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Rogers und Show Off Freaks im Konzert (Dresden, September 2018)

Abriss bis der Arzt kommt

Rogers reißen die Groovestation mit

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Die anschließende Pause zieht sich etwas sehr in die Länge, was insofern bedauerlich ist, dass der Support seine Zugabe sicher noch durchbekommen hätte. Zudem lässt der Blick auf die Uhr vermuten, dass der Gig vielleicht etwas kurz ausfallen könnte.

All dies wird aber zu „Nie euer Land“ in Sekundenschnelle vergessen, denn damit liefern die Düsseldorfer einen heftigen Auftakt, der voller Euphorie abgefeiert wird. Vom ersten Takt an herrscht beste Laune, es fliegen die Hände in die Höhe und die Hütte erbebt vor Sangesfreude. „Einen Scheiß muss ich“ wird gleich nachgefeuert und die anschließende Begrüßung mit lautstarkem Jubel aufgenommen.

Mit „Die Nachbarn von oben“ kann die Party schließlich weitergehen, deren Augenmerk auch weiterhin auf dem aktuellen Album „Augen auf“ liegt. Natürlich darf somit der titelgebende Song nicht fehlen, „Alles für nichts“ schießt gleich hinterher und lässt die Temperaturen im Klub weiter ansteigen. Glücklicherweise gibt es dann doch mal eine kurze Ansage, Frontmann Chri erwähnt, dass man eigentlich dieses Jahr etwas kürzertreten wollte und dennoch wieder um die siebzig Konzerte spielte, aber immerhin hat man sich einen Urlaub gegönnt. Offensichtlich war dieser ausreichend erholsam, denn mit „Wohin“ wird weiter auf die Punk-Rock-Tube gedrückt und der Vierer scheint herzlich wenig Erbarmen mit den Zuschauern zu haben. Die Ansagen werden weiterhin knapp gehalten und gerade mal „Unter Tränen“ lässt etwas Zeit zum Luft holen. Verzweifelte Versuche, den in Strömen fließenden Schweiß mit dem T-Shirt aufzufangen, scheitern mittlerweile kläglich an völlig durchnässten Klamotten, nichtsdestotrotz schieben die Zuschauer zu „Kreuzberger Nächte“ in einer Polonaise durch den Saal oder tanzen wahlweise mit Freundin auf den Schultern im Rundkreis. Kein Wunder also, dass der Verweis auf eine glühend heiße Bühne nur wenig Mitleid heraufbeschwören kann.

Dafür naht die Akustikversion von „Ich will weg“ und man mag tatsächlich annehmen, dass die Anwesenden nicht nur aus sentimentalen Gründen an dieser Stelle auf dem Boden Platz nehmen. Allzu lange währt die ruhige Phase eh nicht, „Lila Blume“ schmettert aus den Boxen, Dresden lässt den Vierer weiterhin hochleben und erfreut sich an der schon oft gehörten Geschichte zu „Sie hören zu“. Viel zu hören gibt es allerdings nicht mehr, denn mit „Früher“ setzt der Vierer den ruhigen Schlusspunkt. Drummer Dominic bleibt zwar gleich auf der Bühne, immerhin ertönen mit dem letzten Ton schon die ersten Zugabe-Rufe, diese gibt es aber erst als auch der Schlagzeuger für zwei Sekunden von der Bühne ist.

Nun heißt es „Hoch die Tassen“ und mit einem Mosh-Pit den Saal zerlegen. Dieser breitet sich schließlich noch weiter aus, denn als „Vergiss nie“ angestimmt wird, stürmt ein Teil des Publikums die Bühne. Verwundert muss man sich nicht ansatzweise zeigen, ist es schließlich nur eine logische Folge der schier grenzenlosen Euphorie. Doch auch diese hat ein Ende, „Anders als ihr“ bildet nun den endgültigen Abschluss, der schon lang nach dem vom Klub anvisierten Ende liegt und dennoch zu früh erfolgt. Selbst wenn man der Dehydrierung nun endlich Einhalt gebieten kann, hätten wohl die meisten noch einen kleinen Nachschlag vertragen. Trotzdem ein starkes Konzert, welches mit Sicherheit sämtliche Hitzerekorde einstellt.
 
Setlist:

Nie euer Land
Einen Scheiß muss ich
Die Nachbarn von oben
Eure Zeit
Augen auf
Alles für nichts
Wohin
Unter Tränen
Allein
Kreuzberger Nächte
Ich will weg
Lila Blume
Sie hören zu
Mensch
Früher

Hoch die Tassen
Vergiss nie
Anders als ihr

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