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Saltatio Mortis & Indecent Behavior im Konzert (Leipzig, März 2019)

Abriss im Doppelpack

Saltatio Mortis

Gut aufgewärmt wurden die Besucher ja schon und damit man in der Umbaupause gar nicht erst die Stimmbänder wieder abkühlen lässt, gibt es hier schon regelmäßige Saltatio-Mortis-Rufe zu hören. Vielleicht kann man sich an dieser Stelle schon bestens vorstellen, mit welcher Begeisterung die Karlsruher empfangen werden. „Große Träume“ wird nicht nur mit reichlich Pyro in den Saal geballert, sondern direkt noch stimmgewaltig unterstützt.

Bei Frontmann Alea scheint die überwältigende Stimmung eine kleine Schwächephase auszulösen, denn zum nachfolgenden „Dorn im Ohr“ fällt ihm doch direkt das Mikro aus der Hand, aber wer einen so fetten Chor vor der Bühne hat, kann sich auch mal eine kleine Auszeit vom Gesang gönnen. Die ist mit „Wo sind die Clowns“ beendet, das Mikro ist wieder da und mit ihm geht es hinunter in den Graben, um die erste Reihe gleich mal direkt zu begrüßen.

Drummer Lasterbalk berichtet derweil auf amüsante Weise vom letzten Auftritt hier in Leipzig, zumindest von dem Teil, an den er sich noch erinnern kann. Aftershow-Party ist hierbei das entscheidende Stichwort und dieser verhängnisvolle Abend ereignete sich im Jahre 2016; der Kater ist mittlerweile verschwunden, aber das damals aktuell gewordene Thema Brexit beschäftigt seither ganz Europa. Das Bekenntnis für den Staatenbund folgt prompt mit „Europa“, im Saal werden ein paar EU-Flaggen geschwenkt und auch Alea tut es ihnen auf der Bühne gleich.

Vom treibenden „Idol“ geht es hinüber zur Ballade „Spur des Lebens“, bei der man auf die ausgefeilte Lichtshow verzichtet, stattdessen übernimmt das Publikum die Beleuchtung und verwandelt das Haus Auensee in eine sommerliche Wiese, auf der sich unzählige Glühwürmchen zu tummeln scheinen. Perfekt gesetzt ist dieser Song auch in Bezug auf die Setlist, bildet er doch einen stimmigen Übergang in den nun folgenden Akustikteil, welcher mit „Drachentanz“ eingeläutet wird. „Heimdall“ kommt dann wieder vom aktuellen Album, welchem man über den gesamten Abend die größte Aufmerksamkeit widmet, und nach einer kurzen Diskussion über die Seefahrernation Frankreich steht zum Abschluss des Blocks „Le Corsaire“ bereit.

Zu „Eulenspiegel“ darf nicht nur kräftig mitgeklatscht, sondern vor allem kräftig mitgegrölt werden, der Aufforderung zum Gesangswettstreit kommt man somit nur allzu gern nach. Klatschen sollte man sich hingegen bei „Rattenfänger“ etwas kneifen, zumindest die Fraktionen, die Alea als Crowdsurfer in Empfang nimmt. Damit stehen Saltatio Mortis allerdings schon ziemlich am Ende des Programms, nur das treibende „Sie tanzt allein“ folgt noch und natürlich ein unglaublicher Jubel, der direkt die Zugabe heraufbeschwört.

Eröffnet wird diese mit „Tritt ein“, beim folgenden „Nie wieder Alkohol“ sollte man keinen Becher davon bei sich führen, denn nun ist Klamotten ausziehen und damit wild umherwirbeln angesagt. So erfrischt darf man sich nun dem Endspurt hingeben, der mit „Prometheus“ gleich noch einen echten Stampfer bereithält und die Zuschauer beim Mitmachen nochmals aufs Heftigste fordert. Arme hochwerfen, mitspringen und dabei noch möglichst laut mitsingen ist angesagt, dies scheint aber für die Leipziger eine der einfachsten Übungen. So steht einem enthusiastischen Schlusspunkt ebenfalls nichts entgegen. „Spielmannsschwur“, welches mit einem Pianosolo eingeleitet wird, setzt genau diesen unter einen Abend, bei dem zwei Bands mit irrsinniger Spielfreude aufwarteten und damit die Stimmung ins Grenzenlose gleiten ließen.

Setlist:

Große Träume
Dorn im Ohr
Wo sind die Clowns
Brot und Spiele
Wachstum
Europa
Besorgter Bürger
Idol
Spur des Lebens
Drachentanz
Heimdall
Le Corsaire
Eulenspiegel
Mittelalter
Nachts weinen die Soldaten
Brunhild
Ich werde Wind
Rattenfänger
Sie tanzt allein

Tritt ein
Nie wieder Alkohol
Prometheus
Spielmannsschwur

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