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Rock Hard Festival 2019

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Symphony X

Bei dieser Band ist man geneigt zu sagen: Wurde aber auch Zeit, die endlich zu holen! Stimmen, dass Prog Metal auf Festivals nicht funktionieren würde, gibt es ja immer wieder, und bei so mancher Frickelcombo mag das durchaus zutreffen – nicht so bei Symphony X. Der Fünfer aus New Jersey ist seit jeher bekannt für sein Gespür, technisch anspruchsvolles Material mit megaeingängigen Hooks zu fusionieren, und verfügt zudem mit Russell Allen über eine echte Rampensau am Mikrofon; der Mann ist nicht nur ein erstklassiger Sänger, sondern auch jemand, der den Leuten richtig Feuer unterm Arsch machen kann.

Zuschauern, denen die Truppe bislang nicht geläufig war, wird es allerdings nicht leicht gemacht, denn man startet mit dem Zehn-Minuten-Brocken „Iconoclast“ vom gleichnamigen 2011er Album, legt anschließend jedoch mit „Evolution (The Grand Design)“ gleich den ersten Klassiker vor, dessen mitreißenden Refrain zumindest alle älteren Fans selbstredend aus voller Kehle mitbrüllen können.

Bei „Serpent’s Kiss“ sieht sich Allen bereits veranlasst, die Band vorzustellen („in case you don’t know who the fuck we are“), wobei Michael Romeo, „the Master, the Man“ wie der Sänger den Flitzfinger an der Gitarre zurecht ehrfürchtig nennt, den größten Applaus einheimst. Technisch sind sie aber eh alle nicht von dieser Welt, die Tightness der Band sucht ihresgleichen und Russell Allen scheint einer jener Sänger zu sein, die mit zunehmendem Alter eher noch besser werden.

Es sei jedoch hinzugefügt, dass die Amis gerade ausgiebig auf Tour waren, der Auftritt hier und heute markiert den letzten Termin – man ist also bestens eingespielt. Daher unterscheidet sich das Set auch nicht wesentlich von den letzten Clubdates; zwar wurden im Vergleich nur zwei Stücke gestrichen, bei einem davon handelt es sich allerdings um die 25-Minuten-Mammutnummer „The Odyssey“, weswegen sich jetzt jeder in den Allerwertesten beißen darf, der diese Tour verpasst hat (dazu zählt auch der Verfasser dieser Zeilen).

Russell zeigt sich sehr redefreudig, deklariert das Konzert als „perfekten Abschluss“ für die gerade absolvierte Tour, zumal man vor 21 Jahren bereits beim RHF spielte (damals 1998 noch in einer wesentlich kleineren Ein-Tages-Hallen-Ausgabe in Hagen), was seinerzeit das erste Deutschlandkonzert der Truppe bedeutete – der Kreis schließt sich also. Emotional wird es dann bei „Without You“, das der Fronter den beim tragischen Verkehrsunfall 2017 während einer US-Tour mit Adrenaline Mob, wo er ebenfalls gesanglich aktiv ist, verstorbenen David Zablidowsky (Bassist) und Jane Train (Managerin) widmet.

Fast schon passenderweise fängt es zu diesem Zeitpunkt wieder an zu regnen und die Leute unten rücken näher zusammen. „Ist doch nur ’n bisschen Regen“, erklärt Russell Allen und baut dies gleich in den nächsten Song ein: „Are you afraid of a little rain?“, fragt er singend verschmitzt und bringt damit auch Michael Romeo neben ihm zum Grinsen. Nach einem ausführlichen Exkurs zur Bedeutung der „Mano Cornuta“ sowie der Klassiker-Hymne „Sea Of Lies“ steht in Form von „Set The World On Fire (The Lie Of Lies)“ auch schon der letzte Song an, der, so Allen, bei dem Titel doch bestimmt die dunklen Wolken vertreiben wird.

Dies klappt nur teilweise, es soll später noch einmal regnen – doch Symphony X haben hier einmal mehr überzeugt, auch der Sound war in Ordnung. Nette Randnotiz: Grabenchef Lars hebt einen vielleicht siebenjährigen Jungen über das Absperrgitter auf einen der kleinen Sitzflächen daran, damit dieser besser sehen kann. Der Kleine reckt dann auch gleich freudestrahlend die doppelte Pommesgabel in die Höhe. Sehr coole, liebenswerte Aktion.

Setlist:

Iconoclast
Evolution (The Grand Design)
Serpent’s Kiss
Nevermore
Without You
Run With The Devil
Sea Of Lies
Set The World On Fire (The Lie Of Lies)

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