Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Rock Hard Festival 2017

Hail fucking Satan!

Elin zeigt sich als konditionsstarker Aktivposten.

Zum Thema

Blues Pills

Natürlich brandet bei Blues Pills die Diskussion auf, ob die Schweden rund um die hübsche Frontfrau Elin denn auch tatsächlich ein adäquater Headliner für dieses Festival sind – übrigens sind davon auch Behemoth und Opeth betroffen, womit sich der jährliche Kreis schnell wieder schließt, der irgendwie gefühlt beim Rock Hard Festival 2010 mit der strittigen Show von The Devil's Blood losgetreten wurde.

Man muss auch nicht Fan der Truppe sein, noch nicht einmal den Hype der letzten Jahre verstehen um anzuerkennen, dass sich die Truppe trotz eines nicht mehr ganz so prallen „Lady In Gold“-Albums im Aufwind befindet, wodurch an sich ja auch schon immer wieder grundsätzliche „mag ich oder mag ich nicht“-Befindlichkieten aufkommen – so auch in unserer Redaktion, was schlussendlich immer gut für eine zielgerichtete Auseinandersetzung sorgt.

„Sollen wir nicht eine Plus-Minus-Kritik schreiben?“, so unser Hanseaten-Blues-Pills-Verehrer, denn bei aller spielerischen Klasse, die eben Blues Pills an den Tag legen, bleiben auch ein paar gähnende Fragezeichen offen. Man mag es gut finden oder nicht, entgegen dem Auftritt hier vor Ort vor drei Jahren hat sich ja einiges getan, zumindest Elin gehört sichtbar nicht mehr zu den verschüchterten Girlies, sondern zu den optischen Aktivposten auf der Bühne – ständig in Bewegung mit einer bemerkenswerten Kondition, wobei auf der anderen Seite auch bei den teilweise getragenen Songs das Aerobic-Herumgehüpfe der Marke Jane Fonda doch einfach eine Spur zu viel ist.

Schon fast wohltuend, wie sich Bassist Zack zurücknimmt und seinen Platz neben dem Drumpodest nicht einmal verlässt. Deutlich zu loben ist die Hinzunahme eines zweiten Klampfers, der sich auch immer wieder hinter die Hammond-Orgel klemmt: Rickard Nygren. Die Songs bekommen live viel mehr Tiefe, laden teilweise die Fans zum Träumen ein und so ganz nebenbei verzichten die Blues Pills so auf Konservenzulagen. Wie gewohnt steht auch Gitarrist Dorian mit seinem gefühlvollen Gitarrenspiel im Vordergrund, wobei sich der junge Kerl teilweise mit geschlossen Augen wie traumwandlerisch auf seine Harmonien konzentriert – wie gehabt, da hat sich in den Jahren an seiner Präsenz nichts geändert, was einige Nicht-Fans vor Ort ihm auch als „hochnäsig“ unterstellen.

„Hallo Rock Hard Festival, schön, dass wir spielen dürfen“, so eine sichtbar ergriffene Elin noch vor „Lady In Gold“, wobei sie das heute noch mehrmals erwähnen wird, sich ansonsten mit großartigen Ansagen eher wohltuend zurückhält und eher ein „yeah, come on“ einstreut, wenn einmal mehr die Fans mit purer Begeisterung mitklatschen. Warum aber ein paar versprengte Seelen zu „Ain't No Change“ auf die Idee zum Crowdsurfen kommen, wird wohl deren Geheimnis bleiben oder gehört zu einer fehlgeleiteten Festivalkultur. Dann doch lieber das liebenswerte Gekreische, als Elin „High Class Woman“ den anwesenden Rock-Chicks widmet.

Ganz groß ist dann aber nicht nur der fette Abschluss-Applaus, sondern der Gänsehaut-Moment zu „Somebody To Love“, im Original von Jefferson Airplane, was hier wohl nahezu alle mitsingen können, die sich im leider etwas ausgedünnten Rund aufhalten. Schöne Momente von einer talentierten Band, die sicherlich ein wenig zu hoch im Billing angesetzt ist, aber die Fans in absolute Verzückung versetzt, der Headliner-Rolle aber nur bedingt gerecht wird.

Setlist:

Lady In Gold
Little Boy Preacher
Black Smoke
Bliss
Won't Go Back
Little Sun
Outro
Elements And Things (Tony Joe White-Cover)
You Gotta Try
Astralplane
High Class Woman
Ain't No Change
Gone So Long
------------------
Somebody To Love (Jefferson Airplane-Cover)
Devil Man

Seite
comments powered by Disqus

Neues Album und Tour im nächsten Jahr

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen