Stückchen weiter, denn sie können schon auf eine beachtliche Fangemeinde schwören … die werden ihr Ding schon machen, da bin ich sicher.

 

Und zu Satyricon: die sind schon lange nicht mehr das, was sie am Anfang ihrer Schaffensphase einmal waren. Schade find ich persönlich das schon irgendwie …

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