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Saltatio Mortis, Feuerschwanz im Konzert (Wuppertal, März 2010)

Met und Miezen, Dudelsäcke und Mittelalter
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Saltatio Mortis

Nun stehen zunächst langwierige Umbauarbeiten an und viele nutzen die Gelegenheit, um ein wenig zu verschnaufen. Alle anderen sind nicht müde geworden und brüllen immer wieder nach ihrer sehnlichst erwarteten Band Saltatio Mortis. Als dann endlich Schlagzeuger Lasterbalk der Lästerliche als erster der sechs Spielleute die Bühne betritt, gibt es kein Halten mehr. 800 Kehlen kreischen aus vollem Hals und stimmen unwillkürlich in den ersten Song „Rastlos“ ein.

Sänger Alea der Bescheidene ist ebenso rastlos und scheint bis in die letzte Faser energiegeladen zu sein. Er wirbelt über die Bühne und seine Leidenschaft für Kung Fu kann er bei seinem Auftritt mit der Band durch Sprünge und Tritte in die Luft nicht verbergen. Gemeinsam mit den Fans, die jedes Lied auswendig zu kennen scheinen, singt Alea voller Leidenschaft Lieder wie „Aus Träumen gebaut“ und „Tod und Teufel“. Saltatio Mortis stammt aus dem lateinischen und bedeutet „Der Totentanz“. Doch dessen Gegenwart ist an diesem Abend zu keinem Zeitpunkt zu spüren. Eher wie eine Art Lebenselixier wirkt die Musik der Spielleute auf die Fans ein, die zwischen den Liedern aufmerksam den Ansagen von Lasterbalk und Alea lauschen. Jedoch sind diese bei weitem nicht so unterhaltsam wie die ihrer Vorgänger Feuerschwanz, auch wenn Lasterbalk sich immer wieder hinter seinem Schlagzeug erhebt und die ein oder andere amüsante Geschichte zum Besten gibt.

Vor dem Lied „Uns gehört die Welt“ startet Alea den Versuch, die Setlist durcheinander zu bringen und beginnt mit einer Ansage zu einem anderen Lied. Aber selbstverständlich ist dies alles bloß Showeinlage und wurde so geprobt. Die Fans stört das offensichtlich herzlich wenig und sie jubeln bei jeder Gelegenheit nach Leibeskräften. Die Lieder wechseln dabei überwiegend zwischen Titeln von den Alben „Aus der Asche“ und dem Namensgeber der Tour „Wer Wind sät“. Dabei singt Alea sowohl Balladen wie „Freiheit“, als auch stimmungsgeladene Songs wie „Manus Manum Lavat“ mit immer gleichbleibendem Herzblut, das man auch den anderen Totentänzern ansieht. Jedem von ihnen ist die Freude an der Musik  und der Spaß an dem Auftritt ins Gesicht geschrieben. Für besondere Stimmung bei dem Auftritt sorgt der Dudelsack, der von den kräftigen Lungen El Silbadors, von den Fans „Elsi“ genannt, geblasen wird. Sowohl Dudelsack als auch andere mittelalterliche Instrumente wie die Drehleiher und die Schalmeien, lassen den Ursprung Saltatio Mortis´ ohne Zweifel heraus hören.

Im Jahr 2000 fanden sich einige Spielleute auf den mittelalterlichen Märkten des Landes zusammen und gründeten Saltatio Mortis. Auch heute noch gehören akustische Auftritte auf den Märkten ebenso zu dem Repertoire wie die rockige Seite der Band. Zu dem Lied „Koma“ fordert Alea alle Anwesenden auf, sich gegenseitig in den Arm zu nehmen und als das Lied erklingt, hüpft der ganze Saal, Arm in Arm und gut gelaunt im Takt der Melodie. Da der Sauerstoffgehalt in dem eher kleinen Raum der Börse immer geringer wird, vergeben die Bandmitglieder Wasserflaschen, die die Fans sehr bedacht aufeinander teilen, und bis in die hinteren Reihen weitergeben. Doch auch wenn der Schweiß sowohl bei den Sechs auf der Bühne als auch bei allen Tanzwütigen vor der Bühne in Strömen fließt, lässt sich keiner vom Feiern abhalten. Nicht nur die Spielleute leben nach dem Motto „Wer tanzt stirbt nicht“, auch die Fans haben diese Lebenseinstellung für sich verinnerlicht. Um ihnen noch näher zu kommen, stellt sich Alea an den Rand der Bühne und ermahnt seine Anhänger „Ihr seid doch keine falschen Freunde? Ihr werdet mich nicht fallen lassen!“, und ist prompt auf den Händen seiner Fans und lässt sich auf diesen singend durch die Lüfte tragen.

Während er auf den Händen der Zuschauer getragen wird, singt Alea „Falsche Freunde“. Selbstverständlich darf auch der Klassiker „Spielmannsschwur“ an diesem Abend nicht fehlen und alle wirbeln auf der Bühne wild umher, sofern ihr Instrument es zulässt. Bereits im Anschluss an dieses Lied stehen die Sechs Arm in Arm vor den Fans, um sich zu verbeugen und die Bühne zu verlassen. Lautes Singen der Melodie von „Spielmannsschwur“ holt Saltatio Mortis nach einem kurzen Moment wieder auf die Bühne zurück und sie geben eine satte Zugabe mit vier Liedern zum Besten. Die Jungs scheinen nun wirklich von der Euphorie der Fans angesteckt zu sein und finden kein Halten mehr. Auch Bassist Frank und Gitarrist Samoel treiben nun gemeinsam mit dem Dudelsack spielenden Elsi ihren Schabernack und scheinen die letzten Minuten an diesem Abend auf der Bühne noch einmal vollends auskosten zu wollen.

Nachdem die Band mit Abschluss des Titels „Vergessene Götter“ erneut von der Bühne verschwindet, und die Fans nach wie vor nicht an Hartnäckigkeit beim Singen der Spielmannsschwur-Melodie nachlassen, betritt die Band erneut die Bühne, um den Abend nach drei weiteren Songs und dem Lied „Letzte Worte“ gebührend zu beenden. Nach einer kleinen Verschnaufpause  finden sich alle Bandmitglieder im Foyer zusammen, um Autogramme zu verteilen, ein wenig mit den Fans zu schwatzen oder mit einem gutem Bier die Kehlen zu tränken.

Setlist:

1. Rastlos
2. Keines Herren Knecht
3. Tritt ein
4. Salome
5. Kaltes Herz
6. Tod und Teufel
7. Dunkler Engel
8. Aus Träumen gebaut
9. Manus Manum Lavat
10. Worte
11. Koma
12. Ebenbild
13. Varulfen
14. La Jument
15. Uns gehört die Welt
16. Freiheit
17. Prometheus
18. Falsche Freunde
19. Spielmannsschwur

Zugabe 1:

20. Spielmannsschwur
21. Wirf den ersten Stein
22. Miststück
23. Vergessene Götter

Zugabe 2:

24. Sieben Raben
25. Wir säen den Wind
26. Letzte Worte

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