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Rock Hard Festival 2015

Are you guys ready auf den Rängen?

Michael Schenker's Temple Of Rock

Als nächstes betritt ein echter Rockstar die Bühne: Michael Schenker hat alle Höhen und Tiefen des Rock’n’Roll-Business miterlebt und dementsprechend mal fantastische und mal drogenbedingt ziemlich unterirdische Konzerte abgeliefert. Bei dem einstigen Gitarrenwunderkind weiß man oft also nicht so wirklich, woran man ist und Tagesform spielt eine nicht unerhebliche Rolle. Michael Schenker's Temple Of Rock ist das neueste Projekt des gebürtigen Sarstedters, in dessen Line-up sich mit Doogie White am Mikrofon, den Ex-Scorpions-Mitgliedern Francis Buchholz am Bass und Herman Rarebell am Schlagzeug sowie Wayne Findlay an der zweiten Gitarre und am Keyboard weitere äußerst namhafte Rockgrößen tummeln.

Wir erinnern uns, dass UFO bei ihrem Auftritt beim Rock Hard Festival 2009 unfassbarerweise auf die Live-Pflichtnummer „Doctor Doctor“ verzichteten – hierfür erfahren die Zuschauer eine sehr späte Entschädigung, denn mit genau dieser Hymne startet die Band in den Set. Findlays Gitarre ist leider zunächst sehr stark in den Hintergrund gemischt, nichtsdestotrotz sind die Leute angesichts des Klassikers sofort Feuer und Flamme und selbstverständlich soll dies nicht der einzige Megahit an diesem Nachmittag bleiben: Der Fünfer hat eine ganze Latte von Scorpions- und UFO-Songs dabei, nur unterbrochen von einigen neueren Stücken aus den bisherigen drei Alben unter dem Temple-Of-Rock-Banner, die ebenfalls gut ankommen.

„Vigilante Man“ beispielsweise kündigt Doogie White als „Song about liars, vagabonds and thieves“ an, um grinsend hinzuzufügen: „Or as we know them: politicians, bankers and liars“, womit er vielen aus der Seele sprechen dürfte. „Before The Devil Knows You’re Dead“ hingegen wird diversen verstorbenen Rockgrößen wie Ronnie James Dio, Keith Moon oder Jon Lord gewidmet, während er „Lord Of The Lost And Lonely“ als „Trinksong“ vorstellt, was ohnehin bei einem Festival immer gern gehört wird.

Ansonsten hagelt es unsterbliche Smasher aus den Siebzigern, als Schenker mit UFO und den Scorpions unterwegs war, und glücklicherweise zeigt sich der Meister in Topform und stellt mittels filigranem Gitarrenspiel eindrucksvoll unter Beweis, warum man ihn stets zu den ganz Großen unter den Axtschwingern zählt. Die Rhythmussektion Buchholz/Rarebell groovt dazu wie Sau und Doogie White kann mit all seiner Erfahrung problemlos das Publikum animieren.

Die allerallergrößten Hits hat sich die Truppe für den Schluss aufgehoben: „Rock You Like A Hurricane“ dürfte nun wirklich absolut jeder Anwesende kennen (hier darf auch Wayne Findlay endlich mal ein bisschen solieren) und der Abschluss „Rock Bottom“ wird durch ein ellenlanges Schenker-Solo gekrönt, das alle Gitarrengourmets wahlweise mit der Zunge schnalzen oder vor Neid erblassen lässt. Sicherlich darf man sich die Frage stellen, ob derart lange Soloeskapaden auf einem Festival angebracht sind, allerdings übertreibt Schenker es im Gegensatz zu UFO 2009 nicht zu sehr und man kann sich ja außerdem denken, was einen bei einem Schenker-Konzert in dieser Hinsicht erwartet. Der frenetische Applaus nach der Show spricht jedenfalls für sich. Komisch nur, dass der Namensgeber und Star der Band selbst kein einziges Wort ans Publikum richtet.

Setlist:

Doctor Doctor (UFO)
Live And Let Live
Lights Out (UFO)
Where The Wild Winds Blow
Natural Thing (UFO)
Victim Of Illusion (MSG)
Lovedrive (Scorpions)
Coast To Coast (Scorpions)
Vigilante Man
Before The Devil Knows You’re Dead
Lord Of The Lost And Lonely
Rock You Like A Hurricane (Scorpions)
Rock Bottom (UFO)

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