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Rock Hard Festival 2015

Are you guys ready auf den Rängen?

Voivod

Nach den so eingängig rockenden Motorjesus steht nun weitaus schwerere Kost auf dem metallischen Speiseplan: Voivod sind zwar eine lebende Legende, die sich schon lange im Geschäft befindet, und doch sehen sie sich zunächst im Vergleich zu der Formation aus Gladbach zuvor einer verhältnismäßig überschaubaren Menge gegenüber. Die Truppe existiert zwar bereits seit den frühen Achtzigern und hat gerade wegen ihrer Vorliebe für schräge Sounds und Songstrukturen ihre Liebhaber, doch es mag sein, dass die Mucke für so manchen Festivalbesucher zu anstrengend ist.

Alle anderen aber lassen sich auf eine Achterbahnfahrt ein, die es in sich hat. Egal, wie man zu dem oft spacigen, leicht durchgeknallten Thrash-Prog der Kanadier steht – interessant ist das Gebotene in jedem Fall und die Band schon ziemlich einzigartig in dem, was sie tut. Kein Wunder, dass auch Jason Newsted so auf die Kapelle abfährt und einige Jahre sogar selbst dort Bass spielte. Leider herrscht zu Beginn des Konzerts noch ein Missverhältnis zwischen Leadgesang und Backings, da letztere zunächst lauter sind als die Vocals von Frontmann Snake, was natürlich nicht wirklich Sinn der Sache sein kann.

Dieser kleine Schönheitsfehler ist aber bald im Griff und auch wenn weniger Leute als bei Motorjesus im Rund versammelt sind – diese wissen natürlich trotzdem, wie man ordentlich feiert. Die häufig komplexen Strukturen mit vielen Aufs und Abs in alten Klassikern wie „The Unknown Knows“ „Order Of The Blackguards“ oder „Overreaction“ sowie dem brandneuen „We Are Connected“, das man erst Anfang des Jahres auf einer Split mit At The Gates auf Tonträger veröffentlichte, hält vereinzelte Fans nicht vom Crowdsurfen ab oder davon, auch mal einen kleinen Circlepit zu starten.

Die Band hat sicherlich ihren Spaß, ist gut in Bewegung auf der Bühne und Snake scherzt: „Having Rock Hard for breakfast is fucking great“. Man hat zwar ein bisschen das Gefühl, es fehle ihm heute an letzter Durchschlagskraft, dass er zum Teil etwas angestrengt beim Singen wirkt und die Lockerheit nicht ganz da ist, doch alles in allem darf man das Ganze als ordentlichen Gig bezeichnen. Die Zuschauer, von denen es nach und nach dann zum Glück doch mehr werden, feiern die Band jedenfalls mit Voivod-Sprechchören und als Snake den neuen Bassisten Rocky vorstellt, der erst im letzten Jahr eingestiegen ist, und seinerseits „Rocky“-Sprechchöre initiiert, ist die Masse ebenfalls sofort dabei.

Schade nur, dass am Ende anscheinend nicht mehr genug Zeit vorhanden ist, das schon seit Jahren von Voivod live praktizierte Pink Floyd-Cover „Astronomy Domine“ zum Besten zu geben. Dass der Vierer mit Vorliebe Floyd covert („The Nile Song“ hatten sie sich ja ebenfalls mal vorgeknöpft), passt schließlich wunderbar, da beide Bands auf jeweils ihre Weise einen einzigartigen Sound prägen, Neues gewagt haben und die nötige Durchgeknalltheit besitzen, um dieses dann auch umzusetzen.

Setlist:

Kluskap O'Kom
Tribal Convictions
Ripping Headaches
The Unknown Knows
Order Of The Blackguards
The Prow
Overreaction
We Are Connected
Voivod

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