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Rock In Concert Open Air 2011

Jungfernfahrt erfolgreich absolviert

In Extremo

Der finale Headliner des Rock In Concert Open Airs könnte kaum besser gewählt sein. Die Mittelalterrocker von In Extremo haben den ehrwürdigen Auftrag erhalten, das Festival zu beschließen. Als Unterstützung hat die Band jede Menge Pyrotechnik mitgebracht. Vor der Bühne stehen Seite an Seite die Flammenwerfer und überall sind Gasleitungen verlegt. Was die Band damit vorhat, demonstriert sie sodann auch gleich beim ersten Lied. Der Titelsong vom aktuellen Album, „Sterneneisen“ zeigt den Weg auf, den die Band die nächsten zwei Stunden beschreiten wird. Die Bühne versinkt in Licht und Feuer. Ein beeindruckendes Spektakel. Mit ihren Texten sprechen die Spielmänner schon immer die innersten Wünsche und Bedürfnisse ihrer Fans an. Natürlich trifft das auch auf „Frei zu sein“, den nächsten Titel zu. Dass im Publikum inzwischen Euphorie herrscht, dürfte eh jedem klar sein. Die sieben Protagonisten bewegen sich sehr viel auf der Bühne und man merkt sehr deutlich, dass die Band nie den Spaß an ihrem Schaffen verloren hat. Wer so authentisch seine Musik präsentiert, hat es leicht, sich in die Herzen der Zuhörer zu spielen. Ein klein wenig ruhiger geht es bei den nächsten zwei Songs zu. Zumindest wird den Flammenwerfern kurz eine Abkühlungspause gegönnt. Doch gleich mit Zigeunerskat bricht das Inferno wieder los. In Extremo haben eine wunderbare Setlist aus älteren und ganz aktuellen Liedern dabei, die sie im Waldstadion präsentieren. Sogar ein Song aus den neunziger Jahren ist mit dabei. „Rotes Haar“ vom Album „Weckt die Toten“ wurde 1999 auf den Silberling gebannt. Die Fans freuen sich riesig über die breit gefächerte Songauswahl, auch wenn, oder gerade weil viele Lieder vom „Sterneneisen“-Album mit an Bord sind. Die Gruppe unterhält nicht nur, sie spricht den Urwunsch nach Freiheit an, den wohl jeder in der Brust trägt. Darum ist es auch nicht verwunderlich, dass die Musik einen so hohen Anklang findet. Nach sage und schreibe 23 Songs endet das Konzert der Mittelalterrecken und damit auch das erste Rock In Concert Open Air in der Geschichte des Weismainer Waldstadion. Nur langsam können sich die Fans von der Bühne losreißen, zu begeistert und gefangen sind viele noch von der Feuershow und der bezaubernden Musik der letzten Stunden. Viele bringen sich mit einem Bier wieder zurück in die Realität, bevor sie aufbrechen und das Walstadion zum letzten Mal verlassen.

Setlist

  • 1. Sterneneisen
    2. Frei zu sein
    3. Liam
    4. Erdbeermund
    5. Zigeunerskat
    6. Vollmond
    7. Unsichtbar
    8. Herr Mannelig
    9. Horizont
    10. Zauberspruch
    11. Siehst du das Licht
    12. Stalker
    13. In diesem Licht
    14. Hol die Sterne
    15. Spielmannsfluch
    16. Küss mich
    17. Viva la Vida
    18. Rotes Haar
    19. Sängerkrieg
    20. Auf's Leben
    21. Gold
    22. Rasend Herz
    23. Omnia Sol Temperat

Das Rock In Concert Open Air hat bewiesen, dass Qualität doch noch wichtig ist. Wer angesichts des recht hohen Kartenpreises anfangs an der Veranstaltung gezweifelt hat, wurde eines Besseren belehrt. Im Vergleich zu billigeren Veranstaltungen mit mehr Bands und Bühnen bot das RiC-Open Air vom praktisch jedem Standpunkt immer eine gute Sicht auf die Bühne und einen guten Sound, ohne auf Hilfsmittel wie Leinwände und Delaylines zurückgreifen zu müssen. An zwei Fronten muss allerdings unbedingt nachgebessert werden: Der Eingang zum Festival, der über die Tribüne und eine Holztreppe führte, war schon für alle gesunden Menschen im nüchternen Zustand eine Herausforderung. Nachts und mit genügend Alkohol im Blut wurde die Heimreise sogar gefährlich. Von den Unbequemlichkeiten für Rollifahrer soll hier erst gar nicht gesprochen werden. Des weiteren war die Security im Waldstadion wohl hoffnungslos überfordert. Was die Jungs und Mädels am Campingplatz mit Humor und meist recht gelassen angingen, wurde im Stadion oft recht schnell handgreiflich erledigt, was jeglicher Notwendigkeit entbehrte. Hier könnte man das nächste Mal mit einem etwas breiteren Bühnengraben für erhebliche Entspannung sorgen. Als Gegenaspekt dürfte das Rock In Concert Open Air als eines der Festivals mit dem besten Sound überhaupt in die Geschichte eingehen. Das Stadion und die kurzen Distanzen schützten den Sound vor Windverwehungen, was bis weit oben auf der Tribüne für ungetrübten Hörgenuss sorgte. Natürlich sollten auch die Musikfans, die jedes Wetter fast schon stoisch über sich ergehen ließen und mit ihrer gelassenen Art für garantierte Feierlaune sorgten, nicht unerwähnt bleiben. So wurde das Open Air zu einem wunderbaren Erlebnis und dürfte als eines der besten des Festivalsommers 2011 in die Annalen eingehen.

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