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Rock Hard Festival 2017

Hail fucking Satan!

Ross The Boss ziehen eine Menge Zuschauer dank zahlreicher Manowar-Klassiker.

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Ross The Boss

Das Rock Hard und Manowar ist eine Geschichte für sich. Wir erinnern uns an jenes legendäre Interview des damaligen Chefredakteurs Götz Kühnemund mit Bandboss Joey DeMaio aus dem Jahre 2006, in welchem der Bassist es schaffte, sich endgültig zum Affen zu machen. Den sogenannten „Kings Of Metal“ wird ja nun schon seit Jahren Ausverkauf, Selbstüberschätzung, Realitätsferne, Arroganz und Einfallslosigkeit vorgeworfen – da ist es doch um einiges günstiger, den Ex-Gitarristen Ross The Boss einzuladen, der sich mit einem Manowar-Classics-Set angekündigt hat, zumal man bei dem Konzert davon ausgehen kann, dass auch wirklich Musik gespielt wird und nicht 50 Prozent der Zeit selbstbeweihräuchernde Reden geschwungen werden.

Dennoch stieß auch diese Verpflichtung auf ein geteiltes Echo; es ist nicht das erste Mal, dass eine „Coverband“ beim Rock Hard Festival auftritt (und später am Tag soll ja mit Dirkschneider noch eine performen) und das findet nicht jeder knorke. Zumindest ist der The-Pit.de-Delegation überliefert worden, dass im Biergarten eine Protestbewegung gegen den Auftritt von Ross Friedman (wie der Mann im wahren Leben heißt) und seine Combo läuft, indem dort eine Parade mit nackten Hinterteilen zum Besten gegeben wird.

Sei es wie es will, die Frage in der Ankündigung „Habt ihr Bock auf alte Manowar- Klassiker?“ wird schon allein durch die bloße Anzahl von Leuten bejaht. Der Regen ist erst mal vorbeigezogen und die Voraussetzungen sind bestens, um eine schweißtreibende Reise in die Vergangenheit zu unternehmen. Natürlich sagt es eine Menge über die Szene aus, wenn eine Coverband (und das sind Ross The Boss zumindest heute, auch wenn sie für gewöhnlich auch eigene Songs im Repertoire haben) von tausenden Leuten abgefeiert wird, während es andere Combos, die uhrzeittechnisch sogar später im Billing auftauchen, wesentlich schwerer haben.

Aber allen billigen Texten und triefenden Klischees zum Trotz – es lässt sich nicht leugnen, dass die alten Nummern einfach verdammt eingängig sind. Und so herrscht eine Bombenstimmung: Wenn Sänger Marc Lopes den Refrain von „Kill With Power“ anstimmt und ihm hundertfach „Die! Die!“ entgegengeschmettert wird, wenn permanent Fäuste geschüttelt und Pommesgabeln (oder Plastikschwerter) hochgereckt werden, hat die Band anscheinend alles richtig gemacht. Lopes, genau wie Bassist Mike LePond (bekannt vor allem durch sein Engagement bei Symphony X) und Drummer Kenny „Rhino“ Earl (früher selbst kurz bei Manowar) erst seit 2016 im Line-up, zeigt sich bei den vielen Schreien gut in Form und kann zumindest ansatzweise an Eric Adams in alten Tagen anknüpfen.

Auch er lässt sich gerne vom Enthusiasmus der Zuschauer anstecken und rennt gegen Ende sogar in den Fotograben, um die Fans direkt an der Absperrung zu animieren, des Weiteren lobt er die Leute immer wieder für die Bereitwilligkeit zu jeder Sekunde mitzumachen und Gas zu geben, man habe außerdem mit dieser Truppe noch nie vor so vielen Leuten gespielt. Viele Songs mögen aufgrund ihrer simplen Struktur und ihres Pathos Spinal Tap-Momente besitzen (allein das Keyboard auf der Bühne, das nur für eine einzige kurze atmosphärische Sequenz von „Into Glory Ride“ parat steht) und für so manchen als Schlager mit harten Gitarren durchgehen, aber die Fans und sicherlich auch die Band hatten ihren Spaß. Am Ende können daher alle Beteiligten zufrieden sein, zumal uns der Boss Gott sei Dank mit politischen Hohlbrot-Botschaften, die er auf Facebook offenbar zuhauf verzapft, trotz des erneuten Anschlags in London verschont.

Setlist:

Blood Of The Kings
Death Tone
The Oath
Blood Of My Enemies
Kill With Power
Thor (The Powerhead)
Sign Of The Hammer
Fighting The World
Metal Daze
Battle Hymn
Hail And Kill

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