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Rock Hard Festival 2017

Hail fucking Satan!

Exodus verteilen saftige Arschtritte und räumen mal wieder gnadenlos ab.

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Exodus

Wer dachte, Asphyx seien bereits das Highlight in Sachen Moshpit- und Crowdsurfer-Action gewesen, sieht sich schwer getäuscht. So gut die Holländer zuvor abgeräumt haben – die Bay Area-Legende setzt da eindeutig noch mal einen drauf und soll am Ende ganz klar den diesjährigen Rekord in Bezug auf die Größe des Pits und die Anzahl an Crowdsurfern verzeichnen; die Security bekommt also ordentlich was zu tun, agiert jedoch souverän wie gewohnt.

Wenn man aber auch gleich mit den ersten drei Songs des Debüts „Bonded By Blood“ anfängt, hat man die Fans selbstverständlich sofort auf seiner Seite. Die Arena ist noch ein Stück voller als bei van Drunen und Co. und sowohl vor als auch auf der Bühne wird von der ersten Sekunde an Vollgas gegeben. Man mag von der Art und Weise von Dukes’ Rauswurf halten was man will, Steve „Zetro“ Souza aber beweist, dass er eben wohl doch der ultimative Exodus-Sänger ist – der Kerl ist gut in Form und kreischt und shoutet auch mit über 50 Lenzen noch mehr als amtlich.

Die krasse Szenerie, die sich im Zuschauerbereich abspielt, ist dem Frontmann aber anscheinend noch nicht derb genug und so treibt er die Leute mit einem „let’s see if we can get that pit even a little bit more violent“ dazu, noch eine Schippe draufzulegen. In puncto Sound knüppelt das Schlagzeug zu Beginn alles zu, schon beim zweiten Track ist die Angelegenheit aber wesentlich ausgeglichener – es bleibt dabei, soundtechnisch gibt es in diesem Jahr erfreulich wenig Probleme.

Nach dem Old-School-Dreierpack folgt erstmals mit „Blood In, Blood Out“ eine Nummer jüngeren Datums (das Titelstück von Zetros Comebackalbum), bevor die Amis mit „Pleasures Of The Flesh“ und „Fabulous Disaster“ erneut in die Vergangenheit zurückkehren und gleichzeitig die nächsten Titelsongs abgrasen. Die Band zockt tight und mitreißend, was umso bemerkenswerter ist, da die heutige Show laut Zetro die erste seit längerer Zeit markiert. Andererseits zeigt dies eben einfach nur, dass die Herren nun erst recht wieder Bock haben, auf der Bühne zu stehen und auch Souza merkt an, es gäbe keine bessere Weise als dieses Festival, um die nächste Tour einzuläuten.

Auch wenn man insgesamt eher die alten Scheiben beackert, werden natürlich noch ein paar weitere neuere Kompositionen untergemischt. So erklärt Zetro mit makabrem Grinsen, das ebenfalls von seinem Comebackalbum stammende „Body Harvest“ mache „besonders viel Spaß zu spielen, denn es geht darum, menschliche Körperteile zu sammeln“. Ob es okay sei, wenn sie dies zum Besten geben würden, auch wenn es nicht old-schoolig sei – der euphorisch mitgeschmetterte Refrain beantwortet ihm die Frage anschließend umgehend.

Immer wieder treibt er den Moshpit an („ihr werdet doch nicht müde?!“) und verlangt am Ende gar, dass man doch aus der gesamten Arena einen Riesenpit kreieren solle. Das klappt zwar nicht ganz, dafür aber gibt es beim abschließenden „Strike Of The Beast“ eine zünftige Wall Of Death, bevor sich die Kalifornier verabschieden. Nette Aktion dabei, dass sie ein Kind auf die Bühne lassen, das beim Schlussakkord kurz die Saiten auf der Gitarre malträtieren darf, doch freute sich Zetro zuvor bereits darüber, dass so viele Metalheads ihre Kinder mitgebracht haben. Das zeigt zwar auch, dass man nicht jünger wird, wie alte Säcke haben Exodus aber definitiv nicht gespielt, ganz im Gegenteil. Trotz der Tatsache, dass Gary Holt wieder nicht dabei war (er zieht es ja weiter vor, bei Slayer zu zocken und wird noch immer von Heathen-Gitarrist Kragen Lum vertreten), haben Exodus wieder einmal bewiesen, dass sie zur Speerspitze des Thrash gehören.

Setlist:

Bonded By Blood
Exodus
And Then There Were None
Blood In, Blood Out
Pleasures Of The Flesh
Fabulous Disaster
Body Harvest
Children Of A Worthless God
Blacklist
The Toxic Waltz
Strike Of The Beast

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