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Rock Hard Festival 2014

Ausverkaufte Hitzeschlacht im Gelsenkirchener Amphitheather

Mischung aus Janis Joplin und Grace Slick: Elin Larsson von den Blues Pills

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Blues Pills

Zeit für einen absoluten Überraschungssieger beim diesjährigen Rock Hard Festival: Die Blues Pills sind ähnlich wie Graveyard 2012 oder Orchid 2013 einer jener kleinen Farbtupfer, die nötig sind, um zwischen den zumeist deutlich härteren Acts für etwas Auflockerung und Abwechslung zu sorgen – und genau wie die beiden genannten Bands damals sahnt auch das Multikulti-Quartett nach allen Regeln der Kunst beim Publikum ab. Wie erwähnt, scheint die Sonne längst wieder und sendet warme Strahlen auf die Anwesenden, dennoch ist es erstaunlich, wie viele Leute sich bei der immerhin erst zweiten Band des Tages eingefunden haben.

Obwohl sich die hübsche, in ein knappes schwarzes Dress gehüllte Frontfrau Elin Larsson der Verehrung seitens der Männerwelt sicher sein kann (Kommentare wie „Ich hab noch Platz in meinem Zelt!“ sind beispielsweise zu hören, was definitiv immer noch origineller ist als die sonst grassierenden, unsäglich peinlichen „Ausziehen!“-Rufe), sind es nicht nur ihre optischen Reize, die die Leute vor die Bühne locken, denn was diese Truppe drauf hat, davon konnte sich jeder überzeugen, der das schwedisch-französisch-amerikanische Konglomerat schon einmal live gesehen oder eine der EPs gehört hat.    

Und wenn man hört, was die Combo auch heute wieder fabriziert, kann man nicht glauben, dass sämtliche Bandmitglieder noch blutjung sind. Gerade Gitarrist Dorian Sorriaux ist kaum 20 Jahre alt und performt mit einer Souveränität und einem Feeling, von dem sich selbst so mancher alteingesessene Klampfenmeister noch was abschneiden kann. Ein junger Jimmy Page kommt einem da in den Sinn, absolut unglaublich. Mit einer supertighten und spielfreudigen Rhythmusgruppe liegt außerdem eine mehr als solide Basis vor und über Elin Larsson muss man kaum noch weitere Worte verlieren: Unfassbar, was aus dieser zierlichen, kleinen Person für Töne herauskommen. Die junge Dame ist mit einer irrsinnigen Röhre gesegnet, die die Power von Janis Joplin und die Eleganz von Grace Slick vereint, und sie zeigt auch keinerlei Konditionsprobleme – das beweist nicht nur ihre atemberaubende Darbietung von „Devil Man“.

Doch nicht nur, dass die Blues Pills einen großartigen Auftritt hinlegen, sie kommen dazu auch noch äußerst sympathisch herüber. Es ist deutlich erkennbar, dass sie mit der Masse an Menschen nie im Leben gerechnet hätten; Elin, die sich nach drei Songs ihrer Stiefel entledigt, ist sichtlich gerührt und bedankt sich immer wieder so lieb und bescheiden, dass man sie einfach gern haben muss.

Sicherlich herrscht ansonsten auf der Bühne nicht übermäßig viel Action und die Vier wirken etwas schüchtern, aber die Energie der Songs und die Authentizität und Selbstverständlichkeit, mit der diese junge Band diese „alte“ Musik herüberbringt, kann einem nur Bewunderung abringen. Da gehen die Songs nahtlos ineinander über, da wird mit Leidenschaft gejammt – und die Leute feiern all dies ab, als gäbe es kein Morgen. Es mag ja viele geben, denen der sogenannte „Retrotrend“ auf den Keks geht, doch heute und bei dieser Band ist davon nichts zu spüren, vielleicht auch, weil sie sich nicht wie die meisten anderen Gruppen ihrer Zunft mit okkulten Texten befasst und so die Klischees auslässt. Ein wahrhaft galaktischer, triumphaler Auftritt, der Zugaberufe provoziert und die Lust auf die Debüt-Full-length nur umso größer macht. 

Setlist:

High Class Woman
Mind Exit
Dig In
No Hope Left For Me
Intro/ Black Smoke
Devil Man
Astralplane
Little Sun

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