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Rock Hard Festival 2017

Hail fucking Satan!

The Night Flight Orchestra bringen Disco ins Amphitheater.

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The Night Flight Orchestra

Nach diesem amtlichen Geknüppel ist es Zeit, wieder ein wenig herunterzukommen. The Night Flight Orchestra stellen mit ihrem Mix aus AOR, Classic Rock und Achtziger-Pop-Rock-Elementen vom Kaliber Toto die absoluten Exoten des diesjährigen Rock Hard Festivals dar; dass sich bei diesem hauptsächlich von Old-School-Metal geprägten Festival an dieser Truppe die Geister scheiden würden, war von vornherein klar. Auffällig ist bereits vor der Show, dass die Bühne ordentlich umgebaut wird: Hinten wird ein zweites Podest für zwei Backgroundsängerinnen aufgestellt und vorne ein Paar Congas und ein Keyboard. Für den absoluten Die-Hard-Traditionalisten natürlich gleich mehrere Dornen im Augen, für den etwas aufgeschlosseneren Metaller, der auch mal den Blick über den Tellerrand riskiert, schon interessanter.

Obwohl die Schweden mit Soilwork-Fronter Björn „Speed“ Strid äußerst namhafte Prominenz in ihren Reihen haben, scheinen viele die Musik des Sextetts (mit den beiden Sängerinnen stehen sogar acht Leute auf den Brettern) noch gar nicht zu kennen, wie man zumindest annehmen kann, wenn man sich so umhört. Dabei gibt es die Band bereits seit zehn Jahren und immerhin drei Full-Length-Alben stehen schon zu Buche, das jüngste, „Amber Galactic“, erschien vor nicht einmal einem Monat und konnte sehr gute Kritiken einheimsen. Von jener Platte stammt auch der Opener „Midnight Flyer“, bei dem zunächst soundmäßig noch nicht alles rund läuft, sind doch die Leadinstrumente bei den Soli zu leise.

Aber geschenkt, denn die Band kann sich nach und nach immer besserer Reaktionen erfreuen, zumal die Zuschauer sich glücklich schätzen dürfen, einer Premiere beizuwohnen – laut Speed ist es das erste Konzert der Combo in Deutschland überhaupt. Na, das wurde nach zehn Jahren dann aber auch höchste Eisenbahn! Obwohl die Leute unten und zum Teil auch auf den Rängen die Darbietung und Ohrwurm-Granaten à la „Gemini“, „Stiletto“ oder „Living For The Nighttime“ (Survivor mit Disco-Schlagseite – völlig geil!) abfeiern, ist sich der Frontmann natürlich der Ausnahmestellung seiner Kapelle bewusst und fragt nach, ob sich das Ganze nicht „weird“ anfühlen und man sich nicht „What the fuck is this?“ fragen würde.

Anscheinend nicht unbedingt, denn der Aufforderung, die Hände in die Höhe zu strecken und mitzusingen, wird gerne nachgekommen, und wenn Björn grinsend feststellt, dass die Besucher ganz offensichtlich auch Disco mögen und man Leute, die teilweise mit Death- und Black-Metal-Shirts bekleidet sind, entsprechende Tanzbewegungen vollziehen sieht, ist das ein Bild für die Götter. Allein schon weil es beweist, dass viele Metaller eben doch jede Menge Selbstironie besitzen und es allem häufig auftretenden musikalischen Konservatismus zum Trotz auch genügend Menschen in der Szene gibt, die sich auch auf andere Sounds einlassen können. Als schließlich mit „West Ruth Ave“ die letzte Nummer verklungen ist, kann man kaum glauben, dass schon wieder eine Dreiviertelstunde  vorbei ist. Aber die Band hat heute hundertprozentig einige neue Fans hinzugewonnen – die lauten  Zugaberufe sprechen eine deutliche Sprache.   

Setlist:

Midnight Flyer
Gemini
Stiletto
Domino
Living For The Nighttime
Star Of Rio
Something Mysterious
West Ruth Ave

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