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Rock Hard Festival 2011

Auch Regen konnte ein erneut großartiges Festival nicht verderben

Enslaved

Bei Enslaved passiert etwas, das zwar bei jedem Festival mal passiert, hier in Gelsenkirchen allerdings Seltenheitswert hatte, da das Ohr praktisch jedes Jahr von exquisit abgemischtem Sound verwöhnt wurde. Doch bei den Norwegern läuft von Anfang an – zumindest soundtechnisch gesehen – gar nichts zusammen; der Klang ist über das gesamte Konzert hinweg eine einzige Katastrophe. Zugegeben, diese Band dürfte angesichts ihrer dynamischen und komplexen Musik nicht gerade die am leichtesten abzunehmende Kapelle der Welt sein, aber dass man über die gesamte Spielzeit von 75 Minuten nicht in der Lage ist, ein differenziertes Klangbild zu liefern, ist schon ärgerlich. Schon beim Opener „Ethica Odini“ glaubt man, als der Keyboarder, der bekanntlich die cleanen Vocals zu singen hat, zum ersten Mal einsetzt, die Ohren flögen einem davon. Der Gesang ist viel zu laut, doch im Bemühen, diesen Lapsus so schnell es geht auszumerzen, werden die Regler für das Mikro des Tastendrückers anschließend so weit heruntergeschoben, dass er für den Rest des Gigs kaum noch zu hören ist – schade, wenn man bedenkt, was für herrliche Gesangslinien gerade auf der neuen Scheibe zu finden sind. Das Keyboard selbst ist übrigens die ganze Zeit so gut wie gar nicht wahrzunehmen.

Auch die Saitenfraktion ist vor arge Probleme gestellt; die Gitarren sind ein einziger Brei und das permanente Feedback nervt gewaltig. Wirklich bedauerlich, überlegt man sich, wie grandios diese Band gerade live ist. Die Performance an sich ist tatsächlich auch vollkommen solide; obwohl kaum vorstellbar ist, dass die Jungs sich bei dem Soundinferno, das nach draußen dröhnt, auf der Bühne selbst gut hören können, gibt es in der Hinsicht nichts zu beklagen und natürlich ist man trotz allem voll dabei, wenn die Combo solche Perlen wie „Ground“, „Giants“, „Raidho“, „Lightning“ („Suitable to the weather“, wie Frontmann Grutle Kjellson anmerkt, da es wiederum zu tröpfeln beginnt) oder das steinalte „Allfadr Odhinn“ (von der ersten EP „Hordanes Land“ von 1993) zum Besten gibt. Erwartungsgemäß steht die fantastische neue Scheibe „Axioma Ethica Odini“ mit vier Songs (plus Intro) im Vordergrund, und auch wenn der ein oder andere sicherlich auch gerne noch etwas mehr altes Material außer „Allfadr Odhinn“ gehört hätte (denn die Frühphase wird praktisch komplett ignoriert), ist die Songauswahl in sich stimmig, gerade weil man sich eben mehr auf die progressive Ära konzentriert.

Ein fader Beigeschmack bleibt so oder so, denn diesen auditiven Matsch hat die Band nicht verdient. Komischerweise ist der Sound weiter vorne immer noch erträglicher als weiter hinten, doch das nur am Rande. Immerhin überraschen die Norweger mit einer Coverversion von Led Zeppelins „Immigrant Song“, die zwar natürlich nicht an den Charme des Originals herankommt, im Enslaved-Gewand aber definitiv auch mal ganz interessant klingt. Abgeschlossen wird das Ganze mit einem sehr hörenswerten Solo von Arve „Ice Dale“ Isdahl.

Setlist:

Intro Axioma
Ethica Odini
Raidho
Fusion Of Sense And Earth
Return To Yggdrasil
Giants
Lightening
Ruun
Allfadr Odhinn
Immigrant Song
Isa

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