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Rock Hard Festival 2014

Ausverkaufte Hitzeschlacht im Gelsenkirchener Amphitheather

Sólstafir spalten die Gemüter

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Sólstafir

Die nun folgende Truppe genießt auf jedem Festival, wo sie auftritt – und das kann durchaus auch mal das von Extrem-Metal-Acts geprägte Party.San Open Air sein – den Exotenbonus und ruft damit naturgemäß die kontroversesten Reaktionen aller beim Rock Hard Festival 2014 aufspielenden Bands hervor. Wie bereits in der Einleitung auf der ersten Seite unseres Berichts angedeutet, finden die einen die Musik von Sólstafir sterbenslangweilig, andere wiederum schwelgen in den ausladenden Soundscapes. Über diese Combo tatsächlich objektiv zu berichten, ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.

Festzuhalten bleibt zunächst, dass es schon vor dem Auftritt erneute technische Probleme gibt: Anscheinend hat die Endstufe ihren Geist aufgegeben und muss ausgetauscht werden. Als es schließlich losgeht, tönt der Sound glücklicherweise jedoch in der weitestgehend gewohnten Qualität, und gerade bei dieser sicherlich nicht leicht abzunehmenden Band muss man ja immer befürchten, dass dies verhunzt wird.

In diesem Fall aber heißt es Augen zu, chillen und sich den Klangwelten der Isländer hingeben – oder eben eine Runde in Richtung Fressbuden und Merchstände drehen, wenn man es langweilig findet. Die Mucke mit Worten zu beschreiben, bringt eigentlich relativ wenig; wer die Band schon live gesehen hat, weiß, was ihn erwartet und welche Magie sie ausstrahlen kann – wenn man denn bereit ist, sich darauf einzulassen, um mal wieder diesen zugegebenermaßen klischeehaften, aber eben doch wahren Satz hervorzukramen. Kollege David Albus hat es einst in seinem Review zum Album „Köld“ ganz gut auf den Punkt gebracht: „Wenn Island Klang wäre – so sähe es aus“.

Nur vier Songs präsentieren Sólstafir, drei davon vom immer noch aktuellen Werk „Svartir Sandar“; bei einer jeweiligen Länge von plus/minus zehn Minuten allerdings auch kein Wunder. Wer von den Zuschauern dabei ist, ist mit Leidenschaft dabei – jedenfalls bangen sich nicht wenige in einen Rausch; so viel also zu Stimmen, die meinen, diese Formation sei auf diesem Festival fehl am Platze.

Zwischendurch zeigt sich Fronter Aðalbjörn Tryggvason äußerst gesprächig, sehr schön vor allem die Ansage „We come from the land oft he ice and snow, from the midnight sun, where the hot springs flow“ – jeder, der jetzt nicht verstanden hat, was damit gemeint ist, sollte umgehend eine Nachhilfestunde in Sachen Rockgeschichte nehmen und außerdem zur Strafe dazu gezwungen werden, mindestens dreimal hintereinander die komplette Diskographie von Helene Fischer anzuhören.

Den letzten Track „Goddess Of The Ages“ widmet Tryggvason dann den anwesenden Damen, denn „I see a lot of beautiful ladies“, und verlangt von ihnen ein paar ordentliche Schreie. Es ist der einzige Song, der nicht „Svartir Sandar“ entstammt, was übrigens so viel wie „Schwarze Sande“ bedeutet, von denen es in Island einige gäbe, so der Sänger und Gitarrist. Egal, ob man Sólstafir nun mag oder nicht: Allein die Abwechslung als solche ist bei einem Festival doch stets das Salz in der Suppe.

Setlist:

Ljós í Stormi
Svartir Sandar
Fjara
Goddess Of The Ages

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