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Rock Hard Festival 2019

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Anthrax

Wer nun denkt, dass man sich beim Sonntagsheadliner ganz entspannt die Knochen sortieren kann, weil Possessed] mit einem derartigen Brett alles zermalmt haben, wird schnell in die thrashende Gegenwart zurückkatapultiert und Zeuge einer Anthraxschen Zeitreise, die vielleicht viele Fans erhofft, aber eben so sicher nicht erwartet haben. Klar, die New Yorker wissen ganz genau, dass die alten Schinken vornehmlich aus den 80ern schon lange zum allgemeinen Thrash-Kulturgut gehören und selbst jeder Nachwuchs-Metaller, der nur den Hauch von Anstand beim Mitreden besitzen will, mit Songs der Marke „Caught In A Mosh“, „Madhouse“ oder gar „Indians“ förmlich verwachsen scheint.

Im Sack haben die Fünf die Fans eh schon mit dem selbst gespielten Intro „Cowboys From Hell“, welches sich eben in den Opener „Caught In A Mosh“ ergießt und einen fulminanten Moshpit auslöst. Mit „Got The Time“ ist dann auch schnell die Zeitfrage gelöst, die Gelsenkirchener Irrenanstalt mit dem famosen und schon erwähnten „Madhouse“ niedergebürstet – keine Zeit zum Luftholen, keine Chance zum Gedankensortieren, sondern von jetzt auf gleich ein Vollstart in die schweißige Körperentsaftung.

Das Rund des Theaters scheint bis auf den letzten Platz gefüllt, der Chor zum Start bei „Be All, End All“ und dem ausgedehnten Mitsingmittelpart kaum verbesserungswürdig, auch Joey heizt immer wieder mit einem „ich kann euch nicht hören“ im weiteren Verlauf des Abends erfolgreich ein. „Ich weiß, die meisten von euch sind schon verfickte drei Tage hier am Start und ihr gebt noch immer Vollgas“, schreit uns Bandleader Scott Ian an und bedankt sich, fragt schnell mal mit der „dümmsten Frage“ überhaupt nach „Mögt ihr Thrash Metal?“ „Natürlich“, so sein Fazit nach dem Jetlag-Zieren, wobei „Evil Twin“ dann nochmals eine Vollbedienung offenbart.

Am zweiten Tag ihres erneuten Europa-Abstechers lassen sie auch in der Folgezeit nicht mehr wirklich etwas anbrennen: „I Am The Law“ ist der perfekte Soundtrack zum Slam Dance, die Fans sind eh schon längst auf Textsicherheit geprüft und gepolt, wobei Joey bei „Efilnekufesin“ ein bisschen mit Stimmproblemen kämpfen muss. Egal, der Drops ist schon längst gelutscht, zumal das Finale mit den beiden Zugaben mit dem Trust-Cover „Antisocial“ sowie dem unsterblichen „Indians“ – von der erneuten Outro-Pantera-Huldigung „Cowboys From Hell“ abgerundet – zwei absolute Volltreffer sind – Schiff im Kanal versenkt.

Setlist:

Intro Cowboys From Hell
Caught In A Mosh
Got The Time (Joe Jackson-Cover)
Madhouse
Be All, End All
Evil Twin
I Am The Law
Medusa
Now It's Dark
Efilnekufesin (N.F.L.)
In The End
A.I.R.
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Antisocial (Trust-Cover
Indians
Outro Cowboys From Hell

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