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Rock Im Wingert 2011

Hoffentlich nicht das letzte Rock Im Wingert

Nightmare zelebrierten den Power Metal

Zum Thema

Nightmare

Ein bisschen Panik war als echter Nicht-Power-Metal-Fan angebracht, als die Nightmare-Roadies sich dranmachten, das Banner aufzuhängen. Power Metal und dann auch noch aus Frankreich – was, rein musikalisch gesehen, beinah so schlimm ist wie Italien – und dann auch noch eine echte Old-School-Combo! Ob das gut geht?

Tatsächlich konnten die Franzosen bereits vor zwei Jahren ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum feiern, inklusive einer Trennung im Jahr 1988, nach der Schlagzeuger Jo Amore nur noch als Sänger eingesetzt wurde. Erst elf Jahre später fand man sich wieder zusammen – zum Glück, wie man ehrlich sagen muss. Und zum Glück haben Nightmare inzwischen ihren Drummer ans Mikro befördert, denn was der kleine Mann da abliefert, ist technisch und optisch ein Hingucker der alten Schule. Nicht nur, dass der Mann aussieht wie Ronnie James Dio (R.I.P.), er schafft es auch, Menschen wie der anwesenden Schreiberliese, die sonst so gar nichts mit hohen Männergesängen anfangen kann, einige Headbangmomente und Jubelschreie zu entlocken.

Obwohl der Alkoholpegel bei vielen der anwesenden Minderjährigen und auch bei einigen älteren Herrschaften, die es eigentlich besser wissen sollten, schon bedenklich hoch steht und anfängt, die Umstehenden zu nerven, kann man nicht umhin, die Truppe auf der Bühne zu bestaunen. Zweitgitarrist Andrea Ricci wird eine späte Ehre zuteil, als Jo erklärt, der Gitarrist habe sich das komplette, knapp einstündige Set in nur 24 Stunden draufgeschafft – Respekt dafür! Da sei auch verziehen, dass der Italiener ab und an mal seinen Kollegen aufsucht, um ihm beim Riffing buchstäblich über die Schulter zu schauen. Obwohl ein Großteil der Songs der Ausrichtung entsprechend sehr dramatisch gehalten wurde und Jo passend dazu pathetische Gesten noch und nöcher hervorbringt, macht die Show der Herren trotzdem Spaß und man fühlt sich zu keinem Zeitpunkt peinlich berührt – was man längst nicht von allen Power-Metal-Combos behaupten kann, ich erinnere an die Herren, die „Warriors Of The World“ verbrochen haben. Songs wie das einprägsame „Eternal Winter“ oder auch „Target For Revenge“ lassen die Haare in den ersten zehn Reihen kreisen und bei „Legends Of The Rising Sun“ singen die ersten Fans dann wie aus einer Kehle mit. Immer wieder skandierte „Nightmare!“-Rufe bringen nicht nur Sänger Jo, sondern die ganze Crew zum Grinsen – damit hatten die Franzosen anscheinend wirklich nicht gerechnet. Dabei kommt ihre Überraschung und Freude über die Begeisterung der Fans so authentisch rüber, dass man meinen könnte, dies wäre ihr allererstes Gig überhaupt und sie müssten sich erst noch in die Herzen der Anwensenden spielen.

Seinem optischen Zwilling Dio widmet Jo dann den Klassiver „Holy Diver“, das natürlich die meisten auswenig können. Immer wieder springt der auch nicht mehr ganz so junge Sänger während der Show auf die nebenstehenden Boxen und feuert das Publikum an – mal mimt er die verängstigte Jungfrau, die vor den thrashigen Vocals des Bassisten Yves erzittert, mal kniet er vor dem Schlagzeug nieder, ballt die Faust und setzt zu einem theatralischen Schrei an. Geboten wird hier wahrlich genug und insgesamt zeigt sich die Band für ihr Alter erstaunlich lauffreudig: Immer wieder muss ein Roadie Kabel entwirren oder ein Drummikrofon wieder festschrauben. Mit der Zugabe „Angel Of Glass“ verabschieden sich die Herren dann nach einer guten Stunde – da wäre es fast zu überlegen, sich die neue Live-DVD „One Night Of Insurrection“ zuzulegen. Aber natürlich ist eine DVD nie so gut wie das Original – und von dem können sich viele junge Bands noch eine gehörige Scheibe abschneiden.

Setlist:

Wicked White Demon

The Gospel Of Judas

Cosmovision

Eternal Winter

Secret Rules

Three Miles Island

Legions Of the Rising Sun

Holy Diver

Target For Revenge

Messenger Of Faith

Trust A Crowd

 

The Watchtower

A Thrill Of Death

Kill The King


Angels Of Glass

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