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Rock Hard Festival 2015

Are you guys ready auf den Rängen?

Sanctuary

Der Untergang von Nevermore und der erneute Aufstieg von Sanctuary, so muss hier eigentlich die Überschrift lauten. Erstere haben sich nach einigen vorzüglichen Alben recht unrühmlich verabschiedet – man erinnere sich da nur an die miese Abschiedsshow anlässlich der Power Of Metal 2011-Tour in Oberhausen –, letztere zuckten dann schon 2010 mit ihren Reunionsmuskeln und es war doch kaum verwunderlich, dass die Seattle-Herren wieder bei Century Media untergekommen sind.

Erster Akt der Wiedergutmachung hier im Pott war dann die sehr ordentliche Liveshow beim Turock Open Air 2014, gefolgt vom „The Year The Sun Died“-Albumkonfekt. Die nun weitere ernsthafte Belastungsprobe müssen sie also heute bei ihrem exklusiven Deutschland-Gig auf dem Rock Hard Festival abliefern. Und als Fazit darf man getrost zusammenfassen: Da wäre mehr drin gewesen, aber schlecht war es auch nicht.

Ist ja immer wieder der Blickwinkel der Relation: Wer sich an die goldige Stimme von Warrel Dane zu seinen Anfangszeiten erinnert und wie er es auch live immer wieder vorzüglich geschafft hat, die Fans mit den sperrigen Nevermore-Nummern in seinen Bann zu ziehen, der wird ein wenig seine Enttäuschung ob der gebotenen Sangesleistung nicht verbergen können. Alle, die die zittrige Endphase aber mitbekommen haben und wissen, wie weit neben der Spur Warrel auch gerne mal liegt, all diese freuen sich über die heutige, recht ordentliche Gesangsleistung. Man muss sich halt davon verabschieden, dass El Maestro die Screams einfach nicht mehr wirklich drauf hat. Dazu kommt auch, dass er ab und zu ein wenig saft- und kraftlos wirkt und mit seinen „come on"s nicht wirklich für hell lodernde Begeisterung sorgen kann.

Festgebissen hat sich Warrel auch an seinem „come over the wall“, doch wo jetzt nicht gerade die ausufernde Stimmung herrscht, da bleiben auch die Crowdsurfer fern, nur wenige wagen den schwebenden Abflug gen Sicherheitsgraben, auch wenn Warrel ein gefühltes Dutzend Male dazu auffordert. Als weiterer Beleg für die doch eher zurückhaltende Stimmung mag da „Exitium (Anthem Of The Living)“ sein, denn als Warrel zur Powerfaust auffordert, leisten nur wenige wirklich folge.

„Ich hatte wirklich viele wechselnde Phasen im Leben“, so Warrel dann vor dem autobiografischen „Question Existence Fading“ im Seelenstriptease, „das ist ein Thrashsong“ vor „Frozen“ mit der Aufforderung an die Fans, doch mehr Gas zu geben, dazu ein Dankeschön, dass sie sich auch Sanctuary geben, ganz große Stimmung kommt allerdings immer dann auf, wenn sie tief in die eigene Diskografie greifen und wie beim Doppelpack-Rausschmeißer „Future Tense“ und „Taste Revenge“ durchweg punkten können – da sieht man dann auch gerne über den „naja“-Refrain hinweg. „Stay fucking Heavy Metal, ich liebe disch“, so verabschieden sich Warrel und seine Mitstreiter von den Fans und können leider nicht restlos alle Bedenken mit einem Seattle-Sturm hinwegfegen.

Setlist:

Intro Ad Vitam Aeternam
Arise And Purify
Let The Serpent Follow Me
Seasons Of Destruction
Die For My Sins
Battle Angels
Exitium (Anthem Of The Living)
Question Existence Fading
Frozen
The Year The Sun Died
Future Tense
Taste Revenge

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