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Rock Hard Festival 2014

Ausverkaufte Hitzeschlacht im Gelsenkirchener Amphitheather

Machen Spaß, obwohl alle Keyboards vom Band kommen: Orphaned Land

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Orphaned Land

Zum zweiten Mal nach 2010 sind Orphaned Land beim Rock Hard Festival zu Gast, bekanntermaßen eine der Lieblingsbands von RH-Herausgeber Holger Stratmann. Nicht zu Unrecht allerdings, denn mit „All Is One“ hat die Truppe im letzten Jahr ein bärenstarkes neues Album veröffentlicht, und gewinnt immer mehr Respekt und Aufmerksamkeit für ihr unermüdliches Engagement für Frieden im Dauerkrisenherd Nahost.

Mit dem Titelsong der aktuellen Platte wird denn auch eröffnet, dieser straighte, simple Track macht sich aber auch wirklich bestens als Set-Opener, mit „The Simple Man“ wird die nächste Nummer jüngeren Datums gleich nachgeschoben, bevor man mit „Barakah“ einen Schritt zurück zum weitaus komplexeren Vorgänger „The Never-Ending Way Of ORWarriOR“ geht. Die Israelis standen nach den Abgängen der Gründungsmitglieder Matti Svatizky und Yossi Sassi eine kurze Zeit plötzlich ohne Gitarrenfraktion da, die Lücken wurden jedoch von Chen Balbus und Idan Amsalem wieder gefüllt; Balbus war bereits von 2008 bis 2012 Livemitglied, stieg, nachdem Svatizky die Band verlassen hatte, zum vollen Mitglied auf und ist auch auf „All Is One“ zu hören, während Amsalem bislang lediglich live in die Saiten bei Orphaned Land haut.

So viel kurz zur jüngeren Bandgeschichte – was die Performance angeht, macht sich in keinster Weise irgendetwas negativ bemerkbar. Der Sound ist, wie erfreulicherweise bei den meisten Acts beim Rock Hard Festival 2014, erneut sehr gut und die meisten Zuschauer scheinen diese etwas exotischere Combo äußerst willkommen zu heißen. Sänger Kobi Farhi, der in ein schwarzes Gewand gekleidet und barfuß auf der Bühne steht, animiert die Leute immer wieder dazu zu hüpfen und die Hände in die Luft zu recken. Außerdem weist er darauf hin, dass Orphaned Land auch viele muslimische Fans hätten und es erstaunlich und toll sei, wie Heavy Metal verbindet und man so viele unterschiedliche Leute nur durch Musik erreichen würde. Dies mag nicht unbedingt eine neue Erkenntnis sein, doch es ist immer wieder eine schöne Erkenntnis und gerade diese so engagierte Band darf und muss es sich erlauben, dies stets aufs Neue zu betonen.

Passend dazu auch die unheimlich zu Herzen gehende und völlig schleim- und kitschfreie Ballade „Brother“, zu der als Überraschungsgast Blind Guardian-Gitarrero Marcus Siepen von der Menge umjubelt die Bretter betritt. Eine nette Geste, denn die Krefelder werden demnächst mit den Israelis auf Tour gehen, wofür Kobi auch noch einmal die Werbetrommel rührt. Auch für „Birth Of The Three (The Unification)“ agiert man dank Marcus mit dreifacher Gitarrenpower, allerdings entstammt das Stück dem 2004er Album „Mabool“, welches laut Kobi Siepens Lieblingsscheibe von Orphaned Land ist, und so bietet es sich ja an, dass der Guardian-Mann auch hier mitmischt.

„Let The Truce Be Known“ wiederum vom aktuellen Album und „Norra El Norra (Entering The Ark)“, wo Farhi noch kurz die einzelnen Bandmitglieder vorstellt, beschließen einen sehr guten Auftritt, der vielleicht lediglich dadurch etwas getrübt wird, dass sämtliche Keyboards (und das sind bei den häufig vorhandenen orchestralen Sequenzen nicht wenige) vom Band kommen, aber für die Jungs wäre es ansonsten wohl schlicht zu aufwendig. Insofern: geschenkt, Spaß gemacht hat es auch so. Eine nette Randnotiz noch: Die Bauchtänzerin, die man 2010 dabei hatte, ist diesmal nicht auf der Bühne, dafür wurde sie am Vortag bei Obituary wild bangend auf den Stufen gesehen.    

Setlist:

All Is One
The Simple Man
Barakah
The Kiss Of Babylon (The Sins)
Brother
Birth Of The Three (The Unification)
Let The Truce Be Known
Norra El Norra (Entering The Ark)

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