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Rock Hard Festival 2019

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Cannibal Corpse

Unglaublich, wie viel Angst und Schrecken Cannibal Corpse auch 2019 noch auslösen können. Die Stadt Gelsenkirchen hat da zumindest einen sehr eifrigen Beamten, der mit einem Schreiben an die Organisatoren verdeutlichte, dass bestimmte Songs wie zum Beispiel „Stripped, Raped And Strangled“ (welches übrigens kurz nach dem Festival auf diversen Setlisten auftauchte, aber eben nicht gespielt wurde, allerdings 2016 hier vor Ort auf dem musikalischen Gourmetplan zu finden war) keinesfalls vorgetragen werden dürfen – eine empfindliche Geldstrafe stand da im Raum.

Zensur hin, vorauseilender Gehorsam her, was auch immer da im Vorfeld hinter den Kulissen ablief, wird zum Schluss von den Herren aus Florida mit einem perfekten musikalischen Stinkefinger ausgekontert und so sicherlich so manchem beinharten Death-Metal-Fan für immer im Kuriosenkonzerthirn hängen bleiben: „Hammer Smashed Face“ rockt eben auch instrumental.

Wer auf das Krawallo-Quintett steht, bekommt auch so die derbe Vollbedienung. Zwecklos übrigens, noch immer auf dem „Früher mit Chris Barnes war alles besser“-Dauerlangweilthema herum zu reiten. Ansagen eigentlich Fehlanzeige, Melodien fehlen ebenfalls (was hat man da auch anderes erwartet?), und so spalten die Deather eben das Publikum locker in diejenigen, die jetzt eine Auszeit nehmen und jene, die mit ehrfürchtiger Dauerrotation dem Schredderalarm huldigen. Dabei poltern die Herren schön durch die eigene Discographie, Corpsegrinder rülpst wie eh und je und rotiert seinen Nacken in Überschallgeschwindigkeit; die wirklichen Überraschungen bleiben bis auf das Instrumental aus, doch der Moshpit nimmt an Härte deutlich zu – so wird die Steilvorlage von 2016 zur Matrix von 2019.

Geschockt sind die Leute höchstens, weil sie mit derlei infernalischem Inhalt nichts anfangen können, der Fan aber erfreut sich einmal mehr an der derben, spielerisch kompetenten Leistung und findet lediglich zwölf Nummern zu wenig für die eigene todmetallische Partystimmung. Den anderen hat es aber gereicht, was nun auch keine wirkliche Überraschung ist – und denen das Ordnungsamtgeplänkel wahrscheinlich mehr oder weniger am Allerwertesten vorbei geht. Doch wehret den weiteren Zensurplänen.

Setlist:

Code Of The Slashers
Only One Will Die
Red Before Black
Staring Through The Eyes Of The Dead
The Wretched Spawn
Unleashing The Bloodthirsty
Kill Or Become
Scavenger
Firestorm
Death Walking Terror
Make Them Suffer
Hammer Smashed Face (Instrumental)

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