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Saltatio Mortis, Nachtgeschrei im Konzert (Dresden, November 2015)

Packender Mittelalter-Rock mit Statement und Muskelkatergefahr

Der Alte Schlachthof in Dresden sieht schwarz. Glücklicherweise nicht weil die Lichter ausbleiben, sondern durch die einheitliche Kleidungsordnung der zahlreichen Zuschauer gegeben. Immerhin haben sich mit Nachtgeschrei und Saltatio Mortis gleich zwei Bands der Mittelalterrockszene angekündigt, was scheinbar nach dem unifarbenen Dresscode schreit.

Aber nicht nur das Genre verbindet die beiden Formationen, auch ihre Neuveröffentlichungen lagen gerade mal eine Woche auseinander, sodass man am heutigen Abend auf viel neues Material gespannt sein darf.

Nachtgeschrei

gibt es nun schon seit immerhin neun Jahren, tummeln sich in aller Regelmäßigkeit auf Szenefestivals und dürften den meisten Zuschauern damit hinlänglich bekannt sein.

Mit „Kerberos“ als Intro, starten die Frankfurter in ihren Gig und bringen damit gleich den ersten Titel ihres Pressneulings „Staub und Schatten“ unter. Auch das nachfolgende „Eden“ ist ganz frisch und damit das Geplänkel vorbei. Nachtgeschrei steigen hiermit gewaltig ins Geschehen ein und mischen die ersten Reihen gleich anständig auf, sodass man sich um mangelnde Stimmung keine Gedanken machen braucht. Diese macht man sich höchsten um die Musiker, immerhin ist die Bühne durch Abhängungen so stark begrenzt, dass die Sieben kaum genug Platz für sich haben. Aber trotz des Bewegungsdranges von Frontmann Martin und dem beständig posenden Dudelsackspieler Nik, sind keinerlei Zusammenstöße zu verzeichnen, was fast schon an ein Wunder grenzt.

Nach kurzer Begrüßung steht „Monster“ an, bei dem nicht nur die Haare von Bassist Oli sich zu einem Propeller formen, sondern sich auch im Publikum die ersten Headbanger zeigen. Obwohl Nachtgeschrei zu weiten Teilen auf neues Liedgut setzen, der Begeisterung tut dies keinen Abbruch und sollte doch mal etwas Ruhe einziehen, wird diese mit schnell mit Aufforderungen zum Mitmachen beiseitegeschoben. Mit „An mein Ende“ steht ein Titel ihres 2010 erschienen Album „Ardeo“ an, der zugleich einer bekanntesten Songs der Mittelalterrocker ist. Selbst wenn hier die vorderen Reihen wieder anständig auftrumpfen, bis ganz nach hinten will der Funken nicht überspringen, was sicher auch der Tatsache geschuldet ist, dass man Martin trotz seines kräftigen Organs unglaublich schwer versteht und der Sound nicht immer besonders sauber in die Ohren schwappt.

Nichtsdestotrotz kann das Septett ordentlich anheizen und  „Der letzte Tag“ brettert auch unheimlich los, sodass sich die Begeisterung diesmal auch auf die hinteren Ränge überträgt. „Windstill“ entpuppt sich als ein absolut mitreißendes Stück,  mit dem man aber schon gen Ende des Konzerts angekommen ist. Vor dem letzten Titel „Schlaflos“ folgt ein Dank an die Zuschauer, ein dreifaches Hoch auf Saltatio Mortis und damit werden die Zuschauer in die Pause entlassen.

Nachtgeschrei liefern mit Sicherheit einen guten Einstieg in den Abend und konnten durchaus mitreißen, trotzdem möchte man hier anmerken, dass ein gewisser Schleier der Beliebigkeit über der Band schwebt.

Setlist:

Kerberos
Eden
Monster
Sirene
Das Nichts
An mein Ende
Der letzte Tag
Wilde Jagd
Windstill
Schlaflos

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