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Rock Hard Festival 2019

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Samstag, 8. Juni 2019

Tyler Leads

Der zweite Festivaltag wird wie schon der erste von einer hungrigen Nachwuchscombo eingeläutet, wenngleich Tyler Leads im Vergleich zu den Speed-Thrashern von Vulture eher in der melodischeren Ecke anzusiedeln sind. Die Band hat bis dato auch noch kein Full-Length-Album veröffentlicht, sondern mit „Burning Smoke“ und „Stay Ugly“ lediglich zwei EPs, wobei letztere im April auf Platte bei ftwctp Records erschienen ist. Man munkelt, deren Eigentümer, ein gewisser Herr Müller, sei vor dem Auftritt noch nervöser gewesen als die Recklinghäuser Formation selbst.

Bei dieser ist von Nervosität nichts zu spüren (ganz im Gegensatz zum das Konzert ankündigenden RH-Redakteur, dem offenbar plötzlich jegliche zurechtgelegten Worte entfleucht sind, weswegen er kurzerhand ans Publikum gewandt sagt: „Macht mal Stimmung, wenn ich’s schon nicht kann“ und anschließend beschämt abtritt), denn allein in Sachen Stageacting wirken die Westfalen so souverän wie eine Truppe mit jahrzehntelanger Erfahrung. Da wird mit unglaublicher Energie über die Bretter gepest (und dabei auch ein leerer Kasten Paderborner durch die Gegend gekickt – die Band ist bekannt für ihre Affinität zu der Plörre), Positionen gewechselt und jeder Quadratzentimeter der großen Amphitheater-Bühne ausgenutzt.

Ganz klar: Diese Jungs haben so richtig Bock, es allen zu zeigen, und der Lohn sind immer mehr Leute, die im Laufe des Gigs den Weg ins Rund finden und denen ganz offensichtlich gefällt was sie sehen – die „Tyler Leads“-Sprechchöre bereits nach der zweiten Nummer „Heavy Eyes“ machen dies mehr als deutlich. Mit derart positiver Resonanz hätte das Quintett wohl selbst nicht gerechnet. „Ich bin freudig erregt, dass ihr schon so früh so zahlreich erschienen seid“, gibt Sänger Johnny dementsprechend zu Protokoll. „Hätte ich nicht gedacht, kenn’ ich ja selber, dass man es nicht immer am Samstag zur ersten Band schafft“, fährt er fort, was vielen Zuschauern ein Grinsen entlockt, denn natürlich kennt diese Situation jeder.

Wer es nun tatsächlich nicht zum Auftritt geschafft hat, verpasst eine ganze Menge, denn Songs wie der fette Riffrocker „The Witch“ oder das hochenergetische „Electric Wasteland“ (mit ziemlich coolen Highspeed-Vocals von Gitarrist Soyan Osman) machen einfach Laune und sollten jedem bereits Anwesenden den Kater aus dem Schädel prügeln. Überhaupt sind auch die Harmoniegesänge der beiden Gitarristen sehr bereichernd für den Gesamtsound und sauber vorgetragen.

Bei solch einem starken Auftritt lässt sich verschmerzen, dass es beim Sound manchmal für den Bruchteil einer Sekunde zu Ausfällen kommt. „Habt ihr noch Puste? Seid ihr aufgewärmt? Gleich kommt die alte Karawane“, grinst Johnny schließlich in Anspielung auf die folgende Band The Vintage Caravan, bevor die letzten beiden Stücke erklingen. „Es war uns eine verfickte Ehre, ein Traum ist in Erfüllung gegangen“, rotzt er dann noch bei der endgültig letzten Nummer „Burning Smoke“ raus, bei der er sich einen Beckenständer nach vorne holt und auf das Becken mit einem Gürtel begleitend zum Drumming einkloppt. „Ich hoffe, ihr hattet genauso viel Spaß wie wir“, fügt der Frontmann außerdem noch an. Mit Sicherheit! Die Zugaberufe sagen alles – ein voller und vollauf verdienter Erfolg für diese erfrischende Truppe, die bestimmt noch einiges von sich wird hören lassen.

Setlist:

Call Of The Wild
Heavy Eyes
The Witch
Lady In Green
Big City Blues
Supercharged
Electric Wasteland
Burning Smoke

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