Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Rock Hard Festival 2019

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Zodiac

Nach dieser Knüppelorgie ist ordentlich Kontrastprogramm angesagt: Die Bluesrocker von Zodiac wurden nach der kurzfristigen Absage von The Obsessed auf die Schnelle verpflichtet und da sie wahrlich keinen weiten Anreiseweg haben, konnte dies wohl relativ spontan umgesetzt werden. Die Band hat sich nach ihrer Auflösung 2017 am Ende doch wieder recht schnell zusammengerauft und hat sichtlich Bock zu spielen. Außer Ruben Claro sind alle alten Mitglieder wieder dabei, für den Lockenkopf, der mittlerweile seine eigene Combo Bad Bone Beast gegründet hat, bedient nun ein gewisser Hendrik Müller-Späth den Tieftöner, der genau wie sein Vorgänger außerdem zusätzlich die sporadischen Orgeleinsätze übernimmt.

Das fetzige „Diamond Shoes“ vom Debütalbum bildet den Auftakt, während „Rebirth By Fire“ der letzten, deutlich härteren und weniger Blues-lastigen Platte „Grain Of Soul“ entstammt. Den Jungs steht die Spielfreude ins Gesicht geschrieben, gerade Frontmann Nick van Delft glänzt neben seinem warmen ausdrucksstarken Gesang mit erstklassigen Soli, die einen wahlweise niederknien oder begeistert Luftgitarre spielen lassen. Besonders natürlich beim Neil Young-Cover „Cortez The Killer“, das sicherlich jeder im Rund abfeiert, selbst wenn man an sich nicht der größte Fan von Coverversionen ist.

Aber die Nummer hatte sich bereits vor der Auflösung so fest im Liverepertoire etabliert, dass sie gar nicht mehr wegzudenken ist – genauso wie selbstverständlich das unkaputtbare, vielschichtige „Free“, bei dem zum ersten von zwei Malen die Orgel zu Ehren kommt. Während „Animal“ gegen Ende mit scharfkantigen Riffs noch einmal einheizt, wird es ganz zum Schluss noch mal episch: Wenn Nick gut zwölf Minuten vor Set-Ende den letzten Song ankündigt, ist klar, dass jetzt nur noch „Coming Home“ folgen kann.

Klar, der Track hat wahrscheinlich noch nie auf einem Konzert der Münsteraner gefehlt, aber ohne geht eben auch einfach nicht. Was für eine geile Nummer, immer und immer und immer wieder – das sehen alle anderen Fans ganz genauso und jubeln bereits ausgiebig, als die ersten paar Töne des Intros erklingen. Auch diese zwölf Minuten sind allerdings leider flugs vorbei und schon ist wieder Feierabend. Außer für Drummer Janosch Rathmer, der muss später ja noch mit Long Distance Calling ran.

In jedem Fall ein toller Auftritt, der dem beim RHF 2014 in nichts nachsteht. Diese Band macht jedes Mal wieder Spaß und dass sie nach längerer Pause wieder Bock haben, war zu jeder Sekunde zu spüren. Nick wird nie der große Ansager werden, aber es ist sehr sympathisch, wie er sich in bescheidener Manier für diese recht spontane Auftrittsmöglichkeit bedankt und erklärt, jeder der Lust hat, kann auf ein Bier und zum Quatschen in ein paar Minuten vorbeischauen. Einzig Stephan Galls Rhythmusgitarre hätte in Sachen Sound etwas durchschlagskräftiger sein dürfen, da gingen ein paar Feinheiten unter, doch das ist Meckern auf hohem Niveau. Jetzt bitte bald ein neues Album!

Setlist:

Diamond Shoes
Rebirth By Fire
Free
Cortez The Killer (Neil Young-Cover)
Animal
Coming Home

Seite
comments powered by Disqus

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging