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Rock Hard Festival 2019

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

The Vintage Caravan

Die nächste Band ist schon etwas länger im Geschäft als Tyler Leads, dürfte sich, was das Alter der Mitglieder betrifft, allerdings in einem ähnlichen Rahmen bewegen – Sänger und Gitarrist Óskar Logi Ágústsson gründete The Vintage Caravan immerhin schon 2006 im Alter von zarten zwölf Jahren. Im Spätsommer des letzten Jahres veröffentlichten die Isländer ihr nunmehr drittes Full-Length-Album „Gateways“ und konnten sich durch ihr konstantes Touren und harte Arbeit bereits ein respektables Standing in der Szene verschaffen.

„Passend zum Wetter, ein bisschen stürmisch“, wird das Powertrio aus dem hohen Norden angekündigt, das sein Set mit „Reflections“ erstaunlich melancholisch eröffnet. Allerdings handelt es sich hier auch um die erste Single des erwähnten aktuellen Albums, außerdem beweist dies, dass der Sound inzwischen eigenständiger geworden ist und man nicht mehr ganz so auffällig im Led Zeppelin-Fahrwasser schippert.

Apropos Sound: Dieser ist deutlich knackiger und differenzierter als bei den Recklinghäusern zuvor, was bei dem unglaublich hohen handwerklichen Level, welches die jungen Herren auszeichnet, umso erfreulicher ist. Alle drei sind fantastische Musiker, vor allem Frontmann Óskar brilliert an der Gitarre mit unfassbar gefühlvollen und kreativen Soli und besitzt dabei einen wahnsinnig sauberen Ton. Garantiert einer der besten Gitarristen der gesamten diesjährigen Festivalausgabe – und als Sänger hat er inzwischen ebenfalls noch eine Schippe draufgelegt. Doch auch Drummer Stefán Ari Stefánsson wirbelt wie ein Berserker über sein Kit, während Tieftöner Alexander Örn Númason einen Mordsgroove hinlegt und zudem mit sporadischen, aber den Gesamtklang sehr bereichernden Backing Vocals glänzt. Schon toll, wie nur drei Mann es schaffen, eine solche Soundwand zu kreieren.

Nach zwei neuen Stücken zu Beginn, erfolgt mit „Babylon“ eine bekanntere Nummer, die kräftig Unterstützung durch Hey-Rufe erfährt. Von der Energie der Mittzwanziger lässt man sich aber auch gerne anstecken, bei dieser Truppe, die live wie immer noch deutlich roher und dreckiger rüberkommt (auch wenn das wie ein Kontrast anmuten mag, wenn man einen Absatz zuvor noch das saubere Spiel der Protagonisten lobte), hat man stets das Gefühl, sie delektiert sich an jedem einzelnen Auftritt.

An diesem mit Sicherheit ganz besonders, vor solch einer Kulisse; jedenfalls erklärt Óskar, hier spielen zu dürfen, sei „ein fucking Traum, der in Erfüllung gegangen ist“. Im Gegensatz zu manch anderer Combo hier, scheuen sich die Isländer auch nicht, mit „Innerverse“ eine Ballade zum Besten zu geben, bei der man einmal mehr insbesondere das schlicht wundervolle Gitarrenspiel Ágústssons in vollen Zügen genießt, die in der Mitte aber auch mächtig Fahrt aufnimmt.

Nach einem weiteren neuen Song namens „Reset“, gibt es am Schluss mit „Expand Your Mind“ (eingeleitet von einem kleinen Schlagzeugsolo) sowie „Midnight Meditation“ (Wahnsinns-Ohrwurm) noch zwei alte Kracher zu hören, bevor der ganze Spaß schon wieder vorbei ist. Ein kurzer Hinweis noch auf die im Herbst anstehende Tour mit Opeth und schon sind die Classic Rocker wieder von der Bühne verschwunden. Immer wieder gerne – die Kombination mit den Schweden um Mikael Åkerfeldt ist definitiv äußerst reizvoll und etwas, worauf man sich schon freuen kann.
 
Setlist:

Reflections
Set Your Sights
Babylon
Innerverse
Reset
Expand Your Mind
Midnight Meditation

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