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Rock Hard Festival 2015

Are you guys ready auf den Rängen?

Venom

„We will return“ – so Urgestein Cronos im Ausklang des Venomschen Abends, der natürlich polarisiert, einige Fragen aufwirft, aber auch viele glücksbeseelte Menschen in die milde Nacht entlässt. Vorausgegangen waren knapp 90 Minuten diabolische Zeitreise quer durch die Historie der Band, die neben den zu erwartenden Klassikern auch aus den ganz neuen Stücken besteht.

Aber lieber erst einmal von Anfang an. Zum Glück ist am Vormittag die Show schon ausreichend ausstaffiert worden, stehen doch auch Pyros auf dem Programm – so effektvoll sie auch sind, ein bisschen mehr „Feuer“ unterm Hintern hätte es durchaus mehr geben dürfen. Verblüffend nur, dass man die enorme Wärme auch noch locker auf einem Mittelplatz auf den Rängen spüren kann, was den erweiterten Sicherheitsaufwand mehr als gerechtfertigt erscheinen lässt, für die Fotografenschar aber bedeutet, für weniger als die versprochenen „drei Songs, kein Blitz“ zugelassen zu sein.

Gleich schon der Opener „Rise“ wird mit einigen Feuersäulen eingeleitet und die ersten Fans sind in froher Erwartung mit den Powerfäusten schnell dabei, als Cronos mit einem „Are you feeling fine?“  das Wort an die teuflischen Jünger richtet. „Was glaubt ihr sind Venom heute?“, will er dann auch vor „Long Haired Punks“ wissen und schon pfeffert das Trio einen dieser neuen Songs heraus. Deutlich aber wird ohne Zweifel, dass die neuen Songs lediglich verhaltene Stimmung provozieren, und neu bedeutet hier ab 1987 (!), denn immer wenn Venom aus den Frühwerken zitieren, geht das Publikum erst richtig steil – das hatte man ja schon auf der Tour Anfang des Jahres bei M-Pire Of Evil zu spüren bekommen.

Und so gleicht sich das Bild auch hier, denn Klassiker wie „Welcome To Hell“, „Black Metal“, „In League With Satan“ und vor allem „Countess Bathory“ werden mit wahrhafter Faninbrunst abgefeiert, da stört es auch nicht, dass Venom wie eh und je richtig räudig herumrumpeln und lediglich Drummer Danté viel zu tight mit seinen Sticks die Felle verprügelt. Von den neuen Songs kann „Grinding Teeth“ besonders überzeugen, legt der Moshpit hier doch eine erweiterte Sonderschicht ein, was aber schon kurze Zeit später bei „Black Metal“ locker getoppt wird und bis zu den letzten Takten von „Witching Hour“ auch nicht mehr sonderlich nachlässt.

Im Herbst kommen sie auf Tour und bis dahin haben Venom noch an ein paar Feinheiten zu feilen, denn Kult allein wird nicht ausreichen, um die Clubs auch voll zu bekommen – da können sie sich heute noch so sehr wegen der 70000 Tons Of Metal feiern. Und ganz sachte keimt auch die Hoffnung, dass nicht nur Gitarrist Rage ein paar hundert Übungsstunden mehr im Proberaum verbringt – oder einfach wie heute das Posen für die WDR-Kameras sein lässt, denn immer dann geht seine „Wisch-Fuchtel-Technik“ ganz den Bach runter – und auch Cronos endlich Abschied von seinem doch seltsam anmutenden Kleidungsstil nimmt. Nicht alle „Traditionen“ müssen so lange gepflegt werden, bis sie sich in Lächerlichkeit ergehen.

Setlist:

Rise
Hammerhead
Bloodlust/ Black Flame (Of Satan)/ Bloodlust/ Die Hard
Long Haired Punks
Buried Alive
The Evil One
Welcome To Hell
Antechrist
Countess Bathory
Flight Of Hydra
Death Of Rock'n'Roll
Grinding Teeth
Pedal To The Metal
Warhead
-----------------------
Black Metal
In League With Satan
Witching Hour

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