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Rock Hard Festival 2014

Ausverkaufte Hitzeschlacht im Gelsenkirchener Amphitheather

Testament können die Erwartungen nicht erfüllen

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Testament

Während die einen traurig wegen der Megadeth-Absage sind, freuen sich die anderen umso mehr auf das Thrash-Urgestein Testament. Wenn man versucht, das einfach  mal recht nüchtern zu betrachten, dann dürfte die Neuausrichtung beim sonntäglichen Headliner doch nicht die schlechteste Wahl sein, da Dave und seine Megatod-Mitstreiter zwar noch immer in der Lage sind, ihre Klassiker mit hervorragenden neuen Songs zu unterstützen, live aber sind sie die Stehgeiger schlechthin und schlichtweg einfach nur langweilig.

Testament haben dagegen hier in Gelsenkirchen noch etwas gut zu machen, denn bei ihrer letzten Visite anno Mai 2008 war es einfach ein Frechheit, was die Herren, damals ohne Gitarrist Alex Skolnick vor Ort, abgeliefert haben: Mieser, viel zu lauter Sound, der schon an Körperverletzung grenzte, dazu eine mäßige Show – viel Positives ist da nicht in Erinnerung geblieben.

Leider entwickelt sich der heutige Abend auch nicht gerade zum testamentorischen Highlight, wenn man die hitzige Pyrotechnik mal außen vorlässt, denn einmal mehr lässt der Sound einfach zu wünschen übrig: Das Schlagzeug wirkt totgetriggert, was man gerade bei der Legende Gene Hoglan nicht verstehen kann. Die Bassdrum ist einfach unverhältnismäßig im Vordergrund platziert, dagegen gehen schnell die häufig so perfekten Gitarrenharmonien fast unter und sind manchmal so gut wie gar nicht zu hören. Keinen guten Tag hat auch uns Chuck Billy erwischt, der bei fast allen Songs immer ein Stückchen hinterherhinkt und beispielsweise bei „Disciples Of The Watch“ die komplette erste Strophe nicht abrufen kann – dazu kommen dann noch einige weitere sehr bedenkliche Textlücken, die auch für einen Die-Hard-Fan nicht schönzureden sind.

Dabei sind die Voraussetzungen für einen ausgefüllten Thrash-Abend nicht schlecht, denn die Setlist orientiert sich bis auf „The Preacher“ an der im letzten Herbst veröffentlichen „Dark Roots Of Thrash“-Scheiblette, und so ganz nebenbei kann man auch noch ein Wiedersehen mit Bassist Steve DiGiorgio feiern, ist er doch seit kurzem wieder mit an Bord, nachdem er ja schon von 1998 bis 2004 in die Tieftonsaiten griff.

„Macht mal Lärm, sodass man das bis in die USA hören kann“, so Chuck vor „Practice What You Preach“ – die Fans sind natürlich voll bei der Sache, auch wenn sich Erwartung und Lieferung nicht kongruent verhalten. Doch wenn man sich einmal ein wenig auf die negative Seite eingependelt hat, dann fallen auch die ewig gleichen Ansagen wie „macht mal Lärm“ oder „hattet ihr einen tollen Abend“ halt doppelt so schnell auf. Spontan reagiert Chuck allerdings kurz vor „Formation Of Damnation“, als er den im Publikum schon länger herumgeisternden „Metalfrosch“ erblickt, sich ihn auf die Bühne reichen lässt und fast in Bauchrednermanier für Heiterkeit sorgt. Anstatt dass das große Stofftier aber auch wieder zum Besitzer zurückfindet, wirft er den Frosch in den Moshpit und der aufmerksamen Security ist es zu verdanken, dass „El Metalfrog“ wohlbehalten wieder zurückerobert wird.

Ein bisschen Pathos mit „das Rock Hard Festival liegt uns am Herzen“ bei „Dark Roots Of Earth“, mehr Animation mit „gebt Gas, ich will euch sterben sehen“ vor „Into The Pit“ oder aber der sehr fette Moshpit bei „Over The Wall“ lassen zwar das Gefühl aufkommen, dass hier alles im grünen Bereich ist, doch unter Strich und nach ein paar Tagen Nachbetrachtung sind Testament eher eine Enttäuschung denn eine wirkliche Bereicherung – die Wiedergutmachung ist somit in die Hose gegangen. Glücklich ist, wer trotzdem feiert.

Setlist:

Intro The Star-Spangled Banner
Rise Up
The Preacher
More Than Meets The Eye
Native Blood
True American Hate
Dark Roots Of Earth
Into The Pit
Practise What You Preach
The New Order
Riding The Snake
Eyes Of Wrath
Over The Wall
Disciples Of The Watch
----------------------------
Intro
D.N.R. (Do Not Resuscitate)
3 Days In Darkness
Formation Of Damnation

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