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Saltatio Mortis, Feuerschwanz im Konzert (Wuppertal, März 2010)

Met und Miezen, Dudelsäcke und Mittelalter

Energiegeladene Show mit Leidenschaft

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Bereits aus der Entfernung weisen Saltatio Mortis-Rufe aus der wartenden Fanschar einem Ortsunkundigen den Weg zur Wuppertaler Börse, in der heute ein weiteres Konzert der „Wer Wind sät“-Tour stattfindet. Vier Tickets gibt es an der Kasse noch zu ergattern, womit der Abend mit rund 800 feierwütigen Mittelalteranhängern dann auch restlos ausverkauft ist.

Im Inneren der Lokation angelangt, wird sofort deutlich, dass auf Fannähe gebaut wird. Es gibt keinen Graben zwischen der ungeduldig wartenden Masse und der Bühne, auf der die beiden Bands des heutigen Abends ihren Auftritt haben werden. Immer wieder erschallen „Feuer“ – „Schwanz“ und „Saltatio“ – „Mortis“ Rufe aus dem Publikum und lassen die Bandmitglieder hinter den Kulissen damit schon hören, auf was sie sich gefasst machen können.

Feuerschwanz

Pünktlich um 21 Uhr betritt der Haufen von Feuerschwanz die Bühne. Der Aufgang der Band ist untermalt mit der Stimme eines Märchenerzählers, der eine Geschichte über Feuerschwanz zum Besten gibt. Und wie nicht anders zu erwarten, betritt Hauptmann Feuerschwanz nicht nur mit dem Gefolge aus den restlichen fünf Bandmitgliedern die Bühne, sondern hat auch zwei Miezen mit im Gepäck, die mit Trinkhörnern bewaffnet den Abend recht ansehnlich gestalten. Mit dem Titel „Metvernichter“, von dem gleichnamigen aktuellen, dritten Studioalbum, haben Feuerschwanz unmittelbar alle Anwesenden in Feierlaune versetzt und die Stimmung ist ausgelassen.

Es wird schnell klar, dass der selbstbetitelte „geile Haufen“, nicht nur mit humorvollen Liedern für einen Heidenspaß sorgt. Auch die komödiantischen Ansagen und Showeinlagen bringen das Zwerchfell so manches Mal zum Beben. Nicht umsonst bezeichnen die sechs aus der Nähe von Erlangen stammenden Musiker ihr Werk als „Mittelalter – Folk - Comedy“. Man könnte fast annehmen, dass J.B.O. in das Mittelalterlager gewechselt haben. Passend zu dieser These erschallt aus den Boxen „Verteidiger des wahren Met“. Die Meute freut es und trällert eifrig mit, was angesichts der Bekanntheit des Liedes eine textsichere Angelegenheit ist. Nach Aufforderung des Hauptmanns knien sich alle Anwesenden auf den Boden, sofern das in Anbetracht der vollkommen ausverkauften Lokation möglich ist. Hauptmann Feuerschwanz bemerkt dies wie folgt: „Hier trennt sich die Spreu vom beweglichen Weizen“.

Zwischen den Liedern nehmen sich Hauptmann Feuerschwanz und Prinz R. Hodenherz III. ausgiebig Zeit für interessante und amüsante Märchenstunden und zu dem Lied „Schwanzonate“ verwandelt sich Prinz R. Hodenherz in Prinzessin Hodenherz und trällert in den höchsten Tönen in das Mikrofon. Neben dem Dudelsack sorgt die Gitarre von Johanna von der Vögelweide immer wieder für schöne Melodien und einen besonderen Ton in den Liedern. Für diesen Abend durfte sich sogar der Lichttechniker einen Song wünschen und dessen Wahl fiel auf „Ace of Spades“. Es ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass nicht das Original von Motörhead durch die Boxen dringt, sondern die Feuerschwanz-Version mit dem aussagekräftigen Titel „Ein Arsch voll Met“, bei dem ein Teil der Menge sich sogar zum Moshen hinreißen lässt. Um dem vollen Arsch ein klein wenig näher zu kommen, haben die Miezen kurz zuvor einige Durstige aus den ersten Reihen Met aus den Trinkhörnern schlürfen lassen. Nachdem bei „Schnaps und Schnecken“ offiziell zum Pogen aufgefordert wird, ist leider auch schon das Ende des Auftritts erreicht, was die Fans jedoch nicht einfach so auf sich sitzen lassen. Mit lauten „Zugabe“- und „Feuerschwanz“- Rufen lockt die Meute die Band ein weiteres Mal auf die Bühne und das Publikum wird mit „Hurra, Hurra, die Pest ist da“ und „Der Glöckner“ beschallt.

Doch zuvor lässt der Hauptmann es sich nicht nehmen, stolz zu berichten, wie er mit seinem geilen Haufen das Wacken Open Air vor der Schweinegrippe bewahrt hat. Das Wundermittel ist der Gesundheitstanz zu dem Lied „Hurra, Hurra, die Pest ist da“. Sinn dieses Tanzes sei es, im Takt der Musik in die Hocke zu gehen und sich umgehend wieder zu erheben. Aufklärend wird dazu erwähnt, dass durch diese rhythmischen Bewegungen die Bakterien aus dem Köper geschüttelt und durch die tanzenden Bewegungen auf dem Boden zertreten werden. Eine gute Weisheit, die den Anwesenden zum endgültigen Ende des Auftritts mit auf den Weg gegeben wird.

Setlist:

1. Intro
2. Metvernichter
3. Turnier
4. Met und Mietzen
5. Verteidiger des wahren Met
6. Foltermeister
7. Ein Arsch voll Met
8. Schnaps und Schnecken
9. Hurra Hurra die Pest ist da
10. Der Glöckner

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