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Rock Hard Festival 2017

Hail fucking Satan!

John Corabi von The Dead Daisies leitet locker fluffig durchs Programm.

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The Dead Daisies

Und wieder ein krasser Wechsel, was die musikalische Ausrichtung betrifft, das hatten wir ja schon einmal an diesem Tag. Mantar haben nun die Bühne für The Dead Daisies geräumt, für ein Stückchen märchenhafte Rock'n'Roll-Geschichte, wenn man schnell einen Blick auf die gealterten Protagonisten wirft, die zwar nichts weltbewegend Neues anbieten, dabei aber so souverän wirken, dass die Humbucker von Robert Pehrsson im direkten Vergleich nicht den Hauch einer Chance haben – auch wenn man bei jeder zweiten Nummer mit einem „den kenne ich doch irgendwo her“ aufjaulen könnte, hat man den Song doch so oder so ähnlich ganz sicher schon gehört.

Das kommt dann ja auch nicht von ungefähr, immerhin haben sie glatt fünf Coversongs in ihr Set integriert, allerdings verweisen sie dabei nicht auf ihre eigenen Soundtrademarks, was zuvor noch in der Ansage mit einem „Habt ihr Lust auf Thin Lizzy) oder Whitesnake?“ in Aussicht gestellt wurde. Egal, dort auf der Bühne stehen quasi lebende Rocklegenden, die dürfen das; da verschließt man auch mal gutmütig die Augen und Ohren bei einem eher unnötigen, nach dem The Who-Cover „Join Together“ platzierten Drumsolo von Brian Tichy – für das es allerdings auch Szeneapplaus gibt. Lieber ein Song mehr bei der ersten Show der 2017er Tour, wäre einfach viel galanter, zumal sie sicherlich mehr im Gepäck haben werden, spielen sie doch auch reichlich Clubshows. So ganz nebenbei zocken sie aber auch mit ein paar anderen Hinweisen, verweisen noch zu „Make Some Noise“ auf Mötley Crüe oder bauen einfach auch mal in „Helter Skelter“ ein Led Zeppelin-Zitat ein.

„Ich will euch einen guten Freund von mir vorstellen“, so John Corabi und deutet dabei auf Klampfer Doug Alritch, der gleich mal noch ein längeres Solo einleitet und so gar nicht kamerascheu herumpost, als ob es ehemals niemals schon knebelnde Fotoverträge gegeben habe. Natürlich vergisst John auch nicht, immer wieder das Publikum einzubinden, da ist ein einfaches Vormachen bis hin mit einem „ich will eure Hände alle sehen“ zum Mitmachen alles vertreten – und die Fans gehen auch bereitwillig darauf ein, wobei der Schwof- hier natürlich deutlich höher als noch der Headbangfaktor ist. Richtig sympathisch aber wird das Quintett vor „With You And I“, spricht doch John über die veränderte Welt, die schlechten Zeiten und fordert dazu auf, miteinander zu sprechen. Das hört man gerne, fallen doch gerade Amis im hardrockigen Bereich sonst eher durch uninspiriertes Desinteresse der Politik gegenüber auf (oder durch extremes Scheißelabern; Anm.d.Red.).

Eindeutig den stressigsten Job des Abends aber hat der Drumtechniker von Brian Tichy, muss er doch immer wieder diverse Drumsticks einsammeln, da Tichy die Dinger am laufenden Band durch die Gegend schmeißt, wobei er eben nicht jeden fängt, zur Unterhaltung aber so eindeutig beiträgt, was auch auf den Rängen des Amphitheaters nicht unbemerkt bleibt. Aber auch das geht vorbei, mit einem „wir könnten ja jetzt von der Bühne gehen“ sorgt John Corabi für deutliche Zustimmung einer Zugabe. „Ihr müsst aber auch mitsingen, ist ganz einfach“, lässt er da noch wissen, die Fans stimmen ein, recken die Pommesgabeln zum abschließenden Bild und freuen sich noch darüber, dass Bassist Marco Mendoza bei „Midnight Moses“ im Graben auf Tuchfühlung zu den Fans gegangen ist.

Setlist:

Long Way To Go
Mexico
Make Some Noise
Fortunate Son (Creedence Clearwater Revival-Cover)
Last Time I Saw
Join Together (The Who-Cover)
Drum Solo
With You And I
Mainline
Helter Skelter (The Beatles-Cover)
We 're An American Band (Grand Funk Railroad-Cover)
Midnight Moses (The Sensational Alex Harvey Band-Cover)

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